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Test: Anstoss 2007
Nach eher durchwachsenen Neuaufgüssen hat Ascaron endlich mal wieder ein komplett neues Anstoss fertiggestellt. Ist die Tabellenspitze drin?
„Es gibt nur einen Rudi Völler!“, ach nee, stimmt ja gar nicht mehr. Inzwischen haben wir ja nach dem Dauerstrahlemann Jürgen Klinsmann Joachim "Jogi" Löw als Platzhirsch auf der Trainerbank der Deutschen Nationalmannschaft. Egal, dann brüllen wir eben mal was ganz anderes: „Anstoss – du sollst ewig Deutscher Meister sein!“. Obwohl, das stimmt ja nun auch schon lange nicht mehr. Spätestens seit dem Bug-Desaster der letzten Anstoss-Titel und seit EA mit seiner Fußball-Manager-Reihe am Start ist, gibt es einen gnadenlosen Konkurrenzkampf um die Tabellenführung in Sachen Fußballmanager. Anstoss 2007 soll nun die Tabelle, zumindest nach dem Willen von Entwickler Ascaron wieder gerade rücken. Das Spielchen (inkl. Patch v7.1.0.1) schauen wir uns natürlich etwas genauer an.Erst mal was zu meckernDie erste Ernüchterung folgt leider sofort zu Beginn der ersten Trainer/Manager-Laufbahn. Auch Anstoss 2007 hat wieder – mangels Lizenzen - keine Originaldaten an Bord. Statt mit Dynamo Dresden muss man dann eben mit Sachsen Dresden an den Start gehen und statt Poldi, Klose und Mertesacker trainiert man eben Fischer, Schulze oder Meier. Wappen, Trikots, Stadionnamen und vieles mehr entsprechen nicht dem bekannten Bild des Lieblingsvereins. Immerhin kann man mit einem Editor die Mannschaften in allen Belangen wieder auf Originalniveau bringen. Allerdings wird das jede Menge Zeit benötigen, da das Spiel nicht nur die 1. Liga, sondern bis hinunter zu den Amateuren alle möglichen Spielklassen in unzähligen Ländern anbietet und einfach von einer Fanseite herunterladen ist wegen einiger Abmahnungen der DFL an die entsprechenden Seiten nicht mehr möglich.Ärgerlich ist für Fans der Serie sicherlich auch, dass der Hot-Seat-Modus gestrichen wurde. Somit können mehrere Spieler nicht mehr an einem PC gegeneinander antreten. Dafür wurde ein Netzwerkmodus für bis zu 64 Spieler ins Programm genommen. Wer also gegeneinander spielen will, wird gezwungen auf jedem Rechner eine Vollversion zu installieren und so ein Match im LAN zu zocken. Und weil wir gerade beim rummosern sind: Einen weiteren Minuspunkt hat sich Anstoss 2007 ebenfalls selber eingebrockt. Ein 3D-Modus der Spiele wurde komplett weggelassen. Nun ist dieser sicher nicht für jeden Hobbyfußballmanager ein Muss - einige schauen sich die Spiele sowieso nur im Text- oder Ergebnismodus an - aber das Spiel kostet immerhin knapp 40 €. Dafür findet man in der Anstoss 2007-Schachtel zwar auch noch fast alle Vorgänger der Anstoss-Serie, allerdings gibt es für den halben Preis u.a. schon den Team Manager: Fußball 2006 (Wertung: 70%), der sowohl einen 3D-Modus, als auch eine FIFPro-Lizenz besitzt. Und Anfang November steht dann der neue Fußball Manager 07 aus dem Hause EA an, der mit kompletter Lizenz und einem schicken 3D-Modus aufwarten wird. Am Ende sicher alles reine Geschmackssache. Ab jetzt (fast) nur noch PositivesGleich vom ersten Augenblick an macht sich allerdings wieder das typische Anstoss-Feeling breit und tröstet die Fans der Serie über o.g. Kritikpunkte hinweg. Und da ist es egal ob man im einfachen, im mittleren oder schwierigen Modus, dem Core-Modus (kein eigenes Speichern möglich, Spiel speichert selbst) startet. Vom neuen Büro aus lenkt man die Geschicke seines Lieblingsvereins. Hier stehen PC, Fax, Terminplaner, Personalakten und Anrufbeantworter zur Verfügung. Natürlich wurde auch der Pin-Up-Kalender nicht vergessen und mit neuen Models aufgepeppt. Von diesem, je nach Spielklasse schnöden bis pompösen Arbeitsplatz aus, geht es dann ab in die vielen Menüs und Untermenüs für Team, Training, Taktik, Stadion, Management, Persönliches, Stadionausbau usw. Vieles kann, muss man aber nicht selber organisieren, da es hier und da Angestellte gibt. Ob Co-Trainer oder Talentsucher, einige Helfer nehmen einem die Arbeit ab. So werden Einsteiger vom Umfang nicht erschlagen, während Profis von den Eintrittspreisen bis hin zum Franchising alles präzise selber planen und nichts aus der Hand geben. Natürlich kommen auch Statistikfanatiker nicht zu kurz. Diese können nicht nur aktuelle Tabellen der Ligen (auch in Echtzeit während des laufenden Spiels) betrachten, sondern auch in den Kaderakten der Spieler rumstöbern und so die genaue Leistungsentwicklung der Profis jederzeit genau ablesen.Auch die Finanzen hat man mit einer Budget-Planung vor und während der Saison selber im Griff. Natürlich gibt es auch wieder die „Schwarze Kasse“, die ja zur Zeit besonders bei italienischen Klubs Pflicht zu sein scheint. Ebenfalls übersichtlich wie eh und je: Die Terminplanung. Per Drag&Drop (D&D) lassen sich ganz leicht Termine in den Kalender eintragen. Dabei sollte man natürlich drauf achten, dass ein Bowlingabend auch wirklich abends geplant wird, sonst steht man – peinlich, peinlich – mit der Mannschaft vor verschlossener Tür und am nächsten Tag in der Zeitung. Diese kann man sich einmal am PC oder in Papierform vom Bürosessel aus durchlesen. |
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