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Test: Lucas der Ameisenschreck
Im Ameisenhaufen lernt Lucas das Leben der Krabbeltiere kennen - hier erfahrt ihr, was seine Abenteuer im Spiel zu bieten haben.| Na, habt ihr auch schon mal Ameisen gequält und mit Stöckchen in ihren Nestern herumgestochert? Böse Kinder … Falls nicht: Brav. Dann droht euch auch keine magische Schrumpfung auf Insektengröße – denn genau das ist dem Lausebengel Lucas Nickel passiert. Als Strafe für seine Schandtaten wurde er von einem Tribunal dazu verurteilt, das harte Leben der Ameisen am eigenen Leib kennen zu lernen. Nun muss der Junge, unter seinen Opfern einst nur als „der Zerstörer“ bekannt, erfahren, was Teamwork und Einsatz für die Erhaltung des fleißigen Volkes bedeuten. Und ganz nebenbei findet er heraus, zu welchen Leistungen die unterschätzten Krabbeltiere fähig sind, sei es nun beim Tragen von einem Vielfachen des eigenen Körpergewichts oder beim Erklimmen senkrechter Wände. Im Spiel zum neuen Animationsfilm begleitet man Lucas auf seinem gefährlichen Weg vom gedankenlosen Trotzkopf zum mutigen Retter der Ameisenkolonie, verpackt in ein kindgerechtes Action-Adventure aus annähernd zwanzig Missionen. Die Gefahren der WieseEin wichtiger Punkt gleich vorweg: Gesprungen wird in diesem Spiel nicht Jump&Run-mäßig auf Knopfdruck, sondern lediglich automatisch an Kanten, ähnlich wie man es aus Zelda-Spielen oder auch Harry Potters Konsolenabenteuern kennt. Hier gibt es also keine Timingprobleme zu beachten – dafür schon eher im Kampf mit lästigem Getier wie gigantischen Ohrwürmern (die dank fiesen Schwanz-Zangen ein wenig an Skorpione erinnern), Stechmücken und klebrige Klumpen durch die Gegend spuckenden Spinnen. Hier greift Lucas anfangs noch lediglich zu einem einfachen Holzstock, um die Monster zu vertrimmen, doch im Laufe der Zeit kommen auch noch eine Art Armbrust, der so genannte Seidenspritzer (lähmt die Feinde vorübergehend) und praktische Samenbomben zum Zerbröseln von Hindernissen ins Spiel. Eine aktivierbare Zielerfassung soll das Anvisieren der Biester eigentlich zum Kinderspiel machen, doch das Hilfsmittel funktioniert nicht immer perfekt und lässt so schon mal den einen oder anderen Schuss ins Leere gehen.Überhaupt wäre im Bereich der Steuerung etwas mehr Genauigkeit wünschenswert – wegen Schwächen bei der Kollisionsabfrage dauert es unter anderem manchmal zu lange, bis der Held auf den Befehl zum Aufheben eines Steins reagiert. Immerhin entwickelt sich Lucas aber nach und nach ein bisschen weiter und kann bald größere Felsen aus dem Weg räumen oder längere Zeit an entsprechend markierten Wänden herumkraxeln. Hirnlose HelferEine Ameise allein kommt im Leben nicht weit und so muss sich auch Lucas manchmal auf seine neuen Kumpels verlassen. An bestimmten Stellen kann er per Telepathie Unterstützung herbeirufen und die Sechsbeiner türmen sich beispielsweise zu einer hohen Räuberleiter auf. Dieser schwankende Turm lässt sich außerdem verwenden, um im Weg stehende Dominosteine zu rammen, oder die Hauptfigur an weit entfernte Orte zu schleudern. Und andernorts bilden die Ameisen eine lebende Brücke, die es vorsichtig balancierend zu überqueren gilt. Eigentlich nette Ideen, die aber ziemlich überstrapaziert werden. Denn diesen Aktionen mangelt es, genau wie dem Rest des Spiels, stark an Abwechslung. Noch dazu sind die Krabbler nicht die Hellsten und drehen sich teilweise erst mal total konfus im Kreis oder bleiben halb in Hindernissen stecken, bevor der Stapel endlich steht.Auf Dauer eher ödeIn den Missionen muss Lucas zum Beispiel eine Herde träger Raupen vor bissigem Ungeziefer beschützen, innerhalb des Zeitlimits eine festgelegte Zahl Käfer verhauen, gemeinsam mit einem kleinen Ameisenteam ein Wettrennen absolvieren oder einem gefräßigen Frosch mit Bomben das Maul stopfen. Doch meistens geht es vor allem um das Sammeln verschiedener Objekte oder diverse Rettungsaktionen. Und da sind die Abläufe leider im Prinzip immer die gleichen – es ist ja schließlich ziemlich wurscht, ob man jetzt neue Waffenteile, verirrte Ameisenkids oder leckere Zuckersteine sammelt. Was nicht ganz so tragisch wäre, wenn wenigstens das Leveldesign überzeugen könnte, aber auch dort werden zu viele Elemente ständig recycelt.Nicht filmreifDer Mikrokosmos neben unseren Füßen (oder im schlimmsten Fall auch mal darunter) ist ja bei genauerer Betrachtung recht faszinierend und man könnte viel daraus machen. Doch den Entwicklern ist es trotz dieses Potenzials nicht ganz gelungen, wirklich interessante Schauplätze zu erschaffen. Zu selten entdeckt man in den bunten Umgebungen neue Details wie überdimensionale Spielsachen, und auch das ansatzweise sympathische Charakterdesign bleibt hinter den Möglichkeiten der aktuellen Spielegeneration zurück. Noch dazu fehlen selbst die sonst für Filmumsetzungen typischen Extras (Konzeptzeichnungen, Videos etc.), worunter die Motivation weiter leidet. Auch Filmausschnitte sind nicht mit an Bord, stattdessen wird die Geschichte eher unspektakulär in Spielgrafik erzählt, wenigstens aber mit ordentlicher deutscher Sprachausgabe. |
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