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Test: Spore
Genial oder gähnend langweilig?
Spore hat seit seiner ersten Präsentation auf der Games Convention 2006 hohe Erwartungen geweckt. Vielleicht zu hohe!? Jetzt ist das Spiel auf dem Markt und die ersten Tests sind nicht gerade begeistert. Hat Will Wright, geistiger Vater der Sims , etwa eine sündhaft teure Gurke produziert, oder haben sich vielleicht einfach nur die Erwartungen der Zocker verselbständigt, so dass das Spiel diese überhaupt nicht erfüllen kann. Schauen wir uns die einzelnen Phasen einmal an:Die Zellen-PhaseIn dieser Phase heisst es „Fressen oder gefressen werden“. Man muss sich zu Spielbeginn entscheiden, ob man einen friedlichen Pflanzenfresser oder einen eher aggressiven Fleischfresser heranzüchten will. In dieser Phase bekommt man schon für die reine Nahrungsaufnahme Punkte, die in neue Körperteile investiert werden können. So kann man seine Kreatur schneller machen, so dass sie besser jagen kann, oder man baut Giftdrüsen ein, um Verfolger abzuwehren. Das Ganze geht kinderleicht mit dem tollen Editor. Natürlich kann man auch die Form seiner Kreatur ändern oder diese anders anmalen. Ab und zu findet man auch neue Bauteile in der Ursuppe, so dass man sein Werk weiter perfektionieren kann. Am unteren Bildschirmrand findet man den Fortschrittsbalken. Sobald man das rechte Ende erreicht, geht es in die nächste Phase.Optisch ist die Ursuppen-Phase sehr schick dargestellt. Zwar sieht man seine Kreatur einfach nur von oben, aber das Spiel gaukelt einem die Tiefe des Wassers vor, indem andere, größere Kreaturen mit einem schönen Unschärfe-Effekt unter der Kreatur herumschwimmen. Die Steuerung erfolgt mit Maus (Linksklick) oder Tastatur (WASD) und ist sehr einfach gehalten. Die Kreaturen-PhaseZu Beginn der Kreaturen-Phase gilt es, die eigene Kreatur landtauglich zu gestalten. Die Basis (Rumpf) dafür ist das Aussehen des Mikroorganismus aus der vorigen Phase. Diesmal hat man im Editor aber viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten: Gliedmaßen, Hände, Füße, Kopf, Augen, Mund und weitere Einzelteile pickt man sich aus einer anfänglich noch übersichtlichen Palette an Einzelteilen heraus und fügt sie dort an seine Kreatur an, wo man will. Ausserdem kann man die Form der Bauteile nachträglich noch verändern; sie in die Länge ziehen, vergrößern bzw. verkleinern oder verdrehen. Das Besondere: Das Spiel berechnet selbsttätig, wie sich die eigene Kreatur bewegt. Egal, wie wild diese aussieht.Jedes Bauteil hat verschiedene Eigenschaften. Lebenspunkte und Geschwindigkeit sind die grundlegenden, die sich in fünf Stufen erhöhen lassen. Auf friedlicher Seite gibt es vier Attribute, über die man andere Kreaturen besser von sich überzeugen kann: Tanzen, Singen, Posieren und Bezaubern. Auf der kämpferischen Seite gibt es Beissen, Schlagen, Rammen und Spucken. Als Krieger bezieht man seine Nahrung von den erlegten Gegnern. Der Vorrat an Nahrung ist auch die Währung, über die neue Teile „gekauft“ werden. Um die Auswahl an verfügbaren Teilen zu erhöhen, schaut man sich die herumliegenden Skelette an, die weitere Teile freischalten. Ist man dagegen ein Anhänger der prähistorischen Friedensbewegung, versucht man die anderen Kreaturen mit friedlichen Mitteln für sich zu gewinnen. Natürlich müssen auch friedfertige Kreaturen fressen, wozu sich zahlreiche Früchte in der Umgebung anbieten, wenn man Pflanzenfresser ist. Im Verlauf dieser Phase kann man bis zu drei Mitstreiter mitnehmen (auch andere Kreaturen), die einen sowohl im Kampf als auch bei der friedlichen Interaktion unterstützen. Wenn man seine Kreatur weiter verbessern will, kehrt man ins eigene Nest zurück, stösst den Paarungsruf aus und gelangt so in den Editor, in dem sich neue Teile kaufen, vorhandene ändern oder verlustfrei verkaufen lassen. Auch kann man hier jederzeit noch das Aussehen der Kreatur verändern. Nur ein Wechsel zwischen Fleisch- und Pflanzenfresser ist nun nicht mehr möglich. Die Optik der Kreaturen-Phase ist knuffig. Zwar kann der Detailgrad nicht mit anderen Spielen mithalten und es gibt auch diverse Clippingfehler, aber dafür sieht man Wettereffekte, einen Tag- und Nachtwechsel und kann mit der Kamera sogar einmal um seinen Planeten fahren. Zum Steuern der Kreatur benötigt man nun bereits zwei Maustasten: Links für das Bewegen und rechts für das Drehen der Kamera. Alternativ kann die Kreatur auch komplett über die Tastatur gesteuert werden. Die Stammes-PhaseJetzt ist das Aussehen der Kreatur fix und kann nicht mehr verändert werden, sieht man mal von der Ausstattung mit Kleidung oder Hüten ab. Diese Accessoires bestimmen, wie schon in der Kreaturen-Phase, die Fähigkeiten des Stammes. Kampf, Sozialverhalten, Sammeln (von Nahrung) und Geschwindigkeit können in drei Stufen gesteigert werden.Das wichtigste in dieser Phase ist jedoch das Dorf. Es besteht zunächst nur aus der Stammeshütte. Hier kann man nicht nur Nachwuchs zeugen, sondern auch neue Hütten kaufen. Die zusätzlichen Hütten versorgen den Stamm mit Musikinstrumenten, Waffen oder anderen praktischen Gegenständen (Sammelkörbe, Angelspeere oder Heilstäbe). Das Ziel der Stammes-Phase: Alle fünf anderen Stämme entweder vernichten oder sich mit ihnen verbünden. Zum Schließen eines Bündnisses bringt man ggf. zuerst ein Geschenk vorbei und gibt dann ein oder zwei Konzerte und schon hat man neue Freunde gewonnen, vorausgesetzt, man hatte genügend Stammesmitglieder dabei und die eigenen Entertainer-Fähigkeiten waren mindestens so hoch, wie die des anderen Stammes. Dagegen spielt sich das Erobern eines anderen Stammes fast schon trivial: Man stattet seine Mitglieder mit den richtigen Waffen (Äxte oder Wurfspeere) aus und lässt den Rest die KI machen. Für echtes Mikromanagement sind die Kämpfe zu unübersichtlich und die Steuerungsmöglichkeiten zu gering, aber das ist auch gar nicht nötig. In der Stammes-Phase wird die Nahrung wie gehabt entweder über Früchte geerntet oder aber man erlegt die „unzivilisierten“ Kreaturen, deren Nester sich überall finden lassen. Alternativ kann man auch fischen (wenn man denn eine Angelhütte bauen konnte) oder andere Kreaturen domestizieren, so dass man diese im Gehege des Dorfes halten kann. Neben den Lebenspunkten muss man auch noch auf den Hunger seiner Kreaturen achten. Regelmäßiges Essen ist angesagt, weswegen man die Nahrungsvorräte stets im Auge haben sollte. Die Optik der Stammes-Phase entspricht im wesentlichen der der Kreaturen-Phase, nur dass man nun weiter herauszoomen kann. Auch die Steuerung macht einen Evolutionssprung: Nun benötigt man drei Maustasten (Links = auswählen, Rechts = Aktion und Mitte = Kamera bewegen). Mit WASD bewegt man nun nicht mehr die Kreatur, sondern die Kamera. Die Zivilisation-PhaseNun geht es um ein ganzen Volk. Die Architektur der eigenen Stadt kann man im Editor wieder relativ einfach selbst gestalten. Neben dem Rathaus, das man zuerst entwerfen muss, gibt es noch (Wohn-)Häuser, Unterhaltungsgebäude und Fabriken, die man auf vorgefertigte Bauplätze setzen kann. Unterhaltungsgebäude steigern die Zufriedenheit der Bürger, die Häuser erhöhen das Fahrzeuglimit und die Fabrik produziert Spore-Dollar, die Währung über die man neue Gebäude und Fahrzeuge kauft. Wobei die Fabrik nur dann Spore-Dollar in die Kassen bringt, wenn man Gewürzminen besetzt hat. Während es bei den Gebäuden nur um die Optik geht, kann man bei den Fahrzeugen in die Attribute Lebenspunkte, Geschwindigkeit und Angriffsstärke investieren. Diese addieren sich nun nicht einfach, sondern teilen sich auf 100% auf. So ist es nicht möglich ein Fahrzeug zu bauen, bei dem alles auf Maximum ist, denn dann haben alle drei Attribute nur 33%. Somit ist man im Nachteil gegenüber einem Fahrzeug, das 40% Angriff, 40% Lebenspunkte und 20% Geschwindigkeit hat. |
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