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Test: Command & Conquer 3
Warum der Kauf des dritten Teils eine Glaubensfrage ist...
Es war einmal ein ambitioniertes Entwicklerteam, das seinerzeit mit einem interessanten Konzept Spieler und Fachwelt verblüffte. Statt Runde für Runde Panzerbataillon für Panzerbataillon über Hexfeldkarten zu ziehen, mischten die Jungs von Westwood eine Portion Action unter ihr Strategie-Erstlingswerk und dem als Urvater der Echtzeitstrategie (RTS) geltenden Dune 2 . Als sie dann 1995 Command & Conquer in die Regale brachten, begann die Ära der RTS-Titel ihren Triumphzug. Einige Nachfolger, Ableger, zig Nachahmer, eine Studioübernahme durch EA und über ein Jahrzehnt später ist es an Command & Conquer 3 – Tiberium Wars (C&C 3) die Tradition fortzusetzen.Wenn zwei sich streiten freut sich der ScrinMitte diesen Jahrhunderts ist es nach den ersten beiden Tiberium-Kriegen ruhiger geworden auf der Welt. Zwar mucken einige unverbesserliche NOD-Anhänger in den miesen, weil teils tiberiumverseuchten Gelben Zonen gern hier und da auf. Doch in den von der GDI beherrschten sauberen Blauen Zonen ist die Welt fast wieder heile. Man spricht von Abrüstung und Umweltprojekten für die derzeit vollkommen unbewohnbaren Roten Zonen. Doch plötzlich und unerwartet taucht er wieder auf: Kane (wieder gespielt von Joe Kucan). Mit einem Pauken- oder besser Raketenschlag stürzt er die sich stabilisierende Weltordnung ins neuerliche Chaos. Die beiden ewigen Feinde GDI und NOD stehen sich wieder gegenüber.Je nach Kampagne kämpft der Spieler mehr als jeweils 15 Missionen sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite. Alles verläuft wie gehabt, bis plötzlich die Alienrasse Scrin die Bühne betritt. Plötzlich? Eigentlich sind die Scrin ja schon viel länger da, denn bereits im direkten Vorgänger C&C - Tiberian Sun stießen wir in einer Mission auf die Überreste eines ihrer Alienraumschiffe. Auf alle Fälle mischen die fiesen Aliens die Erde gewaltig auf was irgendwie an Film und Buch Krieg der Welten erinnert. Last but not least darf der Spieler so dann nach erfolgreichen Abschluss der beiden Hauptkampagnen auch noch einige wenige Missionen in einer Scrin-Kampagne absolvieren. Die einfach gestrickte Story um Sieg und Ehre endet – ohne zu viel zu verraten - mehr als Addon-verdächtig. In alter Tradition wird sie wieder durch schick trashige Videosequenzen vorangebracht. Eigentlich läuft da im Hintergrund ein kompletter Spielfilm ab, da die HD-Videos mit einer Gesamtlänge von über einer Stunde schon gewaltig ausfallen. Hinzu kommt, das mit Billy Dee Williams (Star Wars), Michael Ironside (Starship Troopers), Jennifer Morrison (House M.D.) und anderen, professionelle Schauspieler ihr bestes geben – was ihnen nicht immer ganz so überzeugend gelingen will. Tiberium War in Köln, Stuttgart und MünchenIm Verlauf der Kampagnen und dem Tutorial kommt der Spieler in der Welt herum. Neben den USA gibt es Missionen in Nordafrika, auf dem Balkan (Sarajevo – Kanes alter Tempel stand dort) in Italien (dem Beginn der Tiberiumausbreitung) oder gar in Deutschland (im zerbombten Stuttgart, Köln und München). Vor (fast) jeder Mission kann man einen der drei Schwierigkeitsgrade auswählen. Leider fällt auf, das die ersten Missionen ohne viel Federlesens erledigt sind. Später wechseln sich knackig knifflige Aufgaben mit Pillepalle-Mission ab. Auch das Missionsdesign ist durchwachsen. So gibt es etwa schnöde, lieblose Konvoi-Schutzmission in Deutschland oder einfallslos gestrickte Hau-alles-platt-Aufgaben. Doch es gibt auch anspruchsvolleres. In einer Mission etwa müssen wir zuerst mit einem kleinen Trupp den Landeplatz säubern. Doch Verstärkung kommt noch nicht, da wir erst einige Flugabwehrstellungen ausknipsen müssen. Danach gilt es eine zerbombte Brücke zu reparieren um anschließend überzusetzen. Nun gilt es der eigentlichen Aufgabe, der Zerstörung eines feindlichen Labors nachzugehen. Ein anderes mal sollen wir unter Zeitdruck eine Atomraketenrampe in Schutt und Asche legen. Auf direktem Wege ist dies mit dem kurzen Countdown nicht zu schaffen. Also starten wir Plan B und vernichten erst einmal die Kraftwerkphalanx am anderen Ende der Karte mit Flugeinheiten um die Anlage vorerst zum Schweigen zu bringen. Dann schlagen wir mit der derweil erstellten Hauptarmee zu. Immer wieder sind die Missionen mit zahlreichen Bonusaufgaben gespickt für die es bei der Endabrechnung der Mission Extralorbeeren gibt. Als Belohnung auf dem Schlachtfeld gibt es dafür meist gleich frische Verstärkung.Schaffe, schaffe – Basis baueNeben einigen Aufgaben mit nur einer handvoll Einheiten, beginnt das Gros der Missionen mit dem klassischen Basenbau. Traditionell setzen wir Kraftwerke für den Energiebedarf, Kaserne, Waffenfabrik oder Landeplattform in die Landschaft. Verschiedene Abwehrstellungen gegen Land- oder Luftangriffe gilt es geschickt zu platzieren. Der angekündigte Mauerbau hat es übrigens nicht ins fertige Spiel geschafft. Forschungsgebäude für Spezialfähigkeiten wie Blitzturm (Scrin) oder Minenabwurf (NOD), sowie Gebäude für die Einheiten-Upgrades wie Railgun oder Ionensturm gehören ebenfalls zum Bauprogramm. Letztere werden – sobald einmal erforscht – automatisch bei den Einheiten eingebaut. Mit den zum Teil recht mächtigen aber auch teuren Spezialfähigkeiten kann man zum Teil ganze Schlachten entscheiden. So legt die Ionenkanonen (GDI), die Atomrakete (NOD) oder der Spalt (Scrin) eine halbe Basis in Schutt und Asche. Zum Glück sind die Countdowns bis zum Wiederaufladen der Fähigkeiten ausreichend lang vorgegeben.Jede Partei – auch die neuen Scrin – haben im Grunde ganz ähnliche Gebäude aufzuweisen. Bei den einen heißt es eben Raffinerie bei den anderen Extraktor von denen aus mit Hilfe von Sammlern die einzige Ressource Tiberium abgebaut wird. Die Gebäudevielfalt ist überschaubar, für einen C&C-Teil aber doch schon recht hoch ausgefallen. Der Mammut ist backWas für die Gebäude gilt, trifft auch auf die Einheiten zu. Nahezu jede Einheit hat ihr Pendant auf der Seite der Gegner. So sorgt der Bazooka-Kampftrupp der NOD, genau wie der Raketentrupp der GDI oder der Shock-Trooper der Scrin für den selben durchschlagenden Erfolg bei gepanzerten Fahrzeugen. Die mächtigsten in den Reihen der Kontrahenten sind die Annihilator-Tripod (Scrin), der Mammut-Panzer (GDI) oder der Avatar-Kampfbot (NOD). Dank dem traditionell eingesetzten Stein-Schere-Papier-Prinzip, sind auch diese nicht unverwundbar und haben alle ihre Schwachstelle. Genauso ergeht es Lufteinheiten wie den Orcas (GDI), den Planetaren Trägerschiffen (Scrin) oder den Vertigo-Bombern (NOD). Alles in allem eine ausgewogene Mischung, wobei einige Einheiten im späteren Kampfverlauf regelrecht überflüssig und nutzlos werden. |
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