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Die Entwickler von Bad Day LA versprechen einiges, vor allem aber Ungewohntes am laufenden Band, natürlich im positiven Sinne. Nicht zuletzt weil der Kult-Designer American McGee das abgedrehte Abenteuer präsentiert, könnte doch einiges an Potential und frischem Wind in dem Spiel stecken. Ob mit der witzigen Aufmachung auch der Spielspaß mithalten kann, haben wir für sie getestet. Ein ganz gewöhnlicher TagSie kennen das vielleicht: Man fährt gemütlich auf der Autobahn als plötzlich ein von Terroristen entführtes Flugzeug auf der Straße abstürzt, das mit radioaktiven Abfällen beladen war und jeden Menschen, der daraufhin mit dem entwichenen Gas in Berührung kommt, in willenlose Zombies verwandelt. Das kennen sie doch nicht? Dann lernen sie es spätestens in diesem wahrlich abgedrehten Spiel kennen, denn hier beherrschen derartige Zwischenfälle ihren ganz „gewöhnlichen“ Alltag.Und nicht nur diese Rahmenbedingungen sind merkwürdig, auch der Protagonist dieses Spiel ist wahrlich kein Vorzeigeheld. Sie spielen Anthony Williams, einen Obdachlosen, der zu Beginn der Geschichte nichts besseres zu tun hat, als mit seinem Einkaufswagen über den Highway zu wandern und Autofahrer mit typisch amerikanischem Temperament zu belästigen. Doch der Flugzeugabsturz bleibt nur der Anfang der Obskurität, im weiteren Spielverlauf müssen sie insgesamt elf Level meistern, darunter die Fahrt in einem mit einem großen MG bestückten Krankenwagen, oder der Kampf gegen mutierte Riesenmaskottchen in Burgerform oder auch Kettensägenjunkies. Klingt total abgedreht? Ist es auch. Die Entwickler legten großen Wert darauf, die Geschichte und vor allem sich selbst in keinster Weise ernst zu nehmen, was dem Spiel gleich zu Beginn schon eine sympathische Atmosphäre vermittelt. Shit happensGesteuert wird Anthony per Maus und Tastur aus der klassischen Schulterperspektive. Die angesprochene Atmosphäre wird allerdings nach kurzem anspielen wieder ziemlich gedrückt. Die Realität ist leider ernüchternd: Bad Day LA bietet nur durchschnittliche Spielekost. Die meiste Zeit ist Anthony damit beschäftigt Kranke zu heilen oder Gegner abzuknallen und das Ganze in nicht wirklich spektakulärer Art und Weise. Das aktuelle Missionsziel wird immer am oberen Bildschirmrand eingeblendet und sobald Anthony einen Passanten anspricht erscheint für kurze Zeit (warum auch immer) ein Pfeil, der ihm genau den Weg anzeigt. Folglich ist das Spiel sehr linear, der Antiheld wird von Aufgabe zu Aufgabe geschleust.Die Entwickler scheinen all ihr Pulver für das Szenario verbraten zu haben, denn auch die Aufgaben sind stellenweise ziemlich einfallslos designt. Oftmals heißt es nur: Heile so und so viele Leute, bring A nach B oder finde C. Nur selten gibt es mal ein paar anspruchsvollere Missionen, wenn es z.B. darum geht beim Löschen eines Brandes zu helfen. In der restlichen Zeit gibt’s bis auf ein paar coole Sprüche von Anthony eher Schonkost in Sachen Abwechslung. Hinzu kommt noch, dass die einzelnen Levels oftmals kaum miteinander verknüpft sind und darunter leiden die größten Stärken von Bad Day LA, die Story und die Spielwelt, erheblich. Falls Anthony einmal stirbt, weil er völlig unvorhersehbar abgeschossen wird, respawnt er direkt an selber Stelle mit voller Lebensanzeige. Nach ca. zehn Stunden findet dann Anthony schließlich seinen inneren Frieden und LA ist mal wieder gerettet. Kein Peng, kein Buff, kein DoingTrotz der Tatsache, dass das Cell Shading Verfahren (Comiclook) eigentlich veraltet ist, dient es der Dynamik von Bad Day LA zunächst ungemein. Traurig ist dagegen nur die Umsetzung der Möglichkeiten. Das durch die Optik erzeugte, anfängliche Arcade-Feeling verfliegt schnell. Schuld daran ist vor allem der miserable Sound, welcher sicherlich die größte Schwachstelle des Spiels ist. Fast immer asynchron, viel zu leise und meist unpassend gestalten sich die Geräusche. Selbst simpelste Schlaggeräusche klingen völlig unrealistisch und sind manchmal sogar gar nicht zu hören. Auch die im Hintergrund manchmal dudelnde Musik geht schnell auf die Nerven und baut eher Spannung ab als auf. Einzig die nicht ins deutsche synchronisierte Sprachausgabe ist recht gut gelungen und meist witzig. Hätten die Entwickler aber eine ordentliche Soundkulisse geschaffen, hätten sie an Bad Day LA einiges beschönigen können.Doch so fallen die anderen Kritikpunkte um so mehr ins Gewicht. Ein weiteres Problem sind unsägliche Clippingfehler und unsichtbare Levelgrenzen, welche die Spielewelt statisch wirken lassen. Gespeichert werden kann zum Glück zu jeder Zeit, wobei dies immer dem Spieler überlassen wird, Autosave gibt es nicht. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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