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Test: Agatha Christie: Mord im Orientexpress
Wie schlägt sich die Spielumsetzung des berühmten Agatha-Christie-Romans?
Während ihrer Karriere als Schriftstellerin hat Agatha Christie über 70 Kriminalromane geschrieben, die sich nach vorsichtigen Schätzungen bis heute über 2 Milliarden mal verkauften. Ihre berühmteste Figur wurde neben der altjüngferlichen Miss Marple der belgische Detektiv Hercule Poirot. In zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen, unter anderem in Mord im Orientexpress aus dem Jahr 1974, wurden die Kriminalfälle des kleinen Belgiers verfilmt. Eben diese Adaption, die immer noch als die originalgetreueste und berühmteste Darstellung gilt, nahmen sich The Adventure Company als Vorlage für ihr gleichnamiges PC-Spiel.Mademoiselle Marceau, übernehmen Sie!Fast eins zu eins hielten sich die Entwickler dabei an den Roman von Agatha Christie. Ein feiner, aber wichtiger Unterschied ist jedoch, dass die eigentliche Hauptfigur Hercule Poirot lediglich eine Art indirekte Hilfefunktion darstellt und nicht vom Spieler gesteuert wird. Statt dessen lenkt man die Geschicke eines neu eingeführten Charakters (ähnlich wie schon in Und dann gabs keines mehr ), der 26jährigen Französin Antoinette Marceau. Sie ist Angestellte bei der Eisenbahngesellschaft, zu der auch der Orientexpress gehört. Während der Reise muss zunächst der Zug wegen einer Schneelawine in Jugoslawien stoppen. Doch damit nicht genug, im Zug geschieht ein brutaler Mord, und da Hercule Poirot sich während der Vollbremsung am Fuß verletzt hat und nun das Bett hüten muss, übernimmt Antoinette die Ermittlungen.Die Macht ist mit dirDoch Mademoiselle Marceau muss das Verbrechen nicht allein aufklären. Immer wieder hält der belgische Detektiv praktische Tipps zur Vorgehensweise oder zu bestimmten Gegenständen bereit. Wenn Antoinette beispielsweise ein völlig unsinnige Aktion ausführen will, ist die belehrende Stimme Poirots zu hören, auch wenn dieser nicht im selben Raum ist. Diese „Obi Wan Kenobi-Luke Skywalker-Verbindung“ ist jedoch gewollt und hilft einem im Spiel oft weiter. Ein nettes Detail ist zudem, dass der Spieler Punkte erhält, wenn er die Hilfe des Meisterdetektivs beim Lösen kniffliger Rätsel nicht in Anspruch nimmt, sondern selbst die Lösung eines Problems findet. Am Ende des Spiels gibt Poirot dann eine Gesamtbewertung zu den detektivischen Leistungen Antoinettes ab. Doch bis dahin muss Mademoiselle Marceau ihre Lupe noch ein ums andere mal zücken.Komfortables Reisen mit dem OrientexpressGesteuert wird die Französin aus der 3rd-Person-Sicht und per Cursor, der sich je nach Situation verändert. Ein Tür-Symbol für das Öffnen einer Tür, Zahnrad-Symbol für das Benutzen eines Gegenstandes usw. Per Mausklick wird die entsprechende Aktion ausgeführt. Für Komfort sorgt hier, dass Antoinette per Doppelklick einen Raum schneller verlässt. Dies ist vor allem später im Spiel hilfreich, wenn die virtuellen Füße schon ganz wund sind, da man zum geschätzten 76. Mal die rund 30 Zugabteile durchsucht. Hier hilft auch die Schnellreisefunktion. Fährt man mit dem Cursor an den oberen Bildschirmrand, erscheint ein Plan des Orientexpress, der ein sofortiges „Beamen“ in einen der Waggons ermöglicht. |
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