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Retrotest: Maniac Mansion
Bernhard? Edison? SCUMM? Wer oder was ist das? Solltet ihr euch diese Frage stellen, gehört dieser Retrotest zur Pflichtlektüre.1987 und die Jahre davor, waren Zeiten, in denen Adventures größtenteils nur mit reiner Text- und Tastatureingabe spielbar waren. Es gab zwar hin und wieder Versuche, dieses Prinzip zu ändern, wie z.B. mit Murder on the Mississippi aus dem Jahre 86, doch die große Revolution erfolgte erst rund zwölf Monate später. Maniac Mansion aus dem Hause Lucasfilm (später LucasArts) trat auf die Bildfläche und machte das Spielen eines Adventures plötzlich so einfach. Umgesetzt wurde der Titel für etliche Systeme, darunter sogar eine kurios geschnittene NES-Version, in der viele Hintergründe geändert worden sind und allzu schlüpfrige Andeutungen und Ausdrücke weichen mussten. Wer nicht weiß worum es in diesem Titel geht, dem sei hier noch einmal die Story erzählt.Vor genau 20 Jahren …Mit diesen Worten beginnt das legendäre Abenteuer rund um Dave, seine Freunde, einen Meteor und die Familie Edison. Sandy, die Freundin von Dave, wurde von Dr. Fred Edison in sein abgeschiedenes Haus entführt, wo er mit seiner sexhungrigen Frau Edna, seinem militanten Sohn Ed und seinem mumifizierten Cousin Ted lebt. Vor 20 Jahren landete dort ein Meteorit, der Intelligenz besaß und die Familie unter seine Kontrolle nahm. Mit Hilfe von Dr. Fred und des Gehirns von Sandy hat dieser böse Stein nun vor die Welt zu erobern. Dave will eigentlich nur seine Freundin aus dem Anwesen retten und ahnt von all dem noch gar nichts. Also machen er und zwei weitere Freunde sich auf den Weg ins Tollhaus.Die Qual der WahlBevor es überhaupt los geht, entscheidet man sich, wen man mit auf seine Odyssee nehmen will. Drei Charaktere gehen ins Haus. Da Dave der Hauptcharakter ist, ist er auch ein fester Bestandteil des Teams. Somit kann man noch zwei Protagonisten aus einem Pool von sieben Freunden wählen. Jeder hat so seine bestimmten Fähigkeiten und somit ergeben sich viele verschiedene Lösungswege. Bernhard, Gewinner des Eierkopfpreises, ist z.B. ein Technikfreak und kann alles reparieren. Razor hingegen ist Frontsängerin der Punk-Band "Razor and the Scummetts“, hat musikalisches Talent und keine Skrupel irgendwelche Lebewesen in die Mikrowelle zu stecken.Was man nach dem Intro auf dem Bildschirm sieht, war für damalige Verhältnisse revolutionär. In der oberen Hälfte sieht man das Geschehen, die anderen 50 % teilen sich eine Reihe von Verben und das Inventar. Will man einen Gegenstand benutzen, klickt man mit der Maus erst auf das Verb wie z.B. „Nimm“ und dann auf das gewünschte Objekt. An eine luxuriöse Hot-Spot-Funktion war nicht zu denken. Stattdessen gibt es die Aktion „Was ist“, mit der man über den Bildschirm fährt und alles genau absuchen muss. Klingt umständlich war, damals aber echt der Hammer. Dieses Bedienungssystem nennt sich SCUMM und was die Abkürzung für Script Creation Utility for Maniac Mansion. SCUMM wurde in etlichen Adventures genutzt und schaffte es auf stolze acht Versionen. Zuletzt verwendete man das Eingabeprogramm bei The Curse of Monkey Island und es wurde letztlich durch GrimE abgelöst, welches für 3D-Programme besser geeignet war. Den Heldentod sterbenIn Abenteuern aus dem Hause LucasArts bzw. Lucasfilm können die Helden eigentlich nicht sterben, doch das war bei Maniac Mansion noch anders. Es gibt etliche Möglichkeiten die Kids unter die Erde zu bringen. Man kann z.B. eine Kernschmelze hervorrufen (die gleich im Umkreis von 20 km alles zerstört), die Freunde im Pool ertränken oder ein radioaktives Gemisch in der Mikrowelle erhitzen.Doch nicht nur solche Unfälle sind äußerst tödlich, sondern zum Teil auch die Bewohner des Hauses. Ed hat einen Hamster, den er über alles liebt. Krallt man sich diesen kleinen Nager und steckt ihn in die Mikrowelle, sollte man die Überreste lieber schnell verschwinden lassen. Ist man jedoch so mutig und gibt den explodierten Hamster an Ed zurück, endet das mit einer Begegnung mit dem Sensenmann. Außerdem machen zwei Tentakel das Unwesen unsicher, dessen purpurne Version im Nachfolger Day of the Tentacel , in dem der Klassiker sogar integriert ist, für ordentlich Chaos sorgt. Mit dem Tod eines Protagonisten endet das Spiel allerdings nicht. Lösbar ist das Adventure auch noch mit zwei Jugendlichen. Wenn übrigens Dave den Löffel abgibt, wird das im Abspann auf lustige Weise kommentiert. Insgesamt warten fünf verschiedene Endsequenzen darauf gesehen zu werden. |
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