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Passend zu Weihnachten hat kürzlich das Adventure Culpa Innata, eine Dystopie, die die moderne, westliche Leistungs- und Konsumgesellschaft kritisiert, ihren Weg in die Regale der Spielehändler gefunden. Schöne neue Welt2047. Nach mehreren Kriegen und sozialen Unruhen glauben die Menschen – wieder einmal – die Wurzeln allen Übels ausgemacht zu haben, schafften die Nationalstaaten kurzerhand ab und fanden sich in der Weltunion, die im Wesentlichen aus den Gebieten der heutigen westlichen Welt – also Nordamerika, Europa, Japan und Australien – besteht, in einem neuen Gesellschaftssystem zusammen. Die Liste der Vorzüge ihrer neuen Gesellschaftsordnung ist lang: Wohlstand für alle, Vollbeschäftigung, Krankheiten wie Aids und Krebs wurden besiegt, Sex dient der Unterhaltung, überall herrscht Frieden und Sicherheit... bis etwas Ungeheuerliches diese perfekte Gesellschaft erschüttert. Im Schurkenstaat Russland wurde ein Weltunionsbürger ermordet. Phoenix Wallis, Friedensoffizierin des GFSN (Globales Friedens- und Sicherheitsnetz der Weltunion) in der Grenzmetrople Adrianopolis, wird mit der Lösung des Falls betraut.Hier kommen wir ins Spiel und übernehmen die Geschicke der reizenden Phoenix, um ihr zu einem höheren HDI (Human Development Index) zu verhelfen. In der Weltunion werden Menschen sowohl charakterlich als auch beruflich beurteilt und vierteljährlich auf einer Skala (HDI) eingestuft. Dieser Richtwert beeinflusst wiederum den Stellenwert eines Menschen in der Gesellschaft. Familien und die Ehe wurden abgeschafft. Sex wird mit ständig wechselnden Partnern praktiziert. Kinder werden in Entwicklungszentren gezielt erzogen. Die Menschen wohnen alle mit Blick auf eine riesige leuchtende Pyramide, die nichts anderes als ein gigantisches Einkaufszentrum ist. In den Wohnungen der Bürger hängen Werbeplakate, für die sie wiederum Geld erhalten. Status und Besitz sowie Arbeit und Unterhaltung sind die Triebfedern dieser Gesellschaft. Insgesamt wirkt die Spielwelt von Culpa Innata durch viele zahlreiche, durchdachte Details unglaublich authentisch und sorgt für Atmosphäre. Es bleibt dem Spieler überlassen, wie tief er in diese Welt eintauchen möchte. Er kann sich strikt auf seinen Kriminalfall konzentrieren oder die Augen öffnen und scheinbar irrelevante Plakate, Dialoge, Schriftzeichen etc. lesen und herausfinden, ob die Gesellschaft der Weltunion wirklich so perfekt ist wie sie zunächst erscheint. Viele Wege führen nicht nur nach RomDiese Vorgehensweise ist möglich, da das Spiel nichtlinear verläuft. Das bedeutet, das in Culpa Innata viele Wege zum Ende der Story führen. Je nachdem, wann und wie Phoenix Personen befragt oder wann und welche Rätsel sie löst, schreitet die Story voran. Hat es sich Phoenix mit einer Person verscherzt, so lehnt diese eventuell ein weiteres Gespräch ab. Eine notwendige Information zum Weiterkommen hat dann aber vielleicht ein anderer Gesprächspartner. Erzielt man gar keine Ergebnisse, wird man zur Chefin Captain Dagmar Morssen zitiert und erhält hier eventuell die Nachricht, dass Phoenix’ Kollege Julio, ein opportunistischer Intrigant, Fortschritte im Fall erzielt hat.Ziemlich viele eventuell und vielleicht. Aber genauso erfrischend anders als herkömmliche Adventures spielt sich Culpa Innata. Bemerkenswerterweise treten trotz dieser Nichtlinearität kaum Logikfehler wie der folgende auf: In einem Gespräch mit ihrer Freundin Sandra verrät Phoenix beispielsweise, dass ihre Chefin einen entscheidenden Hinweis gegeben hat, obwohl dem nicht so war und wir völlig anders an die entsprechende Information gekommen sind. Personal AssistantGesteuert wird Phoenix aus der 3rd-Person-Perspektive. Per Klick auf die linke Maustaste wandert sie durch die Welt, per Doppelklick rennt Phoenix. Objekte und Personen müssen erst durch Absuchen des Bildschirms gefunden werden. Ist man schließlich auf etwas Interessantes gestoßen, ändert sich der Cursor in ein Fragezeichen-Symbol. Einen Mausklick später beschreibt Phoenix den Gegenstand oder die Person, woraufhin ein interaktionsabhängiges Symbol wie beispielsweise eine Lupe oder ein Mund erscheint.Bildschirmausgänge werden durch Pfeile angezeigt. Allerdings sind diese häufig sehr seltsam platziert. Zudem wird bisweilen die Orientierung dadurch erschwert, dass nach einem Bildschirmwechsel meistens ein Kamera- und Perspektivenwechsel folgt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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