Als 1897 der Roman Dracula erschien, dürfte sein Autor - der Ire Bram Stoker - wohl kaum damit gerechnet haben, wie nachhaltig sich seine Vampirgeschichte ins kollektive Gedächtnis einbrennen würde. So ziemlich jeder dürfte schon einmal von Graf Dracula gehört haben. Ebenso weiß natürlich jeder, dass Vampire angeblich das Sonnenlicht meiden und mit Knoblauch, Kruzifix und Holzpflock bekämpft werden.
Unzählige Verfilmungen und Theateraufführungen nahmen sich Stokers Roman und dessen Storyelemente als Vorbild. Selbst auf den PC hat es Dracula schon geschafft, z.B. 1999 mit dem Adventure
Dracula Resurrection
. Nun haben sich die Macher der Sherlock Holmes-Adventures an den Stoff gemacht und beweisen, dass - wenn sie sich auf alte Tugenden verlassen - trotz der letzten Flops ein ordentliches Spiel entwickeln können.
Die Liebe eines Verdammten ist unendlich
Medizinprofessor und Vampirjäger van Helsing hat Grund zu der Annahme, dass sein Freund Jonathan Harker dem berüchtigten Graf Dracula zum Opfer gefallen ist. Doch nicht nur das. Eine Mordserie in London weist darauf hin, dass der dunkle Lord in der englischen Hauptstadt sein Unwesen treibt und dort irgendetwas plant. Im Laufe seiner Ermittlungen erfährt der Vampirjäger, dass der Graf auf der Suche nach Mina ist, die seiner verstorbenen Geliebten zum Verwechseln ähnlich sieht. Mit Hilfe ihres Körpers und eines geheimnisvollen Manuskripts, will er seine tote Angebetete wieder zum Leben erwecken. Dass bei diesem Ritual die ganze Menschheit in Gefahr gerät, scheint dem Vampir vollkommen egal, aber zum Glück kann sich die Welt auf van Helsing verlassen, der sich direkt ans Werk macht.
Nah an der Vorlage
Die Geschichte sollte grundlegend bekannt sein, also darf man von der Erzählung nicht allzu viel Dramatik oder überraschende Wendungen erwarten. Stellenweise wird die Story mit mittelmäßigen Rendersequenzen weitererzählt, die zudem nicht lippensynchron sind. Die Nachforschungen des Professors reichen von England, nach Ägypten und natürlich bis nach Transsylvanien und sollten nach soliden acht Stunden abgeschlossen sein. Während seines Abenteuers wird der kluge Kopf aus der 3rd-Person-Perspektive per Mausklick gesteuert. Zwar weigert sich van Helsing, zu laufen, dafür wechselt er jedoch nach einem Doppelklick auf einen Ausgang sofort die Szene. Genretypisch verändert sich der Cursor interaktionsabhängig. Beispielsweise zeigt ein Hand-Symbol an, dass ein Gegenstand aufgenommen werden kann, während ein Auge auf die Möglichkeit hinweist, sich ein Objekt von van Helsing beschreiben zu lassen.