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Telltale Games fuhren mit den beiden Staffeln von Sam & Max ordentlich Ruhm ein und bewiesen, dass ein Episodenkonzept sehr gut funktionieren kann. Aber anstatt z.B. das nach zwei Folgen ruhende Adventure Bone weiterzuführen, stürzen sich die Entwickler auf frisches Material. Mit Strong Bad‘s Cool Game for Attractive People läutet Telltale Games die nächste Serie ein, die fünf Teile im monatlichen Rhythmus beinhalten soll, insgesamt rund 35 Dollar kostet und (voerst) nur als Download zur Verfügung steht.Mächtig BöseDas Adventure basiert auf der sehr erfolgreichen US-Flash-Serie Homestar Runner, die mittlerweile etliche Folgen umfasst. Strong Bad, der Hauptcharakter des Spiels, ist in der eigentlichen Serie nur eine Nebenfigur, erhielt aber durch die große Beliebtheit seinen eigenen Auftritt, der inzwischen auf stattliche 176 Episoden angewachsen ist. Strong Bad beantwortet in seiner Freizeit Emails der Leser der Website auf sehr sarkastische Art. Dabei macht er sich über die Leser lustig und kommentiert Rechtschreibfehler auf humorvolle Weise. Genau während dieser Tätigkeit beginnt die erst Episode Homestar Ruiner.Strong Bad steht auf Retro, deswegen läuft auf seinem modernen Notebook namens Lappy auch immer noch DOS. Als er gerade seine Emails checkt, erfährt er von einem Rennen, bei dem Homestar Runner als Favorit für den Sieg gilt. Homestar und Strong Bad verbindet eine Art Hassliebe. Homestar hält ihn für einen Freund, Strong Bad hingegen versucht immer ihm das Leben zur Hölle zu machen und aus diesem Grund darf Homestar das Rennen auch nicht gewinnen. Für eine Anmeldung von Strong Bad ist es leider zu spät, darum muss ein anderer perfider Plan entworfen werden, um Homestar aus dem Rennen zu kicken. Story? Egal!Die Geschichte ist wahrlich nicht von Spannung oder Originalität geprägt, aber darauf ist Strong Bad‘s auch nicht angelegt. Es geht viel mehr um den abgefahrenen Humor und die skurrilen Charaktere, die im „Free Country, USA“ leben. Direkt im Tutorial bekommt man einen guten Vorgeschmack, was einen im Laufe der rund dreistündigen Episode erwarten wird.Lappy ist verschwunden und deshalb begibt sich Strong Bad auf die Suche. Mit der Maus und einem Linksklick bewegt man den maskierten Mann durch seine Wohnung, beobachtet Gegenstände und sackt sie ein. Per Doppelklick spurtet Strong Bad. Am oberen linken Bildschirmrand befindet sich das Inventar, eine Karte mit Schnellreisefunktion, die sich nach und nach erweitert und eine Fotokamera, mit der sinnlose Lichtbilder geschossen werden können. Rätsel? Egal!Während dieses Tutorials lernt man auch schon einige Charaktere kennen, die mit Strong Bad zusammen wohnen. Da wäre zum Beispiel der voluminöse und zartbesaitete Bruder Strong Sad oder Bad’s bester Kumpel The Cheat, der vom Aussehen (und der Sprache) her an Pikachu erinnert. Konversationen führt man mit Sprechblasen, die ein Porträt des Themas darstellen. Gelegentlich hat man die Wahl zwischen netten und beleidigenden Antworten. Spielentscheidend sind diese nicht, die Protagonisten sind nicht nachtragend. Wer also eine Figur beleidigt, darf diese nochmal ansprechen und das fromme Herz sprechen lassen.Richtige Rätsel gibt es in Strong Bad’s eigentlich nicht, wenn man von der Nutzung von Gegenstand A an Ort B absieht. Viel mehr ist das Adventure eine spielbare Folge der Flash-Serie und so erlebt man allerlei verrückte Situationen und Minispiele. Man kann z.B. die Teen Girl Squad auf tödliche Mission schicken, indem man einen simplen Comic strickt und die vier Hauptdarstellerin dabei auf möglichst brutale Weise ins Jenseits schickt. Außerdem kann man sich nach Belieben verkleiden, auf die Suche nach verschollenen Comics machen oder an einer Runde Schlangenboxen auf der Uraltkonsole versuchen. Gute Grafik? Egal!Das Adventure wurde wieder mal mit dem Telltale-Baukasten gefertigt, der für den minimalistischen Stil der Internet-Serie ausreichend ist. Die Optik ist sehr spartanisch und Animationen gibt es kaum, ganz wie im Vorbild halt.Die Sprecher, die man aus dem Netz kennt (oder auch nicht), sind mit an Bord und die machen ihren englischen Job sehr gut. Waren bei der Freelance Police schon gute Englischkenntnisse von Nöten, geht es hier noch einen Schritt weiter. Der Humor ist enorm auf Wortwitz ausgelegt und zudem haben viele Charaktere einen Sprachfehler, der das Verstehen zusätzlich erschwert. Glücklicherweise gibt es optional englische Untertitel. | ||||||||||||||||||||||||||||
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