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Test: Tabula Rasa

Konnte Richard Garriott mit seinem neuesten Streich wirklich das MMOG-Genre revolutionieren?
 Tabula Rasa
Wie viele Invasionen musste sich unser armer Planet nicht schon gefallen lassen. Von abgemagerten Aliens mit Riesenköpfen über eine Armee Käfer bis hin zu Androiden oder Ägyptischen Göttern besuchte uns schon so ziemlich jede außerirdische Lebensform, die sich ohne fremde Hilfe vom Fleck bewegen kann. In Richard Garriotts (Ultima) neuestem Werk wird die Erde abermals heimgesucht, diesmal von einer bedrohend wirkenden Spezies namens Bane.

Bescheidene Charaktererstellung

Dieses Mal gelang es der Menschheit jedoch nicht, die Invasion abzuwenden. Die letzten Überlebenden schafften es glücklicherweise noch rechtzeitig durch eine Art Wurmloch zu einem anderen Planeten zu flüchten, bevor auch sie Opfer der unbändigen Bane wurden.
Mit der Zeit gewannen die Menschen wieder an Stärke, fanden neue Verbündete und bekämpfen die Invasoren seitdem wann immer es möglich ist. Ihre stärkste Waffe ist dabei eine uralte Macht namens Logos, geschaffen von der noch älteren Rasse der Elohs – welche übrigens auch die Wurmlochtechnologie erschaffen haben. Logos ist dabei nicht nur eine Form von Magie, sondern vielmehr eine eigene Sprache, die General British (wie er sich mittlerweile zu nennen pflegt) selbst entwickelt hat. Natürlich gehört der Spieler der menschlichen Rasse an und ist nebenbei eines der begabten Medien, welche die Logos-Sprache verstehen und somit auch anwenden können.
Wie gewöhnlich steht auch in Tabula Rasa zuerst einmal die Charaktererstellung an. Hier hält man sich jedoch nicht sonderlich lange auf, da die Einstellungsmöglichkeiten eher gering sind und von der nächstbesten Ganzkörperpanzerung sowieso wieder überdeckt werden. Lediglich bei der Namenswahl ist Obacht geboten, denn der gewählte Nachname wird bei allen zukünftigen Charakteren bzw. Klonen gleich bleiben. Denn wer einen Klon-Token besitzt, darf seinen momentanen Charakter kurzerhand klonen und so z.B. eine andere Klasse ausprobieren.
Von diesen Klassen gibt es im Endeffekt acht verschiedene Endstufen, zu denen man sich mit der Zeit über verschiedene Zwischenklassen hinarbeitet. Auf Level fünf darf man sich beispielsweise entscheiden, ob man lieber als Soldat oder Spezialist in den Kampf zieht, ebenso läuft es auf den Stufen 15 und 30 mit weiteren Klassen wie z.B. dem Kommandosoldaten, dem Spion oder dem Ingenieur ab. Egal ob man bevorzugt schleicht, ballert oder auch heilt, für jeden Spielertyp ist hier etwas vorhanden.

Mittendrin statt nur dabei!

Der frisch geschaffene Charakter betritt dann die Welt von Foreas als Rekrut der Allied Free Sentinels (AFS). Wie es sich für ein Onlinespiel gehört, finden wir uns auch gleich in einem Tutorial wieder und wie es sich für eine Armee gehört, befindet sich vor uns ein grimmiger General der uns die ersten Befehle entgegen brüllt. Hier eignet man sich das übliche Basiswissen wie bewegen oder kämpfen an und wird auch gleich auf seine erste Mission geschickt, in der man eine von Bane überrannte Basis zurückerobern soll. Also begibt man sich dorthin, wobei man bereits etwas bemerkt, das zwar in vielen Spielen präsent aber nicht so offensichtlich ist: Es ist Krieg!
Ständig landen feindliche Transporter und setzen Stoßtrupps ab, an jeder Ecke liefern sich AFS und Bane unerbittliche Gefechte, immer wieder schlagen Artilleriegeschosse in den Boden ein und der Spieler ist mittendrin. Nicht einmal die Basen, in denen man Quests erhält, bleiben verschont, denn diese werden immer wieder von den Bane angegriffen und sofern sie sie erobern können, gibt’s dort erstmal keine Aufträge mehr. In Verbindung mit der schönen und zugleich abwechslungsreichen Umgebungsgrafik, die eine vom Krieg gebeutelte Welt so zeigt, wie man sie sich vorstellt, wirkt dieses Setting mehr als glaubhaft. So fällt es einem unglaublich leicht, in diese Welt einzutauchen.
Dazu trägt ebenfalls die Steuerung bei, denn diese erinnert eher an einen Egoshooter. Um eine Waffe abzufeuern wählt man nämlich nicht erst den dazu nötigen Skill in der Quickbar, sondern drückt einfach die linke Maustaste. Auch die Position des Spielers ist ein wichtiger Faktor, denn wer sich hinkniet, verursacht mehr Schaden und aus der Deckung heraus zu feuern ist natürlich auch förderlich für das eigene Überleben. Eine Schnellleiste ist zwar ebenfalls vorhanden, hier positioniert man jedoch bis zu fünf verschiedene Waffenarten und fünf verschiedene Fähigkeiten bzw. Medipacks, die man wiederum mit der rechten Maustaste aktiviert. Einen Mauszeiger gibt es dabei grundsätzlich erstmal nicht, dieser erscheint erst bei Drücken der Steuerungstaste nebst einem Kreismenü, in dem man bequem auf sämtliche Spielmenüs zugreifen kann. Was sich zuerst vielleicht ein wenig kompliziert anhört und für MMOG-Spieler auch durchaus gewöhnungsbedürftig ist, offenbart sich später jedoch als ungemein intuitiv und praktisch (vor allem während eines hitzigen Gefechts, wenn man schnell die Waffe wechseln muss).

Handwerkskammer sucht Mitglieder

Besagtes Waffenwechseln ist auch durchaus sinnvoll, denn die unterschiedlichen Gegnertypen verfügen auch über unterschiedliche Resistenzen. Die Standard Bane-Soldaten bekämpft man z.B. am besten mit physischen Schusswaffen, Maschinen reagieren hingegen empfindlich auf EMP-Schaden. Zusätzlich kann der Spieler noch auf Laser, Schall, Feuer oder auch toxische Waffen zurückgreifen und sich so optimal auf jede Situation einstellen. Von den Waffenarten her bleiben ebenfalls kaum Wünsche offen, denn Pistolen, Schrotflinten und Gewehre kann ein Rekrut von vornherein benutzen. Durch weitere Spezialisierung gesellen sich zu diesem Arsenal schließlich noch Maschinengewehre, Granatwerfer, Netzwerfer, Flammenwerfer, Scharfschützengewehre und einige ungewöhnliche Zukunftsvarianten, wie z.B. Transfusionsgewehre, die dem Gegner Lebenspunkte entziehen und auf den Benutzer übertragen.
Bei den hitzigen Gefechten ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Waffen neigen zur Überhitzung, was vor allem bei MGs recht schnell der Fall ist und die Waffe für mehrere Sekunden unbrauchbar macht. Ebenfalls aufpassen sollte man beim Munitionsverbrauch, denn jede Waffe benötigt eine bestimmte Munitionsart, wobei man vor allem bei Schnellfeuerwaffen am besten ein paar tausend Schuss im Rucksack verstauen sollte. Dank des übersichtlich gestalteten Inventars, welches unterschiedliche Rubriken für Ausrüstung, Munition, Handwerksmaterial, Questgegenstände und Loot bietet, ist es zum Glück nicht gerade schwer eine drohende Magazinknappheit zu bemerken.
Screen 1
Je mehr Logos-Elemente man findet, umso besser versteht man die Sprache
Screen 2
An jeder Ecke merkt man, dass Krieg ist
Screen 3
Die Umgebungen sind mehr als abwechslungsreich gestaltet
Screen 4
Beim Dauerfeuer muss man aufpassen, dass die Waffe nicht überhitzt

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Tabula Rasa

Packshot
Online-Rollenspiel
von NCsoft
USK-Freigabe ab 16 Jahren
PCNovember 2007

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