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Test: World of Chaos
Und noch ein Action-RPG. Hier geht man als Halb-Ork auf halbgare Schnetzeljagd.
Die Flut der mehr oder weniger actionorientierten Rollenspiele, die sich derzeit über die Händleregale ergiesst, will einfach nicht abreißen und manchmal möchte man die Fäuste gegen den Entwicklerhimmel schwingen und anklagend rufen: „Jaaa, danke, sehr liebenswürdig, wie überaus freundlich aber im Namen der großen Alten -Diablo , Gothic und Oblivion - ES REICHT SO LANGAM!!“ Boah, noch so eine zutiefst platte und hundemüde Fantasynummer über den Kampf der Ordnung gegen das Chaos, mit einem Helden dessen Eltern getötet wurden und der nun auf Rache sinnt. Selbstverständlich darf auch das mächtige Artefakt nicht fehlen und fertig ist die Laube. Immerhin schlüpfen wir diesmal in die Haut eines Halborks, eines launigen Gesellen namens Skandar Graun und wenn uns der peppige Titel „World of Chaos“ (WoC) nicht abgeschreckt hat, stapfen wir frohgemut in die Stadt Rentzal. Halbnackter HalborkVor den Toren dieser etwas seltsamen Hafenstadt wurde der bärbeißige Skandar nämlich etwas unsanft ins Hafenbecken befördert, nachdem er als Matrose eines anliegenden Schiffes besonders durch seinen strengen Geruch aufgefallen war. Da die Wachen der Stadt ihn so halbnackt nicht ein lassen wollen, schwatzt er einem am Pier stehenden Selbstmörder seine letzten Klamotten ab. Was der ahnungslose Skandar und der hoffnungsvolle Spieler nicht weiß: Diese Miniquest ist eine der wenigen die sich tatsächlich lösen lassen!Skandar mischt sich also unters Volk und stolpert etwas mühsam und pixelig durch die Stadt. Grafisch bewegt sich diese Stadtansicht auf eher unterem Niveau, man hat zwar angenehmerweise darauf verzichtet, zu tief in den Farbeimer zu greifen, aber die Szenerie ist doch sehr unspektakulär und leblos geraten. Sowohl in der Stadt als auch auf freier Wildbahn wirkt alles ein wenig einfach und altbacken, den heutigen Möglichkeiten hinkt das um einige Jahre hinterher. Schon in dieser Anfangsphase fällt die extrem unübersichtliche Kameraführung unangenehm auf, die in keiner Einstellung wirkliche Übersicht bietet. In der Vogelperspektive wird der Sichtradius sehr klein und die Verfolgerkamera, die man nach schier endlosem Gekurbel per Mausrad erreicht, senkt den Blick züchtig gen Boden. Man möchte Skandar zurufen:“Junge, schäm Dich nicht, guck doch mal geradeaus!!“ Nur wenige Bewohner lassen überhaupt mit sich reden, von denen sich nur eine Handvoll zu einem längeren Dialog bereit erklärt. Die Qualität der deutschen Sprecher ist gut, der kernige und frech blaffende Bass des Orks (Skandars Synchronsprecher ist die deutsche Stimme von Morgan Freeman) ist für mich das Highlight des Spiels. |
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