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Test: WALL-E

Kleiner Roboter, großes Herz. Auf PC und PS2 besser als bei der NextGen.
 
Trübe Zukunftsaussichten im putzigen Animationsfilmgewand – die Erde ist noch zugemüllter als mein Email-Postfach, als Konsequenz macht sich die Menschheit auf zu den Sternen, und auf dem verwüsteten Planeten widmet sich ein vergessener Arbeitsroboter mutterseelenallein, doch voller Hingabe der Errichtung gigantischer Konstruktionen aus gepressten Schrottwürfeln. Alles geht für den niedlichen WALL-E seinen gewohnten Gang (von kleinen Zwischenfällen mit Fundstücken und einer zahmen Küchenschabe mal abgesehen), bis eines Tages die schicke weiße Drohne EVE auf der Suche nach pflanzlichem Leben direkt vor seiner nicht vorhandenen Nase landet. Liebe auf den ersten Blick, die das ungleiche Paar bis in die Weiten des Alls führen wird…

Ungleiche Generationen

Wie schon bei der letzten Pixar-Umsetzung RatatouilleWeitere Infos haben sich die Macher für zwei unterschiedliche Versionen auf PS3 und Xbox 360, bzw. PS2 und PC entschieden. Die Variante für die „alte“ Generation besteht aus vielen (meist relativ kurzen) Levels, in denen man überwiegend den Titelhelden steuert. Zwischendurch düst aber auch mal EVE unter Zeitdruck durch einen Sandsturm.
WALL-Es gleitende Fortbewegungsweise und seine relativ niedrigen Sprünge (der Gute hat eben keine Beine) erscheinen in den ersten Spielminuten etwas gewöhnungsbedürftig, stellen aber bald kein allzu großes Problem mehr dar. Per Tastatur gestaltet sich die Handhabung übrigens mal wieder denkbar ungünstig – mit einem vernünftigen Gamepad inklusive zwei Analogsticks für Bewegung und Kamera ist man auf der sicheren Seite.
Dann kann man sich voll den unterhaltsamen Geschicklichkeitsaufgaben widmen und etwa über Plattformen hüpfen, dank ordentlich Anlauf bzw. mit Rampen oder spaßigen Halfpipe-Konstruktionen Abgründe überwinden, geduckt unter niedrigen Zäunen durchrutschen oder mit Schmackes störende Blöcke aus der Bahn rammen. Für hartnäckige Kisten und Wächter hat WALL-E außerdem einen Laser im Gepäck.
Eine besondere Stellung nehmen die geliebten Müll-Klötzchen ein, die in diversen Varianten vorkommen. Mit einfachen Würfeln lassen sich z.B. Schalter drücken, energiereiche sprengen Wände, und magnetische dirigieren große Metallklötze durch Gänge bis zu Türmechanismen.
Vor allem an Bord des Raumschiffs Axiom versperren zahllose solcher Hindernisse den Weg. Hilfe naht dort auch in Gestalt von einigen anderen ausrangierten Arbeitsrobotern, welche man stellenweise durch Eingabe von Codes (etwa in Form einer einfachen Memory-Variante) an Schalttafeln aus Zellen befreit, und dann mit WALL-Es Musikfunktion anlockt. Einer der Helfer sorgt so z.B. für Licht im Dunkeln, was aggressive Ratten vertreibt, ein anderer bringt durch Stromstöße ausgepowerte Türöffner in Gang.

Schöne Schätze

Für Jäger und Sammler wurden in den Arealen alle möglichen tollen „Artefakte“ (Menschen würden das Zeug eher Müll nennen…) vergraben, die WALL-E begeistert ausbuddelt und so Extrapunkte sammelt. Die dadurch bezahlbaren Konzeptgrafiken sind an sich nicht der Renner, aber – der Weg ist das Ziel – das eigentliche Entdecken der Fundstücke von Quietscheentchen bis Bumerang wird von witzigen Szenen begleitet. Überhaupt bietet diese Version noch viel mehr hübsche Videos als die NextGen-Variante, was neben dem besseren Leveldesign stark zum Charme der Umsetzung beiträgt.
Mit der Zeit schaltet man darüber hinaus einige Multiplayer-Minigames frei, die je nach Art zu zweit im Splitscreen (was beim PC natürlich zu leichten Steuerungsproblemen führt) oder abwechselnd von bis zu vier Teilnehmern gezockt werden dürfen. Es handelt sich unter anderem um Zeitrennen mit Eve, ein Pflanzensammeln um die Wette oder Ballerduelle auf Weltraumschrott.

Nicht zeitgemäß

Nur in einem Punkt ist die PC-/PS2-Fassung ihrem NextGen-Gegenstück klar unterlegen: Bei der Grafik. Vor allem durch arg simple Texturen fehlen vielerorts Glanz und Detailreichtum der Kinovorlage. Wenigstens die sympathischen Figuren wissen aber zu gefallen (wobei EVE natürlich nicht wirklich die komplexest aussehende Heldin ist *g*).
Die Zwischensequenzen habe ich ja schon oben gelobt und auch die teils aus dem Film übernommene Musik hat stellenweise fast Ohrwurmqualität. Dazu ertönen herzzerreißende „WALL-E!“- oder „EVE!“-Rufe, wenn mal wieder einer der beiden abhanden gekommen ist.
Screen 1
Ein schönes Paar samt Anhang
Screen 2
Schussfahrt - Flucht vor dem Sandsturm
Screen 3
Eve ist recht schießwütig
Screen 4
Eine Artefakt-Szene
Screen 5
Action-Einlage im All
Screen 6
Splitscreen-Rennen

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