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Test: Pro Evolution Soccer 2008
Die bessere Art, Fußball zu spielen oder machen jetzt auch die Japaner nur noch Updates?
Es gibt so Momente, da vergesse ich, dass ich keine Kreuzbänder mehr habe, da juckt es mir in den Füßen und ich trete gegen die Luft, meine Füße zucken und ich will unbedingt auf den Rasen. „Geht’s raus und spielt Fußball“, höre ich Kaiser Franz sagen, auch wenn er nie mein Trainer war. Aber immer wenn ich ein Fußballspiel von Konami in den Rechner oder in die Konsole schiebe, immer dann passiert es. Meine körperlichen Gebrechen sind vergessen und ich fiebere wieder mit, da gibt es keine Schmerzen, da gibt es nur noch eins: Ich will gewinnen! Nachdem EA mit FIFA 08 vorgelegt hat, schiebt Konami nun sein Pro Evolution Soccer 2008 nach – die bessere Art, Fußball zu spielen oder machen jetzt auch die Japaner nur noch Updates?Bestes Wetter, das Stadion steht Kopf…Viel Geld habe ich nicht und so muss ich mit dem Spielermaterial auskommen, das mir zum Start meiner selbst erstellten Mannschaft zur Verfügung gestellt wird. Die Standardvariante: Ruskin oder Hamsun kenne ich nicht, aber sie stehen in meiner Mannschaft in der Startelf – und neben Hamsun läuft Gutierrez auf, den konnte ich noch rasch verpflichten. Hinten soll Lothar zwischen den Pfosten stehen, Stremer hält die Abwehr zusammen. So könnte es funktionieren, so will ich in der 2. Liga bestehen. Das Wetter ist ein Traum, das Stadion ausverkauft und ich bin aufgeregt: Gelingt mir im ersten Spiel gleich ein Sieg?Was die Spieloptionen anbelangt, hat sich nicht viel getan: Herzstück bleibt die Meisterliga, eine fiktive Mischung von europäischen Top-Vereinen, denen nur die deutschen Namen fehlen. Lediglich die Bayern haben den Lizenz-Weg ins Spiel gefunden, sonst beherrschen die anderen Top-Ligen die Szenerie. Vier A- und B-Ligen gibt es, und ich muss mich in diesem Endlosspiel von der 2. in die 1. Liga spielen und dort mein Team an die Spitze führen. Ausscheiden kann ich nur dann, wenn ich zu wenig Geld oder zu wenig Spieler habe. Im Grunde nichts Neues, aber letztlich genau das, was wir Fußballer auch wollen. Transfers und Vertragsverhandlungen gehören zum Umfang dazu, die Spieler verbessern sich oder werden mit zunehmendem Alter auch schwächer. Viel getan hat sich in diesem Modus nicht, auch wenn er grafisch deutlich aufgepeppt wurde. Etwas überschaubarer ist der Liga-Modus, in dem ich ein Jahr in einer europäischen Top-Liga um Titel kämpfe – klar, auch hier fehlt die Bundesliga. Einen Pokal-Modus gibt es auch noch und so kann die Weltmeisterschaft nachgespielt werden – auch wenn es hier dann um den Konami-Pokal geht. Ferner steht für den schnellen Kick noch das Freundschaftsspiel auf dem Programm, in dem mal eben zwei Team gegeneinander antreten und es darf fleißig trainiert werden. Einen speziellen Modus, in dem bestimmte Aufgaben erfüllt werden müssen – so wie 50 Kurzpässe an den Mann zu bringen –, gibt es jedoch nicht mehr. Der Online-Modus ist vorhanden, konnte aber noch nicht getestet werden, da sich bislang niemand auf dem Konami-Server tummelte. Das soll ab Donnerstag anders werden – und hoffentlich störungsfrei. Was hat die PC-Fassung noch zu bieten? Zum einen gibt es – ähnlich wie die Achievements bei der Xbox 360 – eine Titel-Liste, in der ihr sehen könnt, was ihr schon erreicht habt. Dabei geht es um den ersten Hattrick, eine lange Siegesserie und eine Vielzahl weiterer Kleinigkeiten. Extrem gelungen und zum Glück wieder dabei: Der Editier-Modus, bei dem gescannte Bilder in die Spielerportraits ebenso eingefügt werden können wie Brustlogos – die Wappen der Teams lassen sich allerdings nicht so ohne weiteres verändern, was damit der kompletten manuellen Eingliederung der Bundesliga im Weg steht. Anpfiff, Anstoß – und jetzt rollt die KugelEin Tritt gegen die Kunststoffpille, die Zuschauer johlen und ich lasse den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Ärgerlich, dass Dodo in seinen technischen Mitteln begrenzt ist, ihm die Kugel vom Fuß springt. So hat Galatasaray Istanbul die erste Chance im Spiel, als Hakan Sükür den Abwehrrecken Stremer düpiert und plötzlich frei vor Lothar auftaucht – doch der verkürzt den Winkel und es gibt erst einmal eine Ecke. Durchatmen. Kurz darauf mein erster gelungener Spielzug, als Hamsun das Sprintduell an der Außenbahn gewinnt und herrlich in die Mitte flankt. Leider hat Gutierrez sein Zielwasser nicht getrunken und die Kugel geht in Richtung Stadiondach. Aus fünf Metern Entfernung! Ich raufe mir die nicht vorhandenen Haare.Wenn es virtuellen Fußball gibt, dann mit Konami. Flüssiger, geschmeidiger und realitätsnaher habe ich das Spiel noch nicht erlebt – es sei denn, ich spiele selbst. Das Passspiel klappt hervorragend und wer einen Xbox-Controller sein Eigen nennt, der wird sich damit schnell auf dem Rasen wohlfühlen. Selbstverständlich kann auch mit der Tastatur gespielt werden, aber ist ein wenig mühsam. Der Xbox-Controller, auf den das Spiel auf dem PC ideal zugeschnitten ist, lässt dann keine Wünsche offen: Allein die Möglichkeit, den Ball mit dem rechen Stick gegen die Laufrichtung zu passen, die Kugel in den freien Raum zu spielen, ist und bleibt eine Sache, die Konami für sein Spiel perfekt gelöst hat. Allerdings gab es das auch schon bei den Vorgängern und auch wenn die Verbesserungen des Systems spürbar sind, so ist das keine einschneidende Änderung. Wer mich nach deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger fragt, dem muss ich schon hier sagen: Es gibt sie nicht. An vielen Stellen wurde gefeilt, einige Animationen verbessert, das Schussverhalten noch einmal angepasst, aber die große Überraschung, der „Aha-Effekt“ bleibt aus. Sicher, es gibt ein paar neue Dribblings, aber die sind – ebenso wie das Trikotzupfen oder die „Schwalben“-Funktion – nur Augenwischerei. Eine Bereicherung stellt die „Team Vision“ da, die intelligente KI des Gegners, die verhindern soll, dass ich immer wieder mit denselben Spielzügen zum Erfolg komme. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden muss ich meine Taktik immer wieder umstellen, so dass auch Spiele gegen den Rechenknecht zu einer wahren Schlacht geraten. Im Grunde genommen gibt es auf dem Rasen bei Konami nicht mehr viel zu verbessern, woran es fehlt, ist die Optik und der Umfang. |
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