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Test: Clive Barker's Jericho
Viel Blut und Gedärme und was sonst noch?
Der Name Clive Barker dürfte mittlerweile fast jedem ein Begriff sein, der auch nur ein klein wenig etwas für Horrorgeschichten übrig hat. Literaturfreunde kennen ihn als Autor von ebenso wirren wie blutigen Romanen und Kurzgeschichten, Filmfreunde als Regisseur des hochgelobten Hellraiser und Gamer als Storyschreiber für den Egoshooter Undying . Letzterer fuhr zwar durchweg gute Kritiken ein, verkaufte sich mit rund 25000 Exemplaren weltweit aber mehr schlecht als recht. Das hat den Pinhead-Erfinder jedoch nicht entmutigt: mit Clive Barkers Jericho will er's jetzt nochmal wissen. Die USK verweigerte dem Spiel jedoch eine Alterseinstufung aufgrund zu brutaler Szenen, so dass nun eine Indizierung des Spiels durch die BPjM droht. Ungeliebter NachwuchsWorum geht es in Jericho? Zunächst etwas Hintergrundwissen: laut der christlichen Schöpfungsgeschichte waren Adam und Eva ja bekanntlich die ersten Menschen auf Erden. Im Szenario von Jericho waren die beiden jedoch schon der zweite Anlauf. Den ersten Versuch ein Wesen nach seinem Ebenbild zu erschaffen, das Erstgeborene, hat Gott nämlich gründlich in den Sand gesetzt. Der Schöpfer bekam schon bald Angst vor seinem Spross und da er das Erstgeborene nicht vernichten konnte, sperrte er sein Balg statt dessen in ein transdimensionales Gefängnis, die Pyxis, ein und warf den Schlüssel weg. Aus den Augen, aus dem Sinn.Inzwischen sind ungefähr 2000 Jahre vergangen. Das Jericho-Team, eine von der US-Armee aufgestellte Sondereinheit mit okkulten Fähigkeiten, wird mitten in die afrikanische Wüste geschickt. Dort ist quasi aus dem Nichts die uralte Stadt Al-Khali aufgetaucht. Eine Gruppe der schweizer Garde, die den Ort zuerst untersuchen sollte, wurde von merkwürdigen Wesen angegriffen und das Jericho-Team soll diesen Vorfall nun untersuchen. Wie sich bald herausstellt, versucht das Erstgeborene bereits zum siebten Mal aus seinem Gefängnis auszubrechen. Laut einer alten Prophezeiung wird es beim siebten Versuch entweder die Freiheit erlangen (=Weltuntergang, was sonst?) oder vernichtet werden. Zu diesem Zweck muss das Jericho-Team im weiteren Spielverlauf immer weiter durch die Zeit zurückreisen, bis zur Pyxis selbst. Mehr darf man von der Story kaum verraten ohne dem Spiel viel von seiner Faszination zu nehmen. Kommen wir also gleich zum... GameplayJericho ist alles in allem ein recht konventioneller Egoshooter mit leichten Taktikelementen, der sich jedoch in mancherlei Hinsicht von der Konkurrenz abhebt, u.a. im Teammanagement. Zunächst ist man zu siebt unterwegs. Nach kurzer Spielzeit wird jedoch das alter Ego des Spielers, Captain Ross, von einem fiesen Dämon getötet. Fortan hat man nun die Möglichkeit als Geist in die Körper der anderen Protagonisten hineinzuspringen und sie zu steuern.Jede der restlichen Spielfiguren verfügt dabei über spezielle Fähigkeiten, die entweder im Kampf oder zum überwinden von Hindernissen nützlich sind. Ausserdem favorisiert jeder Charakter einen bestimmten Waffentypus. So verfügt Lt. Black z.B. über telekinetische Fähigkeiten, mit denen sie Hindernisse einfach aus dem Weg schieben kann. Zudem hantiert sie mit einem durchschlagsstarken Scharfschützengewehr. Delgado hingegen ist der leicht cholerische Kraftmeier im Team. Er durchsiebt Gegner mit einer enormen Minigun und hat immer sein Lieblingshaustier dabei: Ababinili, einen Miniaturdrachen, dem er allerdings seinen rechten Arm als Opfer darbringen musste. Seitdem läuft er mit einem schwarzen Monolithen anstelle des Arms durch die Gegend. Klingt abgefahren? Es geht noch weiter. Cole z.B. ist eine Realitätshackerin. Sie kann die Zeit verlangsamen (=Bullettime) oder mal schnell mittels Predator-Arm-Tastatur Munition herbeizaubern. Das ist nämlich eine Besonderheit des Spiels das man keinerlei Items, neue Waffen oder Munition in den Levels aufsammeln kann. Stattdessen machen sich die Teammitglieder lautstark bemerkbar und Cole beamt dann einfach etwas Munition in die Taschen der Spielfigur. Nach jedem erreichten Checkpoint wird zudem der komplette Vorrat aufgestockt, so dass einem praktisch nie die Munition ausgeht. Auch die altbekannten Medipacks sucht man vergeblich. Wird die Spielfigur verwundet, braucht man lediglich ein paar Sekunden Deckung zu suchen um sich zu regenerieren. |
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