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Test: Quiz Taxi

Passanten- und Telefonjoker am PC? Wie geht das?
 
Vor einigen Jahren dachte man bei „Quiz-Show“ noch an den biederen „Großen Preis“, der mir als Kind eigentlich nur wegen Wum und Wendelin gefiel, aber mit „Wer wird Millionär“ wurde eine Renaissance eingeleitet und auf der Erfolgswelle wollen viele Sender mitschwimmen. So auch Kabel 1 mit ihrem Quiz Taxi, das nun auch für den PC vorliegt.

Eine Taxifahrt ist lustig, eine Taxifahrt ist schön?

Die Ankündigung des Spiels löste bei mir seinerzeit schon ein Stirnrunzeln aus. Eine Taxi-Fahrt am PC und dabei Fragen gestellt bekommen? Und wie wollen die das mit dem Handy- und dem Passantenjoker umsetzen? Vor meinem geistigen Auge sah ich mich als Passagier durch eine 3D-Landschaft kutschiert werden, in einer Nachbildung des Taxis sitzend. Meine Fantasie zeichnete ein recht interessantes Spielerlebnis, mal sehen, was die Realität zu bieten hat.
Die Installation geht schnell vonstatten, das Handbuch – korrigiere: der Handzettel – lässt aber schon Böses ahnen. Eine Spalte(!) des DIN-A-5-Blättchens beschreibt die Installation, der Rest der Vorderseite und die komplette Rückseite sind Werbung. Scheint also wohl nicht besonders komplex.
Im Menü angekommen, legt man ein Profil an, wählt Ein- oder Zweispielermodus und dann kommt die Stadtauswahl. Die 10 größten Städte Deutschlands sind dabei und in jeder gibt es noch einmal unterschiedliche Routen, deren Länge den Schwierigkeitsgrad ausmachen. Hat man sich für eine Strecke entschieden, beginnt das eigentliche Quiz...

Schock, Ungläubigkeit...

... und die Ernüchterung setzt ein, ach was red’ ich, der Schock, der Unglauben, mit vehementem Kopfschütteln will man leugnen, dass DAS wirklich alles ist. Eine Comic-Adaption von Moderator Thomas Hackenberg begrüßt einen, dann kommt der Hauptbildschirm. Auf der linken Seite ist einem Spinnennetz gleich die Strecke zu sehen und rechts wird die Frage (von insgesamt 4000) eingeblendet, oben sieht man noch, welche Joker und wie viele Leben (anfangs drei) man noch hat. Die Antworten gibt man mit einer der Tasten QWER (der zweite Spieler hat eigene Tasten), ab und zu muss auch mal was buchstabiert werden. Je schneller man ist, desto mehr Bonuspunkte gibt es und nach jeder Antwort wird wieder Hackenberg eingeblendet und gibt so tolle Kommentare wie „Ja sichi (kein Schreibfehler!), „das stimmt“, oder „Alter Schwede, das ist richtig“ zum Besten, was schon nach 2 Minuten unheimlich nervt. Nochmal Return und die nächste Frage kommt, bis man entweder dreimal falsch geantwortet, oder das Ziel erreicht hat.
Wobei, was heisst eigentlich Ziel? Im Grunde hätte man die Karte und das Taxi auch weglassen und stattdessen die Dauer des Quiz in Minuten angeben können. Denn von der ausgewählten Stadt bekommt man absolut NICHTS zu sehen. Wer auch immer in der Presse-Erklärung den Satz „Das PC-Spiel fängt die einzigartige Atmosphäre der Rateshow so gekonnt ein, dass Fans nicht mehr aussteigen möchten“ verfasst hat, leidet entweder unter totalem Realitätsverlust oder hat sich beim Schreiben des Satzes wohl ein Grinsen nicht verkneifen können.

Die Dreistigkeit des Seins

Die Joker kann man über die Tasten 1 bzw. 2 auswählen. Dann hört man eine Stimme aus dem Off etwas von sich geben und eine der vier Antworten empfehlen, wobei laut Hilfe der Passantenjoker zu 40% und der Telefonjoker zu 60% richtig liegt. Am Ende der Strecke kann man dann per Masterfrage noch verdoppeln (oder alles verlieren) und trägt sich dann ggf. in die Highscore-Liste ein. Und das war’s.
Nicht zu fassen, dass für sowas ernsthaft jemand 20 Euro verlangen kann, das ist wirklich unglaublich dreist. Denn schon oft hab ich bei wenig berauschenden, simplen Spielen angemerkt, dass man die auch als kostenloses Flashspiel für den Browser anbieten könnte. Hier sieht es anders aus, denn kostenlose Quizspiele für den Browser gibt es tatsächlich (z.B. Flashquiz.de). Nun mag ein Fan anmerken, dass die nichts mit Quiz Taxi zu tun haben. Richtig, hat dieses Spieler aber abgesehen von Thomas Hackenbergs Stimme, dem Logo und der Übersichtskarte auch nicht.
Würde das schon für eine wahrhaft unterirdische Wertung reichen, kommt es noch dicker. Wenn im Zweispielermodus beide die richtige Antwort drücken, wird gar nicht eingeblendet, wer denn nun die Punkte bekommt, nur an der sich verändernden Gesamtsumme kann man das sehen, vorausgesetzt, man hat sich vorher gemerkt, wer wieviel hatte. Dem Fass den Boden schlägt dann endgültig aus, dass dieses simple Produkt auch noch Bugs enthält, denn ich bekam mehrfach die Fehlermeldung „Script Error“, die sich zwar wegklicken ließ, aber bei jeder Frage aufs Neue kam und einen Neustart nötig machte.
Wer ein so simples Spiel auch noch so schlampig umsetzt, der hat eine absolute Tiefstwertung verdient.
Screen 1
Nervig: Skriptfehler bei der Streckenauswahl
Screen 2
Gewusst
Screen 3
Buchstabieren fällt selten schwer
Screen 4
Am Ende wird abgerechnet

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Packshot
Quizspiel
von CDV, phenomedia
USK-Freigabe ab 6 Jahren
PCNovember 2007

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