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Test: S.C.A.R.E.
Ein Adventure zum Gruseln oder einfach nur erschreckend langweilig?
Die beiden Entwickler Lukas Medek und Jan Kavan entwickelten das Adventure S.C.A.R.E. völlig im Alleingang. Auf der Suche nach einem Publisher wurden die beiden in Deutschland bei rondomedia fündig, die das Spiel hierzulande auf den Markt bringen. Klingt nach einer tollen Erfolgsstory, aber was hat das Spiel zu bieten?Der Tod und die MarienkäferJohn, der tragische Held des Abenteuers, macht Bekanntschaft mit dem Sensenmann. Doch wider seinen Erwartungen landet er nicht im Himmel oder der Hölle. Ein muskelbepackter, roter Kerl macht ihm klar, dass keine Seele mehr das Jenseits erreicht und John auserkoren ist das Problem zu lösen. Als körperlose Gestalt begibt er sich also in den Omega Sektor, in der eine riesige Fabrik steht. Schnell wird klar, dass in der Anlage etwas schief gelaufen ist. Kein Mitarbeiter ist zu sehen, Spuren eines Feuers deuten auf einen Unfall hin und verbarrikadierte Ein- und Ausgänge lassen nichts Gutes ahnen. An den Wänden finden sich zudem überall wirre Schmierereien über Marienkäfer und auf dem Boden viele Zettel mit unklaren Anweisungen. Was ist im Omega Sektor nur passiert und wer oder was steckt dahinter?Die tödliche Langeweile im Land der TotenDie Story hört sich grundsätzlich spannend an und man hätte sicherlich was daraus machen können, aber was einem hier geboten wird, ist an Langeweile kaum zu überbieten. Es beginnt damit, dass die Geschichte nur in einzelnen Bildern erzählt wird und das äußerst unspektakulär. Während der rund acht Stunden Spielzeit passiert nichts Aufregendes. Schnell wird einem klar, wer die Strippen zieht und somit ist das Finale wenig überraschend. Zudem wird nicht mal alles aufgelöst und auf eine mögliche Fortsetzung hingedeutet.Mit der Maus klickt man sich aus der Sicht des Protagonisten von Standbild zu Standbild. Eine 360°-Umsicht, wie man es z.B. aus The Secrets of da Vinci kennt, gibt es nicht. Ebenfalls fehlt das Inventar und eine klassische Benutzerführung. Da John ja nur ein Geist ist, hat er stattdessen übernatürliche Fähigkeiten, wie z.B. Telekinese, Geisterwind oder Exorzismus. Die insgesamt acht Begabungen erhält John nach und nach im Laufe des Spiels. Dieses System klingt theoretisch sehr interessant, erweist sich in der Praxis aber als völlig überflüssig. Telekinese ist beispielsweise nichts anderes, als wenn man in anderen Adventures das Symbol „Benutzen“ drücken würde. Außergewöhnliche Kräfte, wie der Geisterwind, lassen sich nur wenige Male anwenden und kommen so kaum zum Einsatz.Spiel mit das Lied vom TodDie Rätsel in S.C.A.R.E. machen wenig her. Oft ist man auf der Suche nach einer Zahlenkombination, diskutiert ausgiebig mit den Verstorbenen, liest sich ellenlange Texte durch und kommuniziert mittels einer Knochenflöte mit einem Monster. Letzteres ist eines der seltsamsten Rätsel, das mir in meiner bisherigen Laufbahn als Redakteur untergekommen ist. Mit Hilfe des Geisterwindes bläst man in das Musikinstruments und ein bizarrer Ton erklingt. Das Monster antwortet ebenfalls mit einem merkwürdigen Geräusch, auf das man mit einem anderen Ton reagieren muss, indem man mit einem Tuch eins der vier Löcher in der Flöte stopft. Der Sinn dieses Blaskonzertes ist mir bis zur (eher zufälligen) Lösung nicht hundertprozentig klar geworden.Neben dieser unkonventionellen Aufgabe, haben es noch drei Minispiele ins Programm geschafft, deren Mechaniken simpel und kaum einer Erwähnung wert sind. Stillgestanden, der Tod tritt einDie Bilder die man durchschreitet, sind in deprimierenden Grau- und Brauntönen gehalten, weisen größtenteils keinerlei Animationen auf und haben zudem nur wenig Abwechslung zu bieten. Nach kurzer Zeit ist die komplette Fabrik begehbar und somit bekommt man sehr schnell immer wieder die gleichen Räume zu sehen.Akustisch hat einst Scratches eindrucksvoll bewiesen, wie man optische Mängel ausgleicht und eine wunderbar gruselige Atmosphäre schafft, doch auch da versagt S.C.A.R.E. Die Musik geht zwar in Ordnung, baut aber nicht die richtige Stimmung auf, die man sich an solch einem Ort der Isolation wünscht. Die deutsche Synchronisation ist nur Mittelmaß. Die Stimme von John hört sich professionell an, dafür hat man bei einigen Nebendarstellern gehörig daneben gegriffen. |
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