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Ein urinierender Held ist ein seltener Anblick
Screen 2
War es wirklich Selbstmord?
Screen 3
Auf Wunsch lassen sich stylische Sprechblasen einblenden
Screen 4
Die Übersichtskarte ist sehr praktisch

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Aktuellste News zum Spiel

Wenn man an Adventures im Comic-Look denkt, fallen einem unweigerlich die vielen humorvollen Abenteuer vergangener Tage ein. Dass ein Adventure mit Zeichentrickoptik nicht zwanghaft lustig sein muss, zeigt uns Goin‘ Downtown aus dem Hause Silver Style Entertainment. Die Grundstimmung ist düster und die Story alles andere als Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Die neue Gesundheitsreform

Die Krankenkassen haben Handys wegen der gesundheitsschädlichen Strahlung verboten, jeder hat zu Hause einen Bargelddrucker und einen elektronischen Arzt, der die wichtigsten Medikamente ausspuckt. Dieses Szenario malen die Entwickler für das Jahr 2072, in dem die Menschen in den USA nach Steuerklassen eingeteilt werden. Prostituierte gehören demnach zum Bodensatz der New Yorker Gesellschaft und so interessiert sich niemand für 42 tote Bordsteinschwalben. Als Hauptdarsteller Jake eine verwirrte Prostituierte direkt vor seiner Haustür findet, bietet er ihr sein Bett als Nachtlager an – als er am nächsten Morgen aufwacht, liegt die Frau tot vor dem Haus. Selbstmord? Oder stand die Frau unter Schock? Den Behörden ist dieser Tod egal, Jake, selbst ein Polizist, stellt nun auf eigene Faust Nachforschungen an. Allerdings hat der Protagonist seit dem gewaltsamen Ableben seiner Frau schwer mit sich selbst zu kämpfen, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

Gewalt, Sex und Drogen

Die Story von Goin‘ Downtown ist überraschend erwachsen. Witzige Einlagen gibt es keine. Der Hauptdarsteller führt häufig trübsinnige Monologe, stark angelegt am Film Noir. Dank der Zukunftsthematik sind Parallelen zu Blade Runner kaum von der Hand zu weisen, wenn nicht sogar gewollt. Es wird außerdem kein Blatt vor dem Mund genommen. Diverse Sexualpraktiken, harte Drogen und die allgegenwärtige Prostitution werden thematisiert. Die Geschichte verläuft wie ein Film Noir-Krimi, eine unbekannte Tote und ein gebrochener Held der schlussendlich die erschreckende und überraschende Wahrheit ans Licht bringt.
Die Story ist fesselnd, aber leider nicht allzu spektakulär inszeniert. Dramatische Zwischensequenzen oder ähnliches gibt es nicht. Wenn, dann werden selbst ablaufende Szenen aus einem anderen Kamerawinkel in Spielgrafik dargestellt. Zudem ist die düstere Geschichte mit rund sechs Stunden nicht gerade lang, kostet dafür aber gerade mal schlanke 29,99 € (UVP).

Reisen wie im Flug

Die Entwickler konnten in letzter Zeit viel Erfahrung im Adventure-Genre sammeln (z.B. EverlightWeitere Infos oder Simon 4Weitere Infos) und das macht sich besonders in der komfortablen Bedienung bemerkbar. Mit einem Linkslick bewegt sich Jake über den Bildschirm und sackt Gegenstände ein. Ein Doppelklick sorgt für mehr Tempo und das Überspringen einer Location. Lobenswert ist die stets aufrufbare Übersichtskarte, auf der man bequem und schnell von Ort zu Ort reisen kann. Außerdem gibt es eine Hotspot-Funktion in dreifacher Ausführung. Man kann sich nur die Ausgänge anzeigen lassen, ausschließlich benutzbaren Gegenstände oder gleich alle Objekte im Raum. Das sorgt für Übersicht und ist ein sinnvolles Feature. Gleiches gilt für das Tagebuch. Dort hält der Protagonist alle seine Aufgaben schriftlich fest und in drei Stufen darf man sich dort helfen lassen. Der erste Tipp ist noch recht vage, der letzte löst das Rätsel. Eine Komplettlösung wird somit überflüssig. Ein wenig Kritik muss sich das Inventar gefallen lassen. Dort landen viele Gegenstände recht früh, die erst später oder sogar gar nicht gebraucht werden und so unnötig für schweres Gepäck sorgen.
 
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