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Test: Far Cry 2
Brennend heiße Gefechte oder langweilige Safari?
Far Cry war vor einigen Jahren eine grafische Revolution. Doch nicht nur optisch hatte der Titel einiges zu bieten, sondern selbst heute ist die KI noch vorzeigefähig. Der Nachfolger tritt also in große Fußstapfen. Nachdem man sich für einen der neun Charaktere entschieden hat (die nicht gewählten trifft man im Spiel wieder), geht es ab in die sengende Hitze …Toller Anfang …Das Spiel beginnt mit einer Autofahrt. Als stummer Fahrgast - der eigene Charakter sagt das ganze Spiel kein Wörtchen - wird man vom Flughafen zu einem kleinen Städtchen verfrachtet. Während der Fahrt plaudert der Chauffeur fröhlich aus dem Nähkästchen und klärt einen ein wenig über die Situation im Land auf, während man selber die wunderschöne Landschaft betrachtet. Die Ruhe währt nur kurz. Der Hauptcharakter hat sich anscheinend direkt bei der Ankunft mit Malaria infiziert. Klingt unrealistisch, ist aber so.Nach einem Zusammenbruch wacht man in einem Hotelzimmer auf, wo schon der sog. „Schakal“ wartet und dessen Tod das Hauptziel des Protagonisten ist. Er ist ein Waffenschieber und versorgt alle mit Bleispritzen, die das entsprechende Kleingeld in der Tasche haben. Anstatt einen direkt umzulegen, lässt er noch einige Sprüche los und verschwindet wieder. Kurz darauf beginnt draußen ein Kampf zwischen den beiden verfeindeten Parteien UFLL und APR, bei dem man selber schwer verletzt wird. Nach der Genesung kann es endlich losgehen und die Jagd nach dem Schakal beginnt. … der dann aber nachlässtNach der gut gemachten Einführung und dem Tutorial steht einem gleich die ganze Welt offen. Die eigentliche Geschichte gerät dabei plötzlich sehr stark in den Hintergrund. Nur alle paar Stunden gibt es mal eine Mission, die irgendwie mit dem Schakal zusammenhängt. Die restlichen Aufgaben klären weder über die Wirren des Krieges auf, noch die eigentliche Motivation des Hauptdarstellers. Insgesamt gesehen ist die Story eine echte Enttäuschung.Die Erlebnisse sieht man stets aus der Ego-Perspektive. Mit der typischen WASD- und Mauskombination bewegt man sich über den afrikanischen Kontinent. Dabei fällt auf, dass die Maus etwas träge reagiert, egal welche Einstellung man nimmt. Ansonsten schleppt der Söldner eine Karte, ein Handy und maximal vier Schießprügel mit sich rum. Eine Machete, eine Pistole, ein MG und eine Spezialwaffe, die z.B. ein Flammenwerfer sein kann. Waffen gibt es von gefallenen Kämpfern in großer Stückzahl. Allerdings sind die kaum zu gebrauchen, da sie vom Rost zerfressen zu nervigen Ladehemmungen neigen. Abhilfe schafft Neuware, doch die will erst einmal bezahlt werden. Die Währung im Land sind Diamanten, Papiergeld ist wertlos. Um an die edlen Steine zu kommen, gilt es diverse Missionen zu absolvieren. Für alles zu habenAm lohnenswertesten sind die Aufgaben, die die beiden Fraktionen bereithalten. Es gibt zwar ein Rufsystem, aber für wen man letzten Endes arbeitet, spielt keine Rolle und hat keinerlei Auswirkungen auf das Spiel. Man ist stets für jeder Mann der Feind. Ist man z.B. im Auftrag der UFLL unterwegs, schießen dessen Anhänger trotzdem auf einen und das nervt. Clear Sky zeigt wie man so ein Fraktionssystem richtig umsetzt.Die Hauptaufgaben sind dabei die abwechslungsreichsten. Man muss beispielsweise einem König das Gold rauben. Während man sich gerade auf die Socken macht, gibt es einen Anruf von einem Freund, der erzählt, dass neben dem Gold noch eine andere Sache optional gemacht werden kann. Der König soll sterben und dessen Sohn der Nachfolger werden. Also düst man los, erledigt den Herrscher, fährt zurück zu einem Versteck, wo der Sprössling mit einer Belohnung wartet. Das Geschenk ist ein protziger Schlitten, mit dem es direkt zum versteckten Gold geht. Dort wartet schon der freundliche Anrufer und unterstützt einen beim nachfolgenden Feuergefecht. Lässt man die optionale Aufgabe sein, ist man auf sich allein gestellt. A long way homeWer sich nur auf die Hauptaufgaben konzentriert, hat zwar viele Klunker in der Tasche, kann sich dafür aber nur aus einem kleinen Sortiment an Mordinstrumenten bedienen. Um die Anzahl zu vergrößern, gilt es die Aufträge des Waffenhändlers zu meistern und die laufen immer gleich ab. Irgendwo am Ar… der Welt fährt ein Konvoi stets dieselbe Strecke ab.Da die Welt von Far Cry 2 sehr groß ist, ist man auf ein Vehikel angewiesen. Die stehen glücklicherweise an jeder Straßenecke, fahren sich sehr arcadelastig, sind sehr langsam und immer mit einem Navigationsgerät ausgerüstet, das einen zum Ziel leitet. Mit gefühlten 30 km/h tuckert man dann minutenlang durch die Pampa. Ist man endlich am Ziel angekommen und hat den Konvoi in Schutt und Asche gelegt, geht es auf den beschwerlichen Rückweg. Alternativ gibt es spärlich gesäte Busstationen, die einen augenblicklich von Ort zu Ort transportieren. Doch dessen Ziele sind fest vorgeschrieben und entsprechen selten den eigenen Vorstellungen. Abseits der Wege gibt es nicht viel zu entdecken. Außer sehr mager bestückten Diamantenkoffern und Tonbandgeräten des Schakals, gibt es nichts, was in der weitläufigen Umgebung den Forscherdrang weckt. |
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