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Test: Neverwinter Nights 2

Alles redet von Gothic 3, aber wie schlägt sich das andere große RPG-Sequel dieses Herbstes?
 Neverwinter Nights 2
Tja, schade. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Test über Neverwiinter Nights 2 stehen, dem ersten „ernsthaften“ Rollenspiel seit langer Zeit. Ganz in der Tradition von Baldurs GateWeitere Infos, Icewind DaleWeitere Infos oder eben dem Erstling Neverwinter NightsWeitere Infos mit seinen diversen Erweiterungen. Also ein richtig schönes gehaltvolles, tiefschürfendes Spiel nach den Regeln des Dungeons and Dragons Rollenspielsystems in der Version 3.5, so wie es auch beim guten, alten Paper&Pen Rollenspiel zum Einsatz kommt. Aber wie gesagt, es tut mir sehr leid, aber ich bin kann mich einfach nicht entscheiden welche Farbe mein Haarzubehör haben soll! Und da sitz ich nun ich armer Tor, bzw. weiblicher Felsengnom, die Ukulele in der Hand, den Kopf voller Lieder - tralali - und schaue mit meinen grasgrünen Augen unter dem rotgesträhnten Blondhaar dumm aus der Wäsche.

Es lebe die Vielfalt

Okay - zurück auf Los. In schneller Folge erscheinen ein dunkelhäutiger und grimmig dreinblickender Grauzwerg mit Fusselbart, ein schurkiger, weiblicher Tiefling mit entzückenden Hörnchen und eine kampfgewohnte Halbelfin aus dem Charakterbaukasten, die dann auch endlich den Zuschlag bekommt - es muss ja irgendwie weitergehen. Aber man kann sich in der Tat bei der Erschaffung des Alter Egos eine Menge Zeit nehmen. 16 Rassen, 12 Basisklassen (später werden bei entsprechender Skillung weitere Prestigeklassen freigeschaltet), diverse optische Auswahlmöglichkeiten, die Punkteverteilung auf die Attribute, die Wahl der Gesinnung (rechtschaffend gut bis chaotisch böse) und des biographischen Hintergrundes, letztlich die Namenswahl und die Auswahl der besonderen Fertigkeiten, da ist man schon mal `ne Nacht beschäftigt. Als Sahnehäubchen dürfen wir uns noch in die Obhut einer der 53(!) Schutzgottheiten begeben. Was für ein Glück, dass es bei den meisten Schritten der Charakterkreation eine sinnvolle Empfehlung des Programms gibt, so dass auch Ungeduldige rasch ins Spiel gelangen.

Provinzhuhn auf großer Fahrt

Und das verschlägt unsere Halbelfin an die Gestade der Schwertküste in das abgelegene Hafenstädtchen Westhafen, ein paar Jahre nach dem Krieg der Stadt Niewinter gegen die Luskaner. Noch ist das Land gezeichnet von den Auseinandersetzungen aber in der wiederaufgebauten Hafenstadt wird, Jubel, Trubel, Heiterkeit, gerade das Erntefest gefeiert. Dieses alljährliche Ereignis ist für die Dorfjugend wie immer eine prima Gelegenheit sich in verschiedenen Disziplinen miteinander zu messen. Der mehr oder weniger edle Wettstreit dient nicht nur als Tutorial sondern auch dem Erwerb der ersten Erfahrungspunkte.
Die junge Halbelfin Olia, die bei ihrem recht unnahbaren Ziehvater Daeghun Farlong aufgewachsen ist, zeigt den Konkurrenten um den formschönen Erntepokal recht handfest was eine Harke ist, gewinnt zudem noch einen schmucken Reiseumhang und lässt sich von der Dorfgemeinde tüchtig feiern. Ja, ja, die Landbevölkerung ist mit so einfachen Mitteln zu begeistern - ein paar Bauerntrampeln auf die Fresse hauen und schon ist man der große Zampano. Doch ach, das Glück währt nicht ewig, bereits in der folgenden Nacht wird Westhafen angegriffen, eine Horde Grauzwerge stürzt in Olias Haus und wird von den drei Gefährten in Grund und Boden gestampft. In den Straßen herrscht Panik und Chaos, mit Mühe kann der Angriff zurückgeschlagen werden, zurück bleiben Tote und Verletzte. Doch irgendwas haben die Eindringlinge gesucht und unter dem Eindruck dieser gewalttätigen Nacht packt Daeghun aus.
Da ist die Rede von einem geheimnisvollen Splitter, den er in den Kriegswirren gefunden und im Dungeon nebenan versteckt hat - vielleicht der Auslöser für den nächtlichen Überfall. Ehrensache, dass wir den magischen Splitter aus seinem staubigen Versteck befreien und uns auf Geheiß unseres treusorgenden Ersatzpapas ins ferne Niewinter aufmachen, um dort unseren Onkel zu besuchen, der ebenfalls Besitzer eines Splitters ist. So beginnt das Abenteuer unserer Heldin, eine Reise, die sie durch sumpfige Sümpfe, wilde Wälder, über Stock und Stein nach zahlreichen Erlebnissen ins lebhafte Neverwinter (Niewinter....bäh) führt und da gehen selbstverständlich die Aufregungen erst richtig los.

Drum prüfe wer sich ewig bindet

Da entspinnt sich klassisches und gehaltvolles Rollenspielgarn, eine epische Geschichte, die jetzt nicht wirklich durch Überraschungen und Originalität glänzt, aber dank des dichten Erzählstils und der plastischen Charaktere den geneigten Spieler in ihren Bann zieht. Bis zu drei Mitstreiter können dem Hauptheld zur Seite stehen, insgesamt stehen ein Dutzend unterschiedliche Helden zur Verfügung. Die findet man freilich erst im Spielverlauf und nun beginnt die Qual der Wahl. Spielspaßentscheidend ist nämlich nicht nur die passende Berufsklasse des potentiellen Mitreisenden sondern auch die Frage: Mag ich diesen geschwätzigen Barden oder den grobklotzigen Zwergenkrieger überhaupt, hat er eine interessante Geschichte zu erzählen, ist er so vertrauenswürdig, dass ich und meine Gefährten ihn während der künftigen Kämpfe an meiner Seite wissen will? Glücklicherweise verschwinden entlassene Partymitglieder nicht auf Nimmerwiedersehen, sondern halten sich in einer gemütlichen Taverne zur weiteren Verfügung bereit. In vielen Zwischensequenzen melden sich die Gefährten immer wieder zu Wort, kommentieren das Geschehen und unsere Vorgehensweise oder leisten sich manch unterhaltsamen und humorigen Schlagabtausch untereinander. Jeder Begleiter hat eine individuelle Persönlichkeit, ein Anliegen, etwas das ihn antreibt oder verfolgt und dementsprechend auch ureigene Quests, die wir mit ihm bestreiten können. Sowas verbindet natürlich und gibt dem Geschehen Leben und Tiefe.
Es sind die zahlreichen Dialoge mit diversen NPC`s die im Multiple Choice Modus sowohl in schriftlicher als auch in gesprochener Form dem Spiel ein Glanzlicht aufsetzen. Manche Dialoge oder Monologe sieht man in filmartigen Zwischensequenzen in der Grafik des Spiels. Keine cineastischen Höchstleistungen aber gute und oft genug amüsante Unterhaltung allemal. Wie im richtigen Leben gilt auch in NN 2 die Parole: Wie man in den Wald hinein ruft so schallt es heraus. Auf Beleidigungen, diplomatisches oder drohendes Vorgehen wird adäquat reagiert und so mancher Kampf lässt sich mit ein paar freundlichen Worten vermeiden - wenn man zu den Weicheiern gehört ;-).
Screen 1
Hmm- lecker Sumpfgase
Screen 2
Kneipe nach der Nichtraucherverordnung
Screen 3
Die Zeugen Jehovas werden auch immer rabiater
Screen 4
Putz mir die Schuhe du Gnom!
Screen 5
Üble Gegend

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Neverwinter Nights 2

Packshot
Rollenspiel
von Atari
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCNovember 2006

Alle Infos zum Spiel   Preisübersicht

will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

Bewertungen zum Spiel

GameCaptain
85 %
Test lesen
Magazine
84 %
Übersicht
Unsere Leser
90 %
Übersicht
Deine
70 %

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