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Test: Enemy Engaged 2

Schweben mit über 10 Tonnen Stahl: Helikopter-Simulation zum Tiefpreis
 Enemy Engaged 2
Simulationen sind nicht jedermanns Sache, mittlerweile legt die Spielerwelt mehr Wert auf gradlinige Action, statt sich mit einem umfassenden Handbuch oder einer komplexen Steuerung auseinanderzusetzen. Auf der einen Seite soll ein Spiel Tiefgang haben, auf der anderen aber schnell zugänglich sein – vermutlich unmöglich, aber wer ist schon jemals zufrieden? Wie soll bei dieser Einstellung der Spieler-Welt da eine waschechte Simulation noch eine Chance haben? Vor allen Dingen dann, wenn es sich dabei nicht um Formel-1-Boliden oder einen Kampfjet dreht. Bei Enemy Engaged 2 kann der Spieler einen von zwei Hubschraubern wählen und sich in das kriegerische Simulationsgetümmel stürzen – aber halten die Rotoren den Spielspaß und tonnenweise Stahl auch in der Luft?

RAH-66 Comanche versus Ka-52 Hokum

Was bin ich doch für ein fauler Hund: Statt mir eine Überschrift auszudenken, schreibe ich einfach den Untertitel des Spiels in die Maske, denn damit ist im Grunde schon viel gesagt. Um diese beiden Helikopter geht es im Spiel Enemy Engaged 2 und wer jetzt schon stöhnt, dass nur zwei Modelle auf dem Startplatz stehen, der braucht auch gar nicht weiterzulesen. Es geht nicht um Vielfalt, sondern um Simulationstiefe – und das zum Niedrigpreis von 20 Euro.
Natürlich werden bei der Helikopter-Auswahl zwei Seiten bedient: Der RAH-66 Comanche war ein Projekt der amerikanischen Hubschrauberhersteller Boeing und Sikorsky, der Ka-52 Alligator (NATO-Codename: Hokum) ist ein russischer Kampfhubschrauber vom Hersteller Kamow – die beiden altbekannten Supermächte sind also wieder mit von der Partie. Allerdings geht es nicht um den Krieg zwischen den Fronten, sondern um drei fiktive Schauplätze in Libanon, Taiwan und Korea – dort finden die drei dynamischen Kampagnen statt. Alternativ stehen im Hauptmenü noch das „Scharmützel“ und der „Freiflug“ zur Verfügung. Während zum Freiflug wohl keine Erklärungen nötig sind, verstecken sich hinter „Scharmützel“ zahlreiche Missionen, die einzelnen angewählt werden können. So ist eine langsame Steigerung vom Freiflug, über Scharmützel bis zur Kampagne möglich, um sich mit der Steuerung und den Waffensystemen vertraut zu machen. Und das ist auch wirklich nötig, denn bei der Vielzahl an Funktionen ist eine gewisse Einarbeitungszeit ganz sicher erforderlich.
Ebenfalls eine Option ist der Multiplayer-Modus, den ich aber nicht zum Laufen bringen konnte. Im Gegenteil: Enemy Engaged 2 legte mit zwischenzeitlich meine Internetverbindung lahm, da muss noch einiges passieren, bis das System rund läuft.

Die dritte Hand für die Rundumsicht

Bis wirklich alle Steuerungsmöglichkeiten und Tastatureingaben in Fleisch und Blut übergehen, können schon ein paar Stunden oder auch Tage vergehen. Das ist eine Zeit, die der Spieler investieren muss, um sich mit dem Spiel tatsächlich vertraut zu machen. Wer während des Gefechts in einer Kampagne nachschlagen muss, wie er automatische Gegenmaßnahmen bei Raketenbeschuss einleitet, der hat wenig Chance auf ein siegreiches Finale. Dabei gibt es in den Kampagnen keine geskripteten Ereignisse, alles läuft in Echtzeit ab und die Handlungen des Spielers nehmen Einfluss auf den Verlauf des virtuellen Krieges. Das ist tatsächlich mal eine echte Simulation und keine Mogelpackung – auch wenn der Umfang mit zwei Helikoptern und drei Kampagnen etwas mager erscheint.
Das Handbuch ist mit knapp 30 Seiten noch dünn ausgefallen, fast ein Drittel davon beschäftigt sich mit Tastaturkürzeln für Steuerung, Cockpitansichten, Waffen und Gegenmaßnahmen sowie dem Zielen via Radar oder Periskop. Doch das ist noch nicht alles, denn auf der CD gibt es eine umfassende Taktik-Schulung im html-Format, die als Lektüre für jeden Kampfpiloten Pflicht sein sollte. Selbst auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade ist es schon nicht so einfach, die stählerne Libelle in der Luft zu halten und fortzubewegen – am einfachsten geht das in der Kombination mit Tastatur und Joystick, da so Schubkontrolle, Neigung der Rotorblätter und der Heckrotor punktgenau angesteuert werden können.
Screen 1
Tolles Intro - aber es hat mit dem Spiel nichts zu tun.
Screen 2
Staub aufwirbeln: Beim Start machen die Viecher richtig Wind.
Screen 3
Zwei Welten treffen aufeinander: Der Kampagnenbildschirm fällt spartanisch aus.

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Packshot
Flug-Simulation
von Deep Silver
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCAugust 2007

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