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Test: War Front
Nazi-Superwaffen und eine hollywoodreife Geschichte.
Nachdem Digital Reality mit D-Day und Nachfolgern schon öfters den Zweiten Weltkrieg in einem Echtzeitstrategiespiel thematisierte, hatten sie diesmal offenbar keine Lust sich sklavisch an historische Fakten zu halten, denn in War Front sind die Deutschen mal eben in England eingefallen und überrollen die Amerikaner und Engländer mit aberwitzigen Superwaffen. Roland und der WiderstandDie beiden Kampagnen mit insgesamt über 20 Missionen, beginnen mit der Schlacht um London auf deutscher bzw. alliierter Seite. Auf beiden Seiten übernimmt man die Rolle eines Helden. Roland Hellman ist dabei euer deutsches Alter Ego, der genau wie sein amerikanisches Pendant John Lynch, als wahrer Actionheld bezeichnet werden kann. Hellmann schießt sich mit seinem auf den Rücken montierten Raketenwerfer durch die feindlichen Linien und erfüllt nebenher spezielle Aufträge für seinen Vorgesetzten und Mentor General Hardt. Dabei wirkt er auch fast so intelligenzlos wie seine Vorbilder aus verschiedenen Hollywood-Actionstreifen. Schon früh im Spiel gesteht ihm Hardt, dass er für den Widerstand arbeitet. Fortan unterstützt ihn Hellman, um Hitler zu stürzen und später darf man sogar mit den Amerikanern zusammen auf die Nazis losgehen. Nachdem Hitler getötet wird und die Überreste des Nazireichs zerstört wurden, herrscht wieder Frieden, jedenfalls kurz, denn die Russen führen etwas im Schilde.Insgesamt wirkt die Story von War Front zwar etwas befremdlich, versprüht aber einen gewissen Charme und kann auch durch die hervorragende Synchronisation und die gerenderten Zwischensequenzen überzeugen. Die Geschichte wirkt filmreif, was wohl auf die Hollywood-Autoren zurück zu führen ist. Von Helden, Mechs und KampfzeppelinenDie Helden spielen in War Front eine entscheidende Rolle, denn mit ihren Spezialfähigkeiten können sie schon mal einen groß angelegten Angriff des Feindes zu Staub zerbröseln lassen. Zudem können sie mit zusätzlichen aktiven und passiven Fähigkeiten ausgestattet werden, wozu Handgranaten, Sprengsätze oder die Steigerung der Moral in der Nähe befindlicher Einheiten gehören. Voraussetzung dafür ist aber genügend Erfahrung. Um seine kleinen Actionhelden muss man sich aber nicht all zu viele Sorgen machen. Nach dem Tod des Alter Egos kann in der Kaserne eine neue Ein-Mann-Armee für viel Geld rekrutiert werden, wobei hier jeweils drei Helden pro Fraktion zur Verfügung stehen. Zählt man die Russen, die man nur im Gefecht spielen kann, hinzu, hat man also neun unterschiedliche Spezialisten, die alle ihre besonderen Fähigkeiten haben.Wie die Helden können auch die anderen Einheiten in War Front Erfahrung sammeln und somit ihre Kampfkraft stärken. Ca. 70 deutsche, amerikanische und russische Fahr- und Flugzeuge wurden integriert. Neben bekannten Panzern und Flugzeugen, wie Tiger, T34, Sherman, Messerschmidt Bf-109 und B-17, wurden viele besondere Einheiten integriert, die den Konstrukteuren dieser Zeit eher in den Köpfen rumspukten, als das sie Wirklichkeit waren. So kann man auf mechartige Kampfkolosse, Riesenpanzer mit bis zu fünf Geschützen, Schallpanzer, Soldaten mit Jetpacks und Flammenwerfer und Kriegszeppeline zurückgreifen. Natürlich darf dann auch die Atombombe nicht fehlen. Bei der Fülle der Einheiten hat man das Stein-Schere-Papier-Prinzip allerdings sehr gut umgesetzt. Der Panzer tut sich schwer mit der Infanterie und ist aus der Luft angreifbar, macht dafür aber hohen Schaden bei Gebäuden und Fahrzeugen. Der Kriegszeppelin ist zwar langsam und wird von der Flugabwehr in kürzester Zeit runtergeholt, kann aber alleine eine ganze Panzerarmee ausrotten. C&C lässt grüßenSchon allein die Story und der Einsatz von realen und fiktiven Einheiten lassen Parallelen zu Alarmstufe Rot erkennbar werden. War Front kommt beinahe wie ein Prequel des Klassikers daher. Auch beim Basenmanagement sind die Anleihen erkennbar. Im Hauptgebäude wird das Baufahrzeug produziert und die Basis zur nächsten Technologiestufe aufgewertet. Über ein Nachschublager versorgt man sich mit den nötigen Ressourcen aus verschiedenen Quellen wie Minen oder im städtischen Gebiet von Schrottplätzen. Zusätzlich kann man mit Ölpumpen und Banken für ein Zusatzeinkommen sorgen. Daneben braucht man aber noch Energie, die man aus Kraftwerken bezieht. Für die nötige Übersicht sorgt dann noch die Radarstation, durch die man erst die Minimap verwenden kann. Die Einheiten werden dann in der Kaserne bzw. in verschiedenen Waffenfabriken und auf dem Flugfeld produziert und aufgewertet. Für weitere Entwicklungen errichtet man noch ein Forschungslabor. Da so eine Basis aber nicht völlig ungeschützt in der Gegend rum stehen kann, darf man noch verschiedene Verteidigungseinrichtungen platzieren. Für Infanterie, Fahr- und Flugzeuge steht jeweils ein Abwehrsystem zur Verfügung. |
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