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Test: Fallout 3

Der erwartete Rollenspiel-Kracher?
 Fallout 3
Fallout 3 ist da und es läuft, es atmet schwer, es ist eklig und macht grausame Witze, es ist abgründig, brutal und erschreckend. Es kann dich faszinieren und zum Helden machen und ehe du dich versiehst lockt es dich in eine dunkle Ecke und beißt dich in den Hintern. Boah - die ersten Stunden im Fallout Universum sind ungeheuer intensiv und komplett verstrahlt, selten bin ich in einem Rollenspiel direkt zu Beginn so gut unterhalten worden. Aber folgt mir doch ein Stück des Weges in die von einem Atomkrieg zerfetzte Welt des Jahres 2277.

Leben in der Konserve

Viel früher kann man mit der Charaktergenerierung nicht beginnen; die erste Sequenz erleben wir als frisch geschlüpftes Baby im Kreissaal und entscheiden uns hier für unser Geschlecht, den Namen und per Genprojektor (!) unser Aussehen als erwachsener Vaultbewohner. Vault 101 um genau zu sein, ist ein hermetisch abgeriegelter Atombunker, keiner kommt rein, keiner kommt raus.... Wir lernen nun in einigen Zeitsprüngen als Ein-, Zehn- und Sechzehnjähriger in kurzen Sequenzen das reglementierte und freudlose Leben der Bewohner kennen und entscheiden uns ganz nebenbei mit Hilfe eines Bilderbuchs und eines Eignungstests für den Schwerpunkt unserer Charaktereigenschaften und Fähigkeiten.
Im zarten Alter von 19 geschieht das Undenkbare, ein Mann flieht aus der Vault. Selten blöd, dass es sich bei dem Deserteur ausgerechnet um unseren fürsorglichen Vater handelt und so sind die Sicherheitskräfte plötzlich sehr an uns interessiert und wollen von uns, unterstützt mit der nötigen Härte, Antworten auf ein paar drängende Fragen haben. Da bleibt nur eins, die Flucht ins Außen, ins Ödland. Die Begegnungen mit unseren mehr oder weniger freundlichen Mitmenschen sind komplett vertont und, Hallelujah, ohne große Mängel prima eingedeutscht. Die Sprecher sind ausnahmslos gut bei Stimme, nur unser Held bleibt leider stumm. Beim Interagieren mit dem toten und lebenden Inventar der Falloutwelt gilt immer: Ich kann auch anders! In den Gesprächen gibt mir Fallout verschiedene Haltungen/Antworten zur Wahl. Pampige oder freundliche Konversation und die getroffenen Entscheidungen haben oft entscheidenden Einfluss auf den späteren Spielverlauf. So wird die Flucht aus dem Bunker unserem Verhalten entsprechend einen ganz unterschiedlichen Verlauf nehmen. Schleichen oder killen, Computer hacken oder Passwort finden/stehlen, wir können verbrannte Erde zurücklassen oder noch ein paar Freunde, die an uns glauben. Welche Wahl wir auch treffen, letztlich stehen wir vor dem massiven Tor, das sich langsam für uns öffnet und wir machen die ersten Schritte in unser neues Leben.

Am A.... der Welt

Da sind wir nun und ein Blick in die Runde lässt uns zweifeln, ob der despotische Aufseher und die langweilige Sicherheit des Vault nicht doch die bessere Wahl gewesen wären. So weit das Auge reicht ist kein lebendes Wesen zu sehen, die triste in diversen Brauntönen gehaltene Landschaft ist Sinnbild der Zerstörungswut des Menschen. Wir laufen durch zerstörte Straßen, an Trümmerfeldern und skelettartigen Häuserruinen vorbei. Ausgebrannte Autowracks, die Reste einer Tankstelle und eines Spielplatzes, in der Ferne Fragmente einer Autobahnbrücke und die Silhouette einer zerstörten Großstadt: Washington DC. An der grafischen Darstellung gibt es nichts zu mäkeln, zwar keine Weltklasse aber sie stellt den trostlosen Verfall und das abgestoßene, vergammelte Müllhaldenflair überzeugend dar.
Um nicht in der Nacht ein Opfer wilder Hunde oder der allgegenwärtigen Riesenkakerlaken (würgs) zu werden, schlüpfen wir in der gastfreundlichen Kleinstadt Megaton unter. Das Kaff hat seinen Namen von einer friedlich vor sich hin gammelnden nicht explodierten Atombombe, um deren Bombentrichter die Stadtbewohner eine Festung aus Schrott errichtet haben - Mad Max lässt grüßen. Und da wir hier so freundlich aufgenommen werden, lassen wir uns vom örtlichen Sheriff breitschlagen die fette Bombe ein für alle mal zu entschärfen, den nötigen Sprengstoffskill einmal vorausgesetzt. Wir machen in aller Ruhe einen Rundgang durch die Stadt und treffen allerlei skurille Leutchen die nur zu gern bereit sind, uns mit Hintergrundwissen und ihrer Lebensgeschichte zu unterhalten. Wir treffen auf Überlebenskünstler und Halsabschneider, Idealisten und Abzocker, die religiösen Kinder des Atoms und heimatlose, gestrandete Existenzen. Unter ihnen gibt es einige uns wohlgesonnene Zeitgenossen, die Näheres über den Verbleib unseres Vaters wissen, die Essen und Unterkunft gewähren und uns für kleine Gefälligkeiten und gefährliche Jobs Kronkorken und überlebensnotwendige Ausrüstung überlassen.

Leben und Sterben in Washington DC

Fortan besteht unser Tag- und Nachtwerk aus Ausflügen in die Ödnis, in der wir den Resten menschlichen Lebens nachspüren, Kontakte knüpfen zu Menschen, die für eine bessere Zukunft leben und sterben und öfter als uns lieb ist einen deprimierenden Blick in die finstersten Abgründe der menschlichen Seele werfen. Mit bitterer Konsequenz wird in Fallout der Untergang der Kultur, der Rückfall in die Barbarei und das zu allen Zeiten damit einhergehende Leid der Schwachen aufgezeigt. Der Mensch ist des Menschen Wolf und wir entscheiden uns auf welcher Seite wir stehen wollen.
In diesem Sinne suchen uns also in unserem Pip-Boy 3000 (davon später mehr) einen Radiosender unserer Wahl, stapfen gutgelaunt zu beschwingten 50`er Jahre Rhythmen durch die zerbröselte Landschaft, entdecken rattenverseuchte U-Bahn-Schächte, durchsuchen aufgegebene Schulen und verlassene Supermärkte nach allerlei nützlichem Kram. Fröhlich summend zerlegen wir angreifende Zombies, Mutanten, Raider und andere Übelgestalten. Immer noch munter pfeifend ziehen wir den bösen Menschen ihre Sadistenoutfits (!) aus, um sie später zu verhökern. Wir lassen den Blick schweifen und bewundern die kreativen Hinterlassenschaften diverser Folterorgien, die in allen Zuständen der Verstümmelung und des Verfalls der Dekoration dienen und sagen zu uns aus voller Überzeugung: “Jawohl, dieses Spiel hat sich die Altersbegrenzung wirklich redlich verdient“. Weitere gut gemeinte Überzeugungsversuche durch abtrennbare Gliedmaßen und realistische Blutfontänen wie in der amerikanischen Version braucht es nicht. Allen, die deshalb die geschnittene deutsche Version bejammern, wünsche ich ein bisschen mehr Sonne im Leben und einen geschärften Blick fürs Wesentliche.
Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Screen 5

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Fallout 3

Packshot
Rollenspiel
von Ubisoft, Bethesda Softworks
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PCOktober 2008
PS3Oktober 2008
360Oktober 2008
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