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Test: Age of Conan - Hyborian Adventures

Die Barbaren fallen in das MMO-Genre ein. Kann ihnen die Konkurrenz etwas entgegen setzen, oder wird sie unweigerlich überrannt?
 Age of Conan - Hyborian Adventures
Jeder kennt ihn, sei es nun aus den beiden Filmen mit Arnold Schwarzenegger oder Robert E. Howards Büchern. Die Rede ist natürlich von Conan dem Barbaren. Mittlerweile sitzt der gute Herr auf dem Thron Aquiloniens und sieht sich einer Bedrohung gegenüber, die er nicht einmal durch einen seiner blutrünstigen Amokläufe alleine lösen könnte. Sein Land wird von allerlei bösen Kreaturen bedroht, teilweise menschlichen, aber auch dämonischen bzw. unterirdischen Ursprungs. Als letzten Ausweg beschließt er, die tapfersten Männer und Frauen des Landes zu versammeln, um die Unholde zurück in ihre Löcher zu treiben. Als Spieler von Age of Conan ist es natürlich das Ziel, selbst einer dieser künftigen Helden zu sein, wovon man zu Beginn natürlich noch absolut nichts ahnt.

Vom Sklaven zum Held

Wie sollte man auch, denn das Spiel startet auf einer Sklavengaleere, wo man sich einen der unterjochten Gefangenen aussuchen darf, was zugleich auch die Charaktererstellung darstellt. Je nachdem welches Geschlecht und welche der drei verfügbaren Völker – Aquilonier, Cimmerer oder Stygier – man auswählt, schaltet der Bildschirm auf einen anderen Sklaven, den man anschließend nach eigenem Gutdünken an seine Wünsche anpassen darf. Egal ob Hautfarbe, Körpermaße, Größe, Frisur oder auch Körperbemalung, es stehen verschiedenste Optionen zur Auswahl, die sich sogar je nach Volk unterscheiden. Wer es gerne etwas detaillierter hätte, schaltet einfach in den Fortgeschrittenen Modus um, der es einem z.B. erlaubt, jeden Winkel des Gesichts per Schieberegler anzupassen.
Zusätzlich wählt man hierbei noch eine der 12 verfügbaren Klassen, wobei die jeweiligen Völker natürlich nicht jede Profession beschreiten dürfen. Den magiebegabten Stygiern beispielsweise stehen als einzige die drei magischen Klassen Dämonologe, Nekromant und Herold des Xotli zur Verfügung. Wer einen Soldaten (mit den drei Unterklassen Wächter, Dunkler Templer und Eroberer) spielen möchte, muss hingegen mit einem Aquilonier oder Cimmerer vorlieb nehmen. Neben diesen gibt es schließlich noch drei Priesterklassen wie den Bärenschamanen und drei Schurken, zu denen unter anderem der Barbar gehört.
Während einige Klassen bereits aus artverwandten Spielen bekannt sind, kann man die Fähigkeiten anderer anhand des Namens lediglich erahnen und wird dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben liegen. Das beste Beispiel dürfte der Herold des Xotli sein, der sich im Gegensatz zu seinen beschwörenden Magierkollegen lieber selbst in einen Dämon verwandelt und seine Gegner mit mächtigen Feuerangriffen zur Strecke bringt.

Eins, zwei oder drei

Sobald die Charaktererschaffung abgeschlossen ist, kentert das Schiff mysteriöserweise und man findet sich einige Zeit später am Strand der Insel Tortage wieder. Hier beginnt auch umgehend das Tutorial, in dem es gilt eine holde Maid aus der Hand von Piraten zu befreien und in die Stadt Tortage zu begleiten. Dabei steigt man bereits einige Level auf und kann die ersten Fertigkeiten an noch eher harmlosen Zielen wie Krokodilen oder Pikten ausprobieren. Nach den ersten paar Metern trifft man auch schon auf die angekettete Dame, welche dem Spieler in einem komplett synchronisierten Dialog (die eigenen Antworten darf man jedoch lediglich anklicken, sie werden nicht vertont) die erste Quest erteilt, nämlich einem nahen Unhold den Schlüssel zu ihren Ketten zu entreißen. Also begibt man sich auf die Suche nach diesem und findet nach ein wenig nonverbaler Kommunikation, die damit endet, dass man ihm ein Paddel über den Schädel zieht, den gesuchten Gegenstand.
Im Gegensatz zu den Dialogen ist das Tutorial an sich jedoch leider nicht vertont, vielmehr muss man sich hier durch mehrere textlastige Fenster wühlen, um alle Grundfunktionen des Spiels zu beherrschen. Da sich Age of Conan anders steuert, als man es von Rollenspielen bisher gewohnt war, ist das auch durchaus ratsam. Dies beginnt schon beim Kämpfen an sich, denn durch das Real Combat System wird einem hierbei weitaus mehr abverlangt als man meinen möchte. Einen automatischen Angriff gibt es nämlich nicht, vielmehr muss jeder Schlag durch drücken einer von drei Tasten (1,2 und 3 auf der Tastatur) selbst ausgeführt werden. Jede Taste führt wiederum einen Schlag aus einer anderen Richtung aus – entweder von links, rechts oder von vorne. Passend dazu verfügt jeder Gegner und Charakter im Spiel über drei Schilde, die über Symbole um diesen angezeigt werden und sich völlig frei auf die drei Seiten verteilen lassen. Wer also merkt, dass sein Widersacher immer von rechts angreift, legt einfach alle drei Schilde auf diese Seite, muss dann aber gegen einen Überraschungsangriff von links oder vorne den vollen Schaden einstecken. Im späteren Spielverlauf gesellen sich sogar noch zwei weitere Schlagrichtungen hinzu, die dann über Q und E angesteuert werden.
Entsprechend muss man als Waldläufer beispielsweise genau Zielen, um seine Gegner mit dem Bogen zu treffen und nicht einmal die Heiler bleiben von diesem System verschont. Deren Heilsprüche wirken nämlich meist nur in einem frontalen Kegel vom Spieler aus gesehen, daher muss man schon genau darauf achten wann man diese zaubert.

Klettern will gelernt sein

Doch das ist noch nicht alles, denn wer mit dem Gedanken spielt, eine Nahkampffertigkeit einzusetzen, muss zu deren Ausführung eine bestimmte Kombination der drei Schlagtasten drücken, die dann auf dem Bildschirm angezeigt werden. Anfangs reicht hier ein einzelner Tastendruck, doch je weiter man voran schreitet, um so länger wird auch die Liste. Neue Kombos oder Zaubersprüche erhält man direkt beim Levelaufstieg, dabei gibt es noch zusätzlich Fähigkeits- und ab Stufe 10 Talentpunkte.
Bei den Fähigkeiten kann man unter anderem die Laufgeschwindigkeit oder die Höhe bzw. Regeneration der Ausdauer / Lebenspunkte verbessern. Ebenfalls zu den Fähigkeiten zählt das Klettern, welches man an bestimmten Stellen im Spiel anwenden kann, wobei stets ein Mindestwert in dieser Disziplin vonnöten ist – als Belohnung findet man an diesen sonst unerreichbaren Orten oft Gegenstände zum Lösen einer Nebenquest.
Talente hingegen erinnern eher an die üblichen Rollenspiele, denn hier stehen wie bei World of WarcraftWeitere Infos drei verschiedene Skillbäume zur Verfügung, in denen man seine Punkte frei verblasen kann. Als Eroberer hat man z.B. die Wahl, ob man sich lieber auf den Kampf mit zwei Waffen oder einem Zweihänder spezialisiert, der dritte Baum beinhaltet schließlich allgemeine Fähigkeiten wie mehr Leben oder Schaden und ist für alle Soldatenklassen gleich.
So vielfältig die Auswahlmöglichkeiten für Talente in den insgesamt 80 Leveln des Spiels sein mögen, so kompliziert sind sie leider teilweise formuliert. Bei vielen begreift man sofort was sie machen, aber einige wollen sich dem Spieler selbst nach zigmaligem Durchlesen einfach nicht erschließen – vor allem Genreneulinge werden hier überfordert.
Screen 1
Bei der Charaktererstellung hat man unzählige Optionen
Screen 2
Diese Dame gilt es im Tutorial zu befreien
Screen 3
Nekromanten verlassen sich auf ihre beschworenen Diener
Screen 4
Die Schildsymbole zeigen an, wo man den Gegner am wenigsten verwunden kann
Screen 5
Auf der interaktiven Karte werden alle Questziele markiert

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Age of Conan - Hyborian Adventures

Packshot
Online-Rollenspiel
von Eidos, Funcom
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PCMai 2008

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