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Test: DEFCON
Die Macher von Darwinia lassen diesmal den Atomkrieg ausbrechen.Mit Uplink und Darwinia hat sich die britische Independent-Spieleschmiede Introversion Software, die sich selbst „The last bedroom programmers“ nennen, eine beachtliche Fangemeinde geschaffen. Nun ist ihr neuesWerk DEFCON erschienen.Fragwürdige ThematikDEFCON steht für „Defense Condition“ und ist ein Begriff für den Verteidigungszustand der US Armee. Während bei Defcon 5 die Welt in Ordnung ist, fliegen bei Defcon 1 die Atomraketen. Soweit ist es in der Realität zum Glück nie gekommen.Im Spiel ist DEFCON 1 hingegen unvermeidlich. Das Spiel startet bei DEFCON 5 und alle ppar Spielminuten geht es eine Stufe nach oben, bis dann letztlich der Nuklearkrieg ausbricht. Der Spieler übernimmt dabei eine von sechs Fraktionen (Nordamerika, Südamerika, Europa, Russland, Asien oder Afrika) und muss – je nach Spielmodus – versuchen, dass so viele Einwohner wie möglich in den eigenen Städten überleben und in denen der Gegner so viele wie möglich sterben. Das wird bei der Standardabrechnung gegengerechnet und ergibt die Punktzahl. Im Modus Genozid geht es hingegen nur darum, möglichst viele Tote zu verursachen, im Modus Survivor wiederum nur darum, so viele Überlebende wie möglich aufzuweisen. Die Thematik ist schon ein bisschen fragwürdig, jedoch ist der Abstraktionslevel so hoch, dass man die Sache auch wieder nicht zu ernst nehmen sollte, wie auch schon der Untertitel „Everybody dies“ nahelegt. Man sieht das Geschehen nur auf einer großen Weltkarte und bei einem Treffer steht halt auf der Karte „New York wurde getroffen, 4 Millionen Tote“. Zugleich hat man es vermieden, in alte Feindbilder zurück zu verfallen und hat nicht die Sowjetunion wieder auferstehen lassen. Russland kämpft im Spiel für sich allein, andere Staaten der alten UdSSR gehören zu Europa oder Asien. Die akustische Untermalung ist im Übrigen auch nicht dazu angetan, den Spieler zum Massenmord anzufeuern. Melancholische Klänge durchsetzt mit z.B. dem Schluchzen einer Frau werden dem Thema gerecht. Dennoch: Statt dessen ein paar Alienplaneten aufeinanderzuhetzen hätte dem Spiel auch nicht geschadet. So simpel...Aber genug der Moralpredigt. Die Stärke dieses in Echtzeit ablaufenden Strategiespiels ist, dass man – dank des Tutorials - in 15 Minuten wirklich alle Möglichkeiten von DEFCON kennt. Auf den ersten Blick erscheint das Spiel denkbar simpel. Während DEFCON 5 und 4 setzt man seine Einheiten auf seinem Territorium. Das sind Silos (dienen als Luftabwehr und feuern die Atomraketen), Flughäfen (von hier aus können Abfangjäger und Bomber mit einer Atomrakete starten), Radars (dienen vor allem der frühzeitigen Erkennung von anfliegenden Raketen und Bombern) und Flotten. Flotten bestehen aus drei Schiffstypen: Trägern (haben Abfangjäger und Bomber an Bord) und können gegen U-Boote kämpfen, Zerstörer und U-Boote. Eine Flotte umfasst maximal sechs Schiffe, wie man sie zusammensetzt bleibt aber dem Spieler überlassen. Die Flotten platziert man zu Beginn in den eigenen Hoheitsgewässern. Wie viele Einheiten man hat, ist vorgegeben. Je nach Spielmodus kann man aber auch einstellen, dass jeder Spieler sich seine Einheiten von einem festgelegten Budget am Anfang kauft.Ab DEFCON 3 darf man erste Angriffe starten, allerdings kommen erstmal nur konventionelle Waffen zum Einsatz, sprich die Flotten bekriegen sich, Abfangjäger spionieren den Gegner aus usw. Erst ab DEFCON 1 darf man Atomraketen einsetzen. |
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