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Test: Al Emmo
Al Emmo auf der yacht nach Liebe. Wie schlägt sich der Larry des Wilden Westens im Test?
Al Emmo, aus dem Hause der Himalaya Studios, die sich mit den Remakes von King´s Quest I und II einen Namen in der Fanadventureszene gemacht haben, ist im englischsprachigen Ausland bereits ein alter Hut und erschien dort schon vor ca. einem Jahr. Nach langer Publishersuche hat sich rondomedia bereit erklärt, das Adventure vollständig lokalisiert auf den heimischen Markt zu werfen. So eine Verspätung lässt meist auf nichts Gutes hoffen, doch lest selbst.Jungfrau (42), männlich, sucht ...Al Emmo, so der Name des titelgebenden Helden, ist zum ersten Mal alleine unterwegs, um den Wilden Westen auf eigene Faust zu erkunden. Der kleine, pummelige Brillenträger mit Halbglatze durchquert die Wüste mit der Eisenbahn und die macht in dem kleinen Örtchen Anozira einen Zwischenstop. Genügend Zeit also, um sich ein milchhaltiges Getränk im bahnhofsnahen Saloon zu gönnen. Da er die Rechnung nicht bezahlen kann und Al sich gleich mit dem kleinwüchsigen Barkeeper anlegt, landet er unsanft vor den Schwingtüren der Bar und verpasst seinen Zug. Gefangen in dem Wüstenkaff macht er schnell Bekanntschaft mit seiner großen Liebe, die von seiner Anwesenheit alles andere als begeistert ist. Also gilt es ihr Herz zu erobern, nebenbei die mysteriösen Vorkommnisse in der Goldmine zu klären und letztendlich den Schatz der Azteken zu bergen. Keine leichte Aufgaben für einen Menschen, der zum ersten Mal ohne die Hilfe seiner Eltern auskommen muss ...Witziger WestenDie Story von Al Emmo ist witzig, denn der Möchtegern-Casanova tritt wirklich in jedes Fettnäpfchen. Kommentiert wird das Geschehen von einer Erzählerstimme aus dem Off, dessen Pointen zielsicher ins Schwarze treffen und teils urkomisch sind. Zu fast allen Aktionen hat der Erzähler einen trockenen Spruch auf den Lippen, wie z.B. als Al eine Dartscheibe betrachtet Du wirfst ein Auge auf die Dartscheibe. Daneben. Oder wenn man sich selbst benutzt: Du testet deinen eingebauten Airbag, anders gesagt: Du schlägst dir in den Magen. Dieser Humor erinnert sehr stark an die alte Leisure Suit Larry-Serie, die sich die Entwickler zum Vorbild genommen haben, da sie eingefleischte Fans der Klassiker aus dem Hause Sierra sind. Wenn der Rest des Spieles auch mal so unterhaltsam wäre, aber die Misere beginnt schon bei der Steuerung.KlickmarathonWie in einem Adventure üblich, bewegt man den Hauptcharakter mit einem Linksklick durch die Landschaft. Per Doppelklick beschleunigt Al und rennt im Laufschritt über den Bildschirm. Mit der rechten Nagertaste wählt man diverse Aktionen aus. Der Cursor verändert sich beispielsweise in eine Brille (Anschauen) oder in eine Hand (Benutzen). Hält man die rechte Taste etwas länger gedrückt, öffnet sich das Inventar.Das hört sich theoretisch sehr simpel an, erweist sich in der Praxis aber als sehr unkomfortabel. Da der Cursor keinen Gegenstand anzeigt, der eventuell verwendbar ist, wenn man ihn über das Szenario wandern lässt, ist wahlloses Rumprobieren an der Tagesordnung. Von einer Hotspot-Funktion a la Geheimakte Tunguska haben die Entwickler wohl noch nichts gehört und so ist es um so schwieriger, wichtige Dinge mit dem Auge zu erfassen. |
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