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Test: Paradise

Das Paradies liegt in Afrika. Lohnt sich eine Reise in den Garten Eden?
 Paradise
In letzter Zeit gab es immer mal wieder gute bis sehr gute Adventures, wie z. B. Ankh oder Dreamfall. Anhänger des Genres können schon frohlockend in die Zukunft blicken, denn am Horizont nähern sich schon Geheimakte Tunguska und Runaway 2. Doch leider gibt es zwischendurch auch mal Ausrutscher, die nicht die hohen Ansprüche der letzten Zeit erfüllen. Ist Paradise einer dieser Problemfälle?

Afrika mal anders

Das Land Mauranien liegt in Afrika und sollte eigentlich auf der Weltkarte zu sehen sein. Doch ein alter Zauber verbirgt das Land vor Eindringlingen und somit vor der restlichen Welt. Viele Jahre glich der Boden einem Paradies, bis der Krieg kam. Eine Revolution ist im Gange und zwingt den Herrscher Rodon zum Rückzug. Der alte König lebt schon seit längerer Zeit in einer abgeschiedenen Residenz und hat kaum noch die Kraft zu regieren. Seine Macht beginnt langsam aber sicher zu bröckeln und es wird an der Zeit zu handeln. Er ruft seine Tochter zu sich, die schon seit vielen Jahren in Europa lebt. Sie willigt nach langem Zögern ein und fliegt mit dem Flugzeug ins Krisengebiet. Es kommt wie es kommen muss und die junge Frau wird mit dem Flieger abgeschossen. Natürlich ist der Absturzort weit vom eigentlichen Ziel entfernt und der Fall aus den Wolken bleibt für die Königstocher nicht ganz ohne Folgen. Sie hat ihr Gedächtnis verloren und kann sich noch nicht mal an ihren Namen erinnern, geschweige denn warum sie überhaupt in Mauranien ist. Somit beginnt ein Abenteuer voller Rätsel und in dem ein schwarzer Leopard eine sehr wichtige Rolle spielt.

So weit, so gut

Die Story an sich ist gar nicht mal so schlecht und hat durchaus einige spannende Stellen, nur kommt sie zu langsam in Fahrt. Zu Beginn läuft man planlos umher und die ersten Aufgaben haben rein gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun. Leider endet die Geschichte viel zu abrupt und lässt den Spieler ziemlich dumm dastehen. Viele offene Fragen bleiben unbeantwortet und werden wohl für immer ein Geheimnis der Entwickler bleiben.
Doch das ist nicht das größte Manko, auf dass man in Paradise stößt. Das klassische Adventure hat eine ebenso klassische Point & Click Bedienung, bei der man eigentlich nichts falsch machen kann. Bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel und das ist hier der Fall. Mit dem Mauszeiger bewegt man die Spielfigur durch die verschiedenen Szenarien, die aus unterschiedlichen Kameraperspektiven gezeigt werden. Die Form des Mauszeigers ist eine dicke Kugel und somit für genaueres Absuchen des Bildschirmes ungeeignet. Ist eine Interaktion mit einem Gegenstand oder einer Person möglich, verwandelt sich die Kugel und zeigt die entsprechende Aktion an, die in dieser Situation möglich ist. Diese Verwandlung dauert vielleicht ein paar Millisekunden, was sich ja nicht besonders lang anhört. Doch genau diesem kurzem Zeitabschnitt ist es zu verdanken, dass man einige Gegenstände übersieht, wenn man einen Raum Millimeter für Millimeter absucht. Eine Funktion, die anzeigt welche Dinge man in einem Abschnitt nutzen kann, gibt es nicht. Ebenfalls fehlt eine Taste, die über die Ausgänge einer Örtlichkeit informiert. Durch die häufig ungeschickt platzierte Kamera, passiert es recht oft, dass man einen Ausgang übersieht und nur mit Glück oder durch Zufall eine weitere Räumlichkeit entdeckt.

Was ist Was?

Ein weiteres Manko ist die fehlende Untersuchen-Funktion. In so gut wie jedem Adventure ist es möglich, eingesammelte Gegenstände genauer zu betrachten und somit einen Hinweis zu bekommen, was man damit anstellen soll. Nur in Paradise wurde dieses wichtige Feature anscheinend vergessen. So hat man z. B. Gegenstände im Inventar, deren Funktion man nur durch ein kleines Bildchen und den Namen erahnen kann. Da man deshalb nicht genau weiß was man machen soll, startet man wilde Klickorgien im Inventar, um mehr oder weniger durch Zufall ein Ergebnis zu erzielen.
Screen 1
Schlechte Aussichten für Anne
Screen 2
Anne wirft einen Blick nach unten
Screen 3
Hier sieht man eines der besseren Bilder

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Paradise

Packshot
Klassisches Adventure
von dtp
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCJuli 2006

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