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Test: Vanguard - Saga of Heroes
Reichen eine riesige Spielwelt, Unmengen an Quests und Unreal-Engine für ein gutes MMORPG? Oder muss man hier diplomatisch sein?
Um es gleich zu sagen: Wer Vanguard – Saga of Heroes spielt, braucht vor allem Zeit und Geduld. Das fängt schon bei der Installation an: Die satten 20 Gigabyte an Daten wollen eben alle auf die Festplatte geschaufelt werden. Doch lohnt sich der Aufwand für Vanguard überhaupt? GrooooooooßNach den obligatorischen Updates, die sogleich nach dem Starten des Clients heruntergeladen werden, findet man sich prompt bei der Charaktererstellung wieder, die einen eingeschworenen Rollenspieler wohl vor Freude Luftsprünge machen lassen wird. Aus 19 verschiedenen Rassen und 15 unterschiedlichen Klassen darf man sich nämlich seinen ganz persönlichen Helden zusammenstellen.Nach der Auswahl des Berufes - man könnte auch sagen nach der Auswahl der inneren Werte - kommen die kosmetischen Einzelheiten des Helden an die Reihe: Das Aussehen des Avatars kann durch diverse bzw. verdammt viele Schieberegler verändert, angepasst und individualisiert werden. Körpergröße, Armlänge, Brauenposition, Nasenrückenbreite, sowie vieles mehr bieten dem Spieler viel Raum zum Austoben. Nur bei der Augenfarbe und dem Haarstil muss man auf eine Handvoll vorgefertigter Stile zurückgreifen. Wer mag, kann einen ganzen Nachmittag mit der Gestaltung seines Charakters verbringen. Oblivion - oder Die Sims 2 -Spieler wissen, was ich meine.Einen Nachmittag später hat man sich also seinen Helden zusammengeklickt und steht nun im jeweiligen Startgebiet, irgendwo in Telon, auf einem der drei Kontinente (Thestra, Kojan oder Qalia). Was einem sofort auffällt, wenn man zum ersten Mal die Spielwelt von Vanguard betritt: Die überwältigende Größe der Spielwelt. Eine bestimmte Fläche wurde von Entwicklern zwar nicht genannt, aber ein Blick auf die InGame-Karte genügt, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie groß Telon wirklich ist. Außerdem gibt es unglaublich viel zu tun, so dass man sich sehr lange mit dem Spiel beschäftigen kann, wenn man erstmal den Weg hinein gefunden hat. Leider hängen mit der Größe der Spiel auch die anderen beiden Dinge zusammen, die recht schnell ins Auge fallen: Denn jetzt (Testzeitpunkt), kurz nach dem Release, sind die Server regelrecht unterbevölkert, weswegen man sich ganz schnell vereinsamt fühlt. Das könnte aber auch daran liegen, dass die Welt noch stellenweise sehr leer und unfertig wirkt. Manchmal wandert man minutenlang einsam durch öde Prärie, während einem hier und dort mal ein Baum oder ein Felsen begegnen. Dass man dann auch noch kaum jemanden Menschliches trifft, tut der Atmosphäre nicht gut. Mein Mob!Hat man sich erstmal an die Einsamkeit gewöhnt, fängt man für gewöhnlich mit dem Verprügeln der Monster an. Dabei orientiert sich Vanguard an gängigen Standards des Genres, so dass sich Leute, die irgendwann mal ein MMORPG gespielt haben, sofort auskennen werden. Für Anfänger wäre das Spiel aufgrund des recht hohen Schwierigkeitsgrades ohnehin nichts, da schon ab Level zehn massiv angezogen wird, so dass man sich nur noch mit einer Gruppe an größere Monster wagen sollte. Besonders ärgerlich ist es, wenn man inmitten eines Dungeons von einer Gegnergruppe ausgeschaltet wird. Denn dann wird man – nur spärlich ausgerüstet - an den nächsten Inkarnations-Altar teleportiert, von dem aus man dann brav zu seinem Grabstein wandern kann; natürlich durch die schon vorher erlegten, nun aber wieder munteren Monstermassen. Es ist zwar möglich, dass man sich seinen Besitz zum Altar teleportieren lässt, diese Aktion ist aber wieder mit einem großen Erfahrungspunkteverlust verbunden.Die Kämpfe selber sind zwar nicht unbedingt hektisch, aber dennoch macht es Spaß dem Hauen, Stechen und Zaubern zuzusehen. Es ist immer wieder schön anzusehen, wie ein fellbepacktes Monster in Flammen aufgeht! Gruppenspiel wird in Vanguard groß geschrieben. Ohne eine gut ausgerüstete und bestenfalls auch eingespielte Gruppe, kann man auf höheren Levels gleich das Handtuch werfen, da die meisten Quests darauf hinauslaufen, dass man irgendeinen Boss-Gegner inmitten von einer Gruppe von Wächtern töten muss. Das stellt sich übrigens als noch viel schwieriger heraus, wenn man feststellen muss, dass eben dieser Boss-Gegner gerade von einer anderen Gruppe niedergemetzelt wurde. Denn in Vanguard gibt es keine instanzierten Gebiete, weswegen es passieren kann, dass man mehrere Stunden mit anderen Gruppen in einer Höhle verbringt, um endlich bei einem Boss-Gegner an die Reihe zu kommen. Das geht besser, liebe Entwickler. „Jo, wir schaffen das.“Wer nicht kämpfen mag, der kann sich auf eine der beiden anderen Betätigungsmöglichkeiten in Telon konzentrieren: Handwerk oder Diplomatie. |
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