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Test: Global Conflicts: Palestine
Politik und Spielen - passt das wirklich zusammen?Wer nicht nur oberflächlich zocken will, sondern sich auch für Politik interessiert, der darf ausnahmsweise mal weiterlesen: Mit Global Conflicts: Palestine stellt der dänische Entwickler ein ambitioniertes Spiel vor, das sich mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt befasst. Als amerikanischer Redakteur macht ihr euch in den nahen Osten auf, um von dort über den Krisenherd zu berichten. Ein sehr ehrgeiziges Projekt, das den Spieler zum Nachdenken anregen will, ohne dabei Partei zu ergreifen. Ob das wirklich funktioniert und ob hinter den Ambitionen auch ein gutes Spiel steckt, lest ihr im politisch aufgeklärten Testbericht.Der Nahost-Konflikt im BrennpunktIch will nicht lange um den heißen Brei herumreden: Die Idee hinter Palestine ist klasse, aber das Ganze ist äußerst schlapp umgesetzt worden. Als Redakteur recherchiert ihr im Krisengebiet und könnt dabei grundsätzlich entweder als Frau oder als Mann in Aktion treten – praktischerweise haben beide Charaktere denselben Kurzhaarschnitt, was den Entwicklern sicher eine Menge Programmierarbeit erspart hat. Fünf Missionen stehen dabei der Reihe nach auf dem Programm, wenn ihr das Spiel chronologisch spielen wollt – eine sechste Zusatzmission gibt es noch als Bonus. Aber im Missions-Modus es ist auch möglich, die fünf Kapitel einzeln zu spielen, unabhängig davon, ob ihr die vorgegangenen Missionen schon erledigt habt.Wer von dem israelisch-palästinensischen Konflikt noch nicht viel gehört hat, der muss in den vergangenen 50 Jahren noch nicht auf diesem Planeten gewesen sein und da das Spiel ab 16 Jahren eingestuft wurde, sollte tatsächlich eine gewisse Reife und Erfahrung vorhanden sein, um sich mit den wahrlich umfassenden Informationen auseinandersetzen zu können. Aus einer Iso-Ansicht betrachtet ihr das Geschehen: Mit der Spielfigur lauft ihr durch das Krisengebiet, erfüllt kleine Nebenmissionen, um Kontakte freundlich zu stimmen, doch der Kernpunkt ist die Recherche für die aktuelle Geschichte, die ihr an eine von drei Zeitungen liefern müsst. Je nach Sitz der Zeitung müssen unterschiedliche Schwerpunkte in der Berichterstattung geliefert werden: Dafür müsst ihr mit Beteiligten reden und wichtige Sätze dann in eurem Notizblock festhalten – niemand muss selbst schreiben, das geht alles per Knopfdruck. Klingt alles ganz einfach – und das ist es auch, allerdings in jeder Hinsicht. Ihr klickt euch durch Dialoge, stellt Fragen und macht euch Notizen. Dummerweise ist der Block begrenzt und lässt euch nur 15 Zitate mitschreiben – was diese Begrenzung soll, kann ich nicht sagen. Manchmal entscheidet ein Redakteur erst sehr spät, was wichtig ist, aber deswegen muss er trotzdem alles andere mitschreiben. Na, egal: Die Informationen, die ich im Spiel finde, sind umfangreich und geben Global Conflicts: Palestine genau den Tiefgang, der anderen Titel fehlt. Es geht nicht um Gut oder Böse, es geht darum, sich selbst ein Bild zu machen. Ein Aufklärungsspiel auf politischem Niveau, leider ist das Ganze spielerisch eher ein Reinfall. Endlose Klickereien und kindliche ZwischenspieleEs beginnt schon mit der nebulösen Online-Sache, die im Vorfeld gar nicht weiter erklärt wurde und sich nun als Forum entpuppt, in dem ich mich mit anderen über den Nahost-Konflikt austauschen kann. Politisch gesehen ist das wertvoll, mit dem Spiel hat es nur thematisch zu tun. Einen Online-Modus gibt es demnach nicht, wohl aber die Internetseite des Entwicklers mit weiteren Informationen zum Thema. |
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