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Test: Resident Evil 4
Das Grauen hat nach zweijähriger Entwicklungszeit den PC erreicht. In doppelter Hinsicht, wie man leider sagen muss.
Resident Evil 4 war 2005 eines der besten Konsolenspiele überhaupt und neben Resident Evil Zero und dem Remake des ersten Teils einer der besten Gründe, sich Nintendos Zockwürfel zuzulegen. Besitzer anderer Systeme schauten jedoch vorerst in die Röhre, bis der vierte Teil der Capcom'schen Zombiesaga für die PS2 und nun schlussendlich auch für den treuen Rechenknecht umgesetzt wurde. Letztere Fassung verspricht Gruseln ohne Ende, leider nicht nur im positiven Sinne...Allein im GruselwaldDer vierte Teil spielt eine Weile nach den Ereignissen aus dem (hierzulande indizierten) zweiten und dritten Teil. Leon S. Kennedy, der smarte Cop aus Teil zwei, schaffte es nur knapp zusammen mit Claire Redfield aus dem zombieverseuchten Racoon City zu flüchten, kurz bevor dieses durch einen Atomschlag pulverisiert wurde. Nun arbeitet Chris für die US-Regierung. Der umtriebige Umbrella-Konzern, welcher für den T-Virus verantwortlich zeichnet, der Menschen in Zombies verwandelt, wurde zerschlagen und stellt keine Gefahr mehr dar.Alles scheint zunächst wieder in ruhigen Bahnen zu verlaufen, bis eines Tages die Tochter des Präsidenten entführt wird. Alle Hinweise deuten dabei nach Spanien, besser gesagt in die allertiefste Provinz, wo abends nicht mal die Bürgersteige hochgeklappt werden, weil nämlich schlicht keine da sind. Leon wird also als Ein-Mann-Kommando losgeschickt um das Mädel aufzuspüren. Zwei Polizisten bringen ihn in die Nähe des Dorfes, in dem Ashley (so heisst die Gute) zuletzt gesichtet wurde. Als Leon sich ein wenig umsieht, während die beiden etwas linkisch wirkenden Cops im Wagen warten, trifft er auf einen der Dorfbewohner, den er nach dem Mädchen fragt. Dieser gibt sich jedoch äusserst feindselig und greift mit einer Axt an. Leon erschiesst den Hinterwäldler in Notwehr. Draussen ist die Lage inzwischen eskaliert. Mehrere Dorfbewohner rücken mit Mistgabeln und Fackeln an und die beiden Cops haben wohl auch schon Bekanntschaft mit den Hackebeilchen der durchgeknallten Dörfler gemacht. Was ist hier bloß los? GameplayResident Evil 4 ist ein Survival-Horrortitel, der sich am ehesten natürlich mit den Vorgängern oder Kalte Angst (indiziert) vergleichen lässt. Augenscheinlichster Unterschied zu den drei Vorgängern ist die Kamera, die nicht mehr nur starre Perspektiven bietet, sondern nun stets etwas seitlich versetzt hinter Leon herschwebt. Die Umgebung besteht also nicht mehr aus vorgerenderten Bildern, sondern wird in Echtzeit berechnet. Gespielt wird entweder mit der Tastatur oder Joypad, wobei letzteres klar die bessere Wahl ist.Eine Mausunterstützung hat das Spiel nicht, was dadurch begründet wird, dass diese das Spiel zu leicht machen würde. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits hätte man in den zwei Jahren Entwicklungszeit auch einen optionalen, schwereren Schwierigkeitsgrad einbauen können, in dem dann eine Maussteuerung möglich gewesen wäre. Das wäre mit ein paar relativ einfachen Änderungen kein Problem gewesen. So haben z.B. die Dorfbewohner die Angewohnheit, erst auf den Spieler zuzulaufen und dann in seiner Nähe langsamer zu werden, damit man mit dem Joypad die Gegner auch ja noch treffen kann. Hätte man dieses „langsamer werden“ gestrichen, hätte man auch mit der Maus noch alle Hände voll zu tun gehabt. Es existiert zwar ein inoffizieller Mauspatch, aber der ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Weiterhin aus den Vorgängern bekannt ist die Tatsache, dass die Spielfigur keine Seitwärtsschritte machen kann und zum schießen stehen bleiben muss. Etwa 90% des Spiels bestehen aus dem erforschen der Umgebung und kämpfen. Die restlichen 10% werden von relativ simplen Rätseln eingenommen, die selbst ein absoluter Adventuremuffel durch etwas Nachdenken oder schlichtes Ausprobieren lösen kann. Die Kämpfe wiederum treiben einem das Adrenalin in die Adern. Während man die Gegend erforscht, wird man ständig von Dörflern attackiert, die einem meist gleich im Dutzendpack an die Wäsche wollen und sich dabei auch recht schlau anstellen. An einer Stelle muss man sich z.B. in einem Haus verbarrikadieren indem man Schränke und Regale vor Türen und Fenster schiebt. Das hält die Mordbauern jedoch nicht auf: die haben in der Zwischenzeit Leitern an die Fenster im ersten Stock gestellt und greifen nun von oben an. Da kommt mehr als nur einmal Panik auf. Besonders fies sind die Typen mit den Kettensägen, die zwar selten auftauchen, dafür aber um so tödlicher sind. Lässt man so einen zu nahe an sich heran, ist der Kopf ganz schnell ab, ganz egal wie viel Lebensenergie man noch hat. Mit Gewalt wird in diesem Spiel nicht gegeizt. Auch die Endgegner sind wieder von richtig schlechten Eltern und einer ekliger als der andere, aber allesamt mit der richtigen Taktik und Kenntnis der individuellen Schwachstelle zu knacken. El Gigante (eine Mischung aus Glöckner von Notre Damme und King Kong) z.B. ist an einer bestimmten Stelle am Rücken verwundbar. Nettes Detail am Rande: wenn Leon zuvor einen Wolf aus einer Bärenfalle befreit hat (in die man selber öfter reintritt als einem lieb ist), taucht dieser beim Kampf gegen El Gigante wieder auf und lenkt den Riesen ab, was den Kampf merkbar erleichert. Leider ist der Rest des Rudels nicht so freundlich... |
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