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Test: Das Schwarze Auge: Drakensang

Gelungene Rückkehr des Rollenspielklassikers auf den PC?
 Das Schwarze Auge: Drakensang
Es gab einmal in der guten alten Zeit einen Zwergensohn, dem sein über alles geliebter Bart abhanden gekommen war. Klar, dass der gute Steingrimm, so hieß unser unglücklicher Rasenschmuck, völlig verzweifelt war.
Steingrimm war, nur so nebenbei erwähnt, bereits sein zweiter Name. Seine Mutter nannte ihn in den ersten Monaten „Süßer Puschel“ ob seines flaumigen, tuffigen Haarwuchses. Das änderte sich allerdings als „Süßer Puschel“ häufiger dabei beobachtet wurde, wie er seine Schmusespitzhacke fest umklammert, stundenlang und bösen Blickes vor einer Stollenwand sitzen konnte, nur um diese dann mit voller Wucht und unvermittelt mit der Stirn zu attackieren. Da „Blöde Höhlenratte“ schon vergeben war, einigten sich die entnervten Eltern schließlich auf „Steingrimm“, auch um dem jungen Zwerg für die Zukunft keine - „hüstel“ - Steine in den Weg zu legen.
Aber zurück zum verlorenen Bart. Steingrimm war so außer sich, dass der sonst so liberale Zwerg, sogar seine geliebte Frau Carlabruni unflätig beschimpfte und ihr vorwarf, sie wolle mit ihrem (noch vorhandenen) prächtigen Bart seine Autorität untergraben. Zu Steingrimms Ingrimm trug nicht unwesentlich die Erkenntnis bei, dass er diese Misere seiner eigenen Dummheit zu verdanken hatte.
Nachdenklich rieb sich Steingrimm seine seit Kindheitstagen auffällig vernarbte Stirn und fragte sich ernsthaft was in Angroschs Namen ihn bewogen hatte, auf seine alten Tage noch den Beruf des Alchimisten zu ergreifen. Da hatte es diesen lächerlichen Ehestreit mit seiner süßen Frau gegeben, in dem sie ihm vorwarf nicht mehr der Zwerg zu sein, den sie vor 105 Jahren geheiratet hatte. Er sah es vor seinem inneren Auge. Carlabruni, wie sie lasziv ihren Bart über die Schulter wirft und ihm vorflötet: „Also der Zwerg Sarkozy hat ja wohl den längsten und buschigsten …Kunstpause…. Bart hier im Berg!“ Das hatte ihn erschüttert, da hatte ihn der Ehrgeiz gepackt. Jedem normalen Zwerg hätte allerdings klar sein müssen, dass lächerliche drei Fähigkeitssteigerungspunkte in Alchemie und zwei in Kräutersammeln zu einer feurigen Explosion führen könnten und der Genuss des stümperhaft zusammengemixten Bartwuchstrankes ihn den Rest seiner verkohlten Bartruine kosten würde.
„Sarkozy!“ zischte der Bartlose. Ein unheimliches Grollen und Mahlen rollte durch die Tunnel tief im Berg, ein Höhlenbär nahm erschreckt Reißaus, Steingrimm knirschte mit den Zähnen! „Mister hat den buschigsten Bart!“ Von eiskalter Wut befeuert stampfte Steingrimm Richtung französische Höhle, um dem Zwerg mit dem dämlichsten Akzent unterm Berg ein paar drängende Fragen zustellen. An diesem Abend, so erzählt die Legende, wies die Stirn Steingrimms einige neue Narben auf, sein Gesichtausdruck soll allerdings ein steingrimmig zufriedener gewesen sein.

Das schwarze Auge – Geschichten aus dem Kohlenpott

Warum ich diese Geschichte vom bartlosen Zwerg erzähle? Ja nun, die sind halt im Trend. In meinem neuen Lieblingsrollenspiel Drakensang kann man allein in den ersten Spielstunden bereits zwei Kurze kennen lernen, denen der Bart fehlt – eine auch ästhetisch betrübliche Erfahrung. Und was steckt nicht noch alles an Lehrreichem in dieser alten Legende: Heirate nie eine Zwergin mit schöner Singstimme und skille im Expertenmodus achtsam deine Fertigkeiten! Wer hier nur Bahnhof versteht, muss sich nicht grämen, er ist immerhin jung, niedlich ahnungslos und hat noch nie ein Rollenspiel mir dem Gütesiegel „Das schwarze Auge“ gespielt.
Ah, die Computerspiel-Veteranen rühren sich in ihren dunklen Höhlen, lang vergessene Erinnerungen kämpfen sich durch jahrhundertealten Staubschichten nach oben. „Das schwarze Auge“, da war doch was! Richtig, da war was und da ist was und das schon seit 1984, dem Jahr, in dem das deutsche Pen-und-Paper Rollenspiel im Schmidt-Verlag erschien Ein großer Wurf diese immer noch lebendige Rollenspielwelt, deren bekanntester Kontinent Aventurien den Hintergrund für zahlreiche Kampagnen, Bücher und Brettspiele bietet. Die sogenannte Nordlandtrilogie (Die Schicksalsklinge, Sternenschweif und Schatten über Riva) war in den Neunzigern eine recht erfolgreiche Computeradaption, Spiele die zu fesseln wussten. Drakensang hat inhaltlich mit der alten Nordlandsaga nichts gemein und ist vielmehr der Drachenchronikkampagne zugeordnet. Die Geschehnisse spielen in der friedlichen Provinz Kosch und der Stadt Ferdok, die Ausgangspunkt für die zahlreichen Abenteuer der Drakensang–Helden sind.

Eine kleine Landpartie

Es ist ein Brief und Hilferuf unseres alten Freundes Ardo vom Eberstamm, der uns nach Ferdok zieht, der gute Ardo scheint da einer gefährlichen Geschichte auf der Spur zu sein. Wie übel die Lage in Ferdok tatsächlich ist, stellen wir fest, als uns vor den Toren der Stadt von den Milizen höflich aber unmissverständlich der Zugang verweigert wird. So hängen wir mit zahlreichen anderen Reisenden im kleinen Kaff Avenstreu fest, zumindest bis wir zwei ehrenwerte Bürger auftreiben, die ein gutes Wort für uns einlegen werden. Gesagt, getan - begleitet von der ruppigen aber kampfstarken Amazone Rhulana befreien wir den schusseligen Magier Rakorium aus einer misslichen Lage, retten den windigen Liebhaber der Gauklerin Salina aus den Fängen einer Räuberbande, folgen den Spuren der hiesigen Diebesgilde, schlagen uns in den Wäldern mit Wölfen und Bären herum und schlichten ganz nebenbei den nachbarlichen Streit um einen Apfelbaum. Das ländliche Zwischenspiel in und ums idyllische Avenstreu macht uns in entspannter Atmosphäre mit den grundlegenden Spielmechanismen Drakensangs vertraut.
Wir bewegen uns durch die postkartenhübsche Landschaft, die zwar nicht die letzten Ansprüche der Grafikfreaks befriedigt aber einen sehr homogenen und liebevoll gestalteten Eindruck hinterlässt. Die Farben sind warm und nostalgisch, die Illusion einer „heilen“ Welt auf den ersten Blick gelungen. Etwas weniger hübsch sind die Passanten, NPCs und Gesprächspartner, die zumeist am Platz verharren, nur mittelprächtig animiert sind und keinesfalls mit der Gesichtsakrobatik mithalten können, die uns Mass EffectWeitere Infos vorgeführt hat. Einschränkungen gibt es auch in der eigenen Bewegungsfreiheit, kleine Mauern sind unüberwindbar, abschüssige Wege müssen korrekt abgelaufen werden, mal rasch einen Abhang hinunter springen geht nicht. Somit sind natürlich Klettereinlagen, ducken, kriechen, eingraben und lustig durch die Luft flattern ebenfalls ausgeschlossen - da bietet GothicWeitere Infos mehr. Macht aber nix, dafür hat Drakensang auch keine unfertigen Stellen an denen Vögel wie auf Schienen gezogen am Boden entlang geistern - höhöhö. Der Wahnsinn, keine Bugs entdeckt!
Screen 1
Life stinks
Screen 2
Aus Euch mach ich Apfelmus!
Screen 3
Sympathische Passanten
Screen 4
Mahlzeit
Screen 5
Panzerknacker

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Das Schwarze Auge: Drakensang

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Rollenspiel
von dtp
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCAugust 2008
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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