Bereits im letzten Monat gab es eine sehr viel versprechende Preview von
Jack Keane. Nun hat uns die Vollversion aus dem Hause Deck 13 (u.a.
Ankh
) erreicht und die beweist, dass Adventure immer noch tierisch Spaß machen und definitiv Hitpotenzial haben können.
Jack Keane, Captain Jack Keane
Der titelgebende Hauptdarsteller
Jack Keane hat es im Leben nicht leicht. Sein Abenteuer beginnt in London Ende des 19. Jahrhunderts, gefesselt an einem Stuhl und mehreren schmerzlichen Begegnungen mit der Faust eines brutalen Schlägers. Mit etwas Glück und gewitztem Verstand entkommt Jack dieser brenzligen Situation und trifft auf einen Vertreter des englischen Geheimdienstes, der dem notorisch blanken Schiffskapitän ein lukratives Angebot unterbreitet. Für eine beachtliche Summe Geld soll der Spion Montgomery unbeschadet die Insel Tooth Island erreichen. Da Mr. Kean in der Hauptstadt des Königreichs nicht sonderlich beliebt und seiner Crew noch etwas schuldig ist, willigt er ohne groß zu zögern ein. Es kommt natürlich wie es kommen muss: Kurz vor dem Ziel kentert der Glücksritter. Seine Crew und die geheimnisvolle Amanda, die er aus Nächstenliebe bei einem Zwischenstopp mit an Bord genommen hat, machen sich mit dem Rettungsboot aus dem Staub. Schnell wird klar, dass ein Wiedersehen mit der Heimat nicht so schnell in Frage kommt, denn auf der Insel treibt der verrückte Doktor T sein Unwesen, der das britische Empire mit seinen tee- und fleischfressenden Pflanzen bedroht. Zudem kommt noch, dass Amanda im Dienst des durchgedrehten Akademikers steht und Jack das Leben zusätzlich schwer macht.
Rollentausch
Die Story des Adventures ist wirklich witzig und hat die ein oder andere überraschende Wendung zu bieten. Besonders ab der zweiten Hälfte dreht das Spiel noch mal richtig auf. Gelegentlich wechselt man zwischen den Darstellern. Das gab es zwar auch schon in
Ankh
, ist hier aber deutlich besser gestaltet. So erlebt man aus der Sicht von Amanda, simultan die Geschehnisse von Jack. Dazu gesellen sich noch sehr lustige Abschnitte, in denen man die Kindheit der Protagonisten nachspielt oder sich völlig ohne Kleidung durch einige Abschnitte rätseln muss. Bis zum gelungenen Finale sollten gut und gerne 15 Stunden und mehr vergehen, was für ein Adventure außerordentlich lange ist. Da verzeiht man auch gerne die etwas langweilige erste Hälfte des Abenteuers, in der die Story nicht so richtig in Fahrt kommen will und auch der Witz noch etwas schläft. Erst wenn Amanda die Bühne betritt, kommt die Handlung in Bewegung und wird dann sogar richtig interessant.
Eine Taste reicht
Mit der rechten Maustaste lassen sich fast alle Aktionen in
Jack Keane handhaben und das funktioniert überaus gut. Mit der rechten Nagertaste lassen sich die Helden über den Bildschirm scheuchen und Gegenstände werden damit benutzt und eingesackt. Per Doppelklick treibt Jack und Amanda zum Laufschritt an und mit selbigen auf einen Ausgang, werden lange Laufwege übersprungen. Mit der linken Taste kann man sich ebenfalls fortbewegen und Gegenstände genauer betrachten, die sich nach dem Einsammeln am oberen Bildschirmrand befinden. Mit Druck auf die Taste X werden alle wichtigen Items auf dem Monitor mit einem Sternchen markiert, was auch bitter nötig ist, da einige Dinge sehr klein ausgefallen sind und trotz dieser Funktion übersehen werden können. Vorsprünge, an denen man hochklettern kann, werden durch einen glänzenden Rand gekennzeichnet, seltsamerweise jedoch nicht immer. Leider werden Ausgänge nicht in irgendeiner Form markiert, so dass es vorkommt, dass man den ein oder anderen Ort schon mal übersieht (Stichwort Dschungel). Mit der Tabulator-Taste werden die Aufgaben stichwortartig eingeblendet, die man noch zu erledigen hat. Ein richtiges Journal, das die Aufgaben genauer beschreibt, wäre hier sinnvoller gewesen, da es für die Rätsel teilweise sehr wenige Hinweise gibt.