Mit Baphomets Fluch 4 - Der Engel des Todes schickt Entwickler Revolution den smarten George Stobbart bereits in sein viertes Abenteuer. Als im Jahre 1996 der erste Teil erschien, galt das Adventure lange Zeit als einzig wahre Konkurrenz für die Tophits aus dem Hause LucasArts. Die Reihe war ursprünglich nur als Trilogie geplant, doch die große Beliebtheit des unfreiwilligen Helden führte zu einer weiteren Fortsetzung, die leider den Tiefpunkt der Serie darstellt, aber lest selbst.
New York, New York
George Stobbart ist sesshaft geworden und verbringt den Großteil seiner Zeit nicht mehr mit diversen Reisen rund um die Welt, sondern verdient sein Geld in einem heruntergekommenen Kautionsbüro mitten in New York. Doch sein trister Arbeitsalltag ist nur von kurzer Dauer und wird unterbrochen, als die schöne Anna Maria sein Büro betritt und ihm um Hilfe bittet. Die Mafia ist hinter ihr und einem Manuskript her und beides gilt es für 20.000 Dollar heil aus dieser verzwickten Situation zu bringen. Da George knapp bei Kasse ist und einer solch hübschen Weiblichkeit natürlich keinen Gefallen abschlagen kann, geht es nach einer spektakulären Flucht direkt in ihr Apartment, wo eigentlich das Manuskript auf seine Entschlüsselung warten sollte. Doch das wurde unerwartet entwendet und da es Hinweise auf einen sagenhaften Schatz enthält, sollten die Aufzeichnungen schnellstens wieder den Besitzer wechseln. Kurze Zeit später verschwindet Anna Maria spurlos und Mr. Stobbart ist fast ganz auf sich allein gestellt, wenn da seine alte Freundin Nico nicht wäre, die er unerwartet in Istanbul trifft. Mit beiden Akteuren beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod, das nicht nur an die Abenteuer von Indiana Jones erinnert, sondern auch auf den Pfaden eines Dan Brown wandelt.
Auch Profis machen Fehler
Die Jungs von Revolution haben es wieder geschafft, eine spannende Geschichte zu stricken, nur leider wurde bei der Umsetzung geschlampt. Besonders das Ende ist ein einziges Trauerspiel und wird viel zu schnell über die Bühne gezogen, obwohl die Story weitaus mehr hergegeben hätte. Überraschende Wendungen sind ebenfalls mit von der Partie, werden aber durch schlechte Gesichtsanimationen und Schnitttechnik ins Lächerliche gezogen. Was die Geschichte letztendlich vor dem Totalabsturz rettet, ist der augenzwinkernde Humor, der in den häufigen Unterhaltung zu Tage tritt. Die Gespräche mögen zwar teils etwas ausufernd sein, doch diesen Makel überhört man gern, wenn man mit gut getimetem Wortwitz verwöhnt wird. Unschön hingegen ist, dass man die Dialoge nicht abbrechen kann, egal wie oft man sie schon gehört hat. Obwohl die Entwickler in diesem Genre langjährige Erfahrung haben, unterläuft ihnen solch ein Anfängerfehler, was bei mir nur noch Kopfschütteln und Unverständnis auslöst.