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Test: Virtua Tennis 3
Virtua Tennis 3 will Top Spin 2 den Genrethron entreißen. Wie die Chancen dafür stehen, verrät euch der Test.
Kleinen Filzbällen hinterher hecheln – das macht nicht nur jungen Hunden Freude. So erreicht der weiße Sport ein weiteres Mal auch die Spielewelt und SEGAs Virtua Tennis 3 muss zeigen, was es dem großen Konkurrenten Top Spin 2 entgegenzusetzen hat.Die übliche Bastelstunde vor dem StartDas Herzstück von Virtua Tennis 3 ist wie bei so vielen Sportspielen eine Art Karrieremodus, hier World Tour genannt, für den sich der geneigte Spieler ein individuelles Alter Ego erschaffen darf. Einstellungsmöglichkeiten für Geschlecht, Äußerlichkeiten, Schlagstile sowie Outfits sind dabei ausreichend gegeben, wenngleich nicht so umfangreich wie bei Top Spin 2.Von Platz 300 der Weltrangliste soll sich der selbst erstellte Nachwuchsstar dann langsam aber unbeirrbar an die Spitze vorarbeiten. Bis dahin gilt es zahlreiche Turniere, Übungslektionen, Freundschaftsspiele und kurzweilige Trainingseinheiten zu überstehen. Pro Spielwoche auf dem eingebauten Kalender kann eines dieser Events absolviert werden, wenn man nicht gerade zwecks Auffrischung der persönlichen Ausdauer ein Päuschen im trauten Heim einlegt. Obsternte für schnelle LäuferDas Hauptmenü für die Auswahl der Veranstaltungen wurde als Weltkugel gestaltet, auf der jederzeit genug Aktivitäten verstreut sind. So befinden sich auf dem Globus unter anderem die dezent abgefahrenen, nicht unbedingt realistischen Trainingseinheiten in Minigame-Form, durch die sich Werte für Beinarbeit, Schlag, Volley und Aufschlag (jeweils mit mehreren Unterkategorien wie Vor- und Rückhand) pushen lassen.Dafür sammelt man zum Beispiel von einer Rampe kullerndes Obst, ohne von überdimensionalen Bällen geplättet zu werden, wehrt durch gezielte Schläge Ballmaschinen ab, die in Space Invaders-Manier aufs Netz vorrücken, oder stößt per Aufschlag möglichst viele Kegel um. Die Minigames geben Virtua Tennis 3 eine besondere Note und unterstreichen als nicht ganz ernst gemeinte Auflockerungen den Arcade-Charakter des Spiels. Trockener geht es in der Tennis-Akademie zu, wo konkrete, manchmal nicht genau genug beschriebene, Ziele wie das Vorführen bestimmter Schlagarten innerhalb des Zeitlimits gefordert sind. Alles, was Rang und Namen hatUm etwas für den eigenen Weltranglistenplatz zu tun, kommt der Schützling aber natürlich nicht um die eigentlichen Turniere in aller Welt herum. Insgesamt 20 reale Profis wurden als Widersacher ins Spiel integriert. Die holde Weiblichkeit ist dabei ein wenig unterrepräsentiert – während die Herren der Schöpfung mit 13 Prominenten vertreten sind, haben sich nur 7 Damen eingefunden. Mit dabei sind unter anderem die üblichen Verdächtigen Andy Roddick, Roger Federer und Rafael Nadal sowie Maria Sharapova, Lindsay Davenport oder Venus Williams.Teilweise sind außerdem Doppel (manchmal auch gemischte) angesagt, für die man sich einfach einen beliebigen Partner aus der illustren Truppe wählt. Andere Figuren als die zwanzig Pappenheimer sind nicht vorhanden, sodass man zwangsläufig recht schnell immer wieder auf die gleichen Gegner trifft - selbstverständlich immerhin auf wechselnden Belägen, an diversen Orten, mit unterschiedlichen Turnierbedingungen usw. Der Schwierigkeitsgrad der World Tour gestaltet sich anfangs wirklich sehr simpel, um ungefähr ab der Mitte der Weltrangliste aber schon deutlich anzuziehen. Hier tut dann gute Vorbereitung Not. Alles im GriffVon Steuerung und Gameplay her zeigt sich Virtua Tennis 3 mal wieder actionreicher als die Konkurrenz. Für den Anfang reicht, ganz einsteigerfreundlich, praktisch schon der Grundschlag, während hohe oder angeschnittene Bälle mit entsprechender Übungszeit mehr Raffinesse ins Spiel bringen. Der Rest ergibt sich eigentlich automatisch aus der Position, die man gegenüber dem Ball einnimmt. Vor allem Hechtsprünge retten auffällig oft selbst verloren geglaubte Punkte, wobei die Filzkugel dann nur sehr behäbig übers Netz schleicht. Wohl dem, der sich stattdessen schon rechtzeitig am richtigen Punkt platziert hat, um den Schlag durch längeres Drücken des Knopfes ordentlich aufzuladen und den Ball so mit Schmackes dem Kontrahenten entgegen zu pfeffern. Vor allem bei den Männern entstehen so ständig verdammt schnelle Ballwechsel, deren rasantes Tempo echte Sportler ganz schön ins Schwitzen bringen würde. |
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