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Test: World in Conflict
Die neue RTS-Referenz?
Nach den beiden sehr guten Ground Control -Titeln versucht Massive Entertainment wieder mit einem Echtzeitstrategiespiel zu punkten. Dieses Mal soll das alternative Szenario eines dritten Weltkriegs zwischen den USA und der Sowjetunion auch für hohe Verkaufszahlen sorgen. Ob das Werk die neue Echtzeit-Strategie Referenz ist, könnt ihr hier nachlesen.Glasnost und PerestroikaDie beiden Schlagworte, die das Ende des kalten Krieges bedeuten, haben in World in Conflict keine Bedeutung. Hier mündet der kalte direkt in einen heißen Krieg. Um den drohenden Zerfall des Ostblocks noch einmal zu verhindern, geht die russische Führung in die Offensive. In Deutschland wird die Bundeswehr am Wochenende überrannt und in den USA müssen Nationalgardisten vorm Burger King und im Einkaufszentrum gegen die Rote Armee kämpfen. Mit einem Wort: "Überraschung!". Mit zivilen Frachtschiffen hat die Sowjetunion mal eben ein paar Divisionen nach Seattle verschifft. Allerdings ist der Angriff auf die USA nur ein Ablenkungsmanöver. Das eigentliche Ziel ist die Kontrolle über Europa.Für die Story zeichnet der nicht ganz unbekannte Schriftsteller Larry Bond verantwortlich, der z.B. mit seiner Reihe „First Team“ oder als Co-Autor von „Red Storm Rising“ Erfolge feiern konnte. Thema dieses Buchs ist ebenfalls der Angriff der Sowjetunion auf Amerika. So viel ist sicher, die Story von World in Conflict kann sich sehen lassen. Spannung, Zeitsprünge, Dramatik und einige Wendungen machen das Spiel fast zu einem interaktiven Film, ohne das man durch zu viel amerikanischen Patriotismus ko**** muss. In der aus 14 Missionen bestehenden Kampagne, die ungefähr 14 bis 25 Spielstunden beansprucht, muss man dafür sorgen, dass die Kommunisten wieder dahin zurückgehen wo sie hergekommen sind. Neben Kriegsschauplätzen wie der Innenstadt von Seattle, darf man auch in Russland und in Südfrankreich kämpfen. Eine Kampagne für die russische Seite gibt es nicht, schade eigentlich. Dafür bietet der Feldzug aber noch genügend Stoff für AddOns und neue Schlachtfelder rund um den Globus. Der Spieler übernimmt die Rolle von Lt. Parker, einem jungen Offizier. Sein Vorgesetzter ist Colonel Sawyer, der wegen seiner unorthodoxen Vorgehensweise unehrenhaft aus der Armee gefeuert und jetzt wieder aktiviert wurde. Parkers Kollegen sind Captain Bannon, ein grünschnäbliger Westpoint-Absolvent, der öfters mal den Besserwisser raushängen lässt, und Captain Webb, der schon etwas gelassener mit der Situation umgeht. Insgesamt findet der Spieler hier eine sehr abwechslungsreiche Geschichte, die in sich auch logisch erscheint aber für erfahrene Strategen wahrscheinlich etwas zu kurz ist. Ground Control 3?Wer Ground Control 2 kennt, der wird in World in Conflict auf keine großen Überraschungen stoßen. Das Spielprinzip ist nämlich fast identisch. Ohne Basenbau muss man sich mit seinen Einheiten durch die verschiedenen Einsätze schlagen, die ein breites Spektrum unterschiedlicher Situationen bieten. Zwar ist das Aufgabenspektrum mit Angriffs- und Verteidigungsmissionen sehr begrenzt, dafür muss man aber in unterschiedlichen Rollen ran. Mal nur mit Infanterie oder Panzern, dann wieder nur mit Helikoptern oder als Unterstützungseinheit mit Reparaturfahrzeugen und Artillerie. Zudem muss man auch mal ohne taktische Unterstützung und ohne Verstärkung klarkommen. Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher Mix mit hohem Wiederspielwert.Bei den Kämpfen darf man auf ein weit gefächertes Waffenarsenal zurückgreifen. Verschiedene Infanterietypen, Kampfpanzer wie Abrams oder Bradley, Paladin Artillerie, F-16 oder der HumVee fehlen in diesem Titel nicht. Insgesamt gibt es 20 amerikanische und ein paar mehr russische Einheiten, dazu kommen noch die europäischen Streitkräfte, die mit Leopard, Tornado, Gazelle und Tiger auch ordentlich ausgestattet sind. Auf Seite der Roten Armee trifft man auf altbekannte Einheiten wie T-70, T-80, Hind und Co. Jede Einheit verfügt zusätzlich über zwei Spezialfähigkeiten, wie z.B. Panzerbrechende Raketen, Mörserbeschuß uvm. Zusätzlich zum konventionellen Arsenal, darf man dann auch auf besondere Maßnahmen zurückgreifen, dazu zählen Fallschirmjäger, Bombardements mit Napalm oder Tankbustern, Artillerieschläge, der begrenzte Atomschlag, den man nur einmal in der Kampagne einsetzen darf und einige andere Nettigkeiten mehr. Während des Spiels besitzt der Spieler ein Punktekonto, für dessen Punkte er Einheiten rekrutiert. Damit gibt es immer ein Maximum an Truppen, das man befehligen kann. Wird eine Einheit vernichtet, wandern die Punkte für den Panzer, Helikopter usw. wieder langsam auf das Konto, bis man sich einen passenden Ersatz beschaffen kann. Ein großes Problem sind die zwei sehr ähnlichen Parteien. Zu jedem Panzer, Infanterist, Helikopter und Geschütz gibt es ein entsprechendes Gegenstück auf der anderen Seite. Das ist zwar gut fürs Balancing, aber nicht für die Ansprüche der Spielergemeinde. Ein paar Unterschiede hätte es geben müssen. Andererseits ist heutzutage jede moderne Armee ähnlich ausgerüstet. Kleine Unterschiede gibt es aber bei der Unterstützung, die man anfordern kann. |
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