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Test: Civilization IV: Beyond the Sword
Nachtest: Hier erfahrt ihr, was dieses AddOn so gelungen macht.
Man muss kein ausgewiesener Kulturpessimist sein, um unter der dünnen Zivilisationstünche aus Sonnenstudiobräune, perfekt frisiertem Haar und modischem Outfit seines Mitmenschen in gewissen Situationen dessen zähnefletschenden, jederzeit gewaltbereiten barbarischen Vorfahren zu erkennen. Kein Grund sich moralisch zu empören, denn Barbaren sind halt auch nur Menschen. Immerhin haben sie das Rad, die Töpferei und die blutbeschmierte Kriegskeule erfunden! Aber manchmal mag man sie halt alle nicht mehr sehen und so werde ich, wenn am kommenden Samstag die Love-Parade-Horden in Essen einfallen, sicherlich friedlich vor dem PC sitzen, um mein mir anvertrautes Völkchen zu den Sternen führen.Das rechnet sichDafür war Civilization schon immer gut: Selbst- und zeitvergessend vor dem PC zu hocken und sich mit wahrer Wonne durch die Jahrhunderte in die Zukunft zu spielen. Ging mir beim neuen Civilization 4 -AddOn Beyond the Sword (BTS) nicht anders. Da rührt man das olle Basisspiel monatelang nicht an und plötzlich ist das bekannte „Nur noch eine Runde“- Phänomen wieder da. Fast zum Obolus eines Vollpreisspiels kommt das neue AddOn daher und mal davon abgesehen, dass CIV-Veteranen eh alles kaufen, kann ich nach dem Test nur sagen: „Joa, billiger wäre besser aber diese Erweiterung bietet auch einiges an spielspaßfördernder Gegenleistung“. Wenn man auf die zusätzlichen Szenarien verzichten kann, ist auch die Installation des ersten AddOns nun nicht mehr nötig, denn alle zivilisatorischen Errungenschaften der Warlords wie die neuen Völker, Herrscher, Einheiten etc. sowie die „Generäle“, werden durch die neue Erweiterung mitgeliefert. Mein Name ist Bond, Karl-Heinz Bond!Kommen wir zuerst zu den zwei grundlegend neuen Konzepten von BTS. Waren es im letzten AddOn die kriegerischen Aspekte, die im Vordergrund standen, sind nun verdeckte und unterschwellige Einflussnahmen und Strategien gefragt. Alle Möchtegernagenten haben mit dem breit ausgebauten Spionagetool die Chance, hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen und ihre Spione zu moralisch bedenklichen Einsätzen rund um den Globus zu schicken. Nach der Erfindung der Schrift stehen die cool gewandeten Dunkelmänner zur Verfügung und können in gegnerischen Städten den buchstäblichen Brunnen vergiften, Revolten unterstützen und nach Herzenslust sabotieren, ausrauben und politischen Einfluss nehmen. Voraussetzung dafür ist natürlich ein gut ausgebildetes Spionagenetz und das kostet reichlich Ressourcen. Ähnlich wie die Kultur- und Forschungsförderung, schlägt der Posten Spionage im Staatshaushalt zu Buche. Mit dieser Förderung und dem Bau spionagefördernder Gebäude erwerben wir gegenüber unseren Kontrahenten Spionagepunkte, die bestimmte Aktionen erst möglich machen. Gemein: Andere Nationen bedienen sich natürlich der gleichen Mittel.Die zweite Neuerung, mit der man weltweit seinen Einfluss mehren kann, besteht in der Einführung von Kapitalgesellschaften mit diversen Ausrichtungen (Sid`s Sushi Co...). Auf der ständigen Jagd nach Rohstoffen und Handelsgütern schicken wir unsere Unternehmensvorstände in lohnende Städte, errichten erdumspannende Handelskartelle und machen Kohle ohne Ende. Mit der Staatsform „Merkantilismus“ verhindern wir die Ansiedlung feindlicher Unternehmensgruppen. |
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