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Test: 1½ Ritter

Zum Wegwerfen komisch oder billiger Lizenzschrott?
 1½ Ritter
Der Film mit dem langen Titel 1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Mit einem unglaublichen Star-Aufgebot blödeln sich Til Schweiger und Co. durch das Mittelalter. Spiele zu einem Streifen sind üblicherweise unter dem Durchschnitt. Ist es in diesem gleichnamigen Adventure auch der Fall?

Wer trinkt, verliert

Ritter Lanze, gesprochen von Til Schweiger persönlich, ist Bodyguard und für den Schutz der Prinzessin Herzelinde zuständig. Nach einer durchzechten Nacht will er sie nach Hause bringen, doch schon im Mittelalter war es gefährlich, betrunken ein Fahrzeug zu lenken, in diesem Falle ein Pferd. Der Heimritt endet mit einem Ast im Gesicht und der Entführung der holden Weiblichkeit durch den Schwarzen Ritter.
Zur Strafe landet Lanze im Gefängnis und trifft dort auf den Möchtegernritter Erdal. Er weiß als einziger Mensch von dem Versteck des bösen Ehrenmanns. Mit einem Trick entkommen sie der Folter. Um vom König begnadigt zu werden, gilt es die Prinzessin aus den Klauen des Bösewichts zu befreien. Das ungleiche Duo fackelt nicht lange und macht sich auch den Weg.

Witziger als die Vorlage

Die Story ist natürlich alles andere als ein Kracher. Ohne große Überraschungen knobelt man sich durch die fünf Kapitel. Dafür ist das Adventure überraschend lustig und nicht so platt wie die filmische Vorlage. Ein Grund dafür könnte das Mitwirken von Jan Müller-Michaelis sein, der mit Daedalic Entertainment schon das kultige Adventure Edna bricht ausWeitere Infos schuf.
Gespielt wird das Abenteuer sehr klassisch und fast genauso wie einst The Curse of Monkey Island. Selbst die Optik erinnert stark an das dritte Spiel von Guybrush. Bewegt wird Lanze per Mausklick. Will man mit irgendwas interagieren, hält man die linke Maustaste gedrückt bis ein kleines Menü erscheint. Dort kann man aus den drei Verben „Anschauen“, „Sprechen“ und „Nehmen“ wählen. Mit der rechten Taste des Nagers öffnet man das schnell anschwellende Inventar. An einer Hot-Spot-Anzeige hat man gedacht und so lassen sich alle wichtigen Objekte per Leertaste anzeigen. Ein Tagebuch oder ähnliches gibt es nicht.

Nicht immer logisch, aber lustig

Die Rätsel sind teils von Logik weit entfernt, dafür um so abgedrehter. Man bastelt z.B. aus einer Ziege, einem Brunnen, einer Statue und einem Blasebalg einen Whirlpool. An anderer Stelle muss man einen PÜV-Prüfer davon überzeugen, dass ein Pferd verkehrssicher ist. Wer rechnet denn damit, dass verbrannter Toast, eine Würstchenkette und diverse andere Zutaten zum gewünschten Ergebnis führen? Um ein wenig Abwechslung zu bieten, gibt es im Verlauf des Spiels noch drei simple Minispiele zu bestreiten. Diese sind leicht zu bewältigen, sollten kein Hindernis darstellen und dürfen im Nachhinein beliebig oft wiederholt werden.
Die Gespräche sind unterhaltsam. Diese führt man mit vielen skurrilen Charakteren, wie z.B. der verrückten Gretel, die ihre Eltern auf dem Gewissen hat oder dem armen Hänsel, der unter der Dominanz seiner Schwestern stets leiden muss. Die Dialoge sind gespickt mit hintersinnigen Anspielungen auf diverse Filme, Spiele und andere Alltäglichkeiten.

Hintergrund hui, Charaktere pfui

Das komplette Spiel ist in Comic-Grafik gehalten. Die gezeichneten Hintergründe sind schön anzuschauen, es mangelt ihnen aber stark an Animationen, was auch für die Charaktere gilt. Bei den diversen Aktionen der Protagonisten sieht man meist nicht mehr als eine einfache Armbewegung. Zudem stechen die Kameraden dank ihres detaillosen Aussehens stark hervor.
Für das Adventure zum Streifen hat sich ein Teil der Promis erneut zusammengerauft. Allen voran Til Schweiger und dessen sehr prägnante Stimme. Dass er kein professioneller Synchronsprecher ist, hört man schon nach den ersten Sätzen. Ebenfalls kein Fachmann seines Berufes scheint derjenige zu sein, der die Dialoge abgemischt hat. Unterschiedliche Lautstärken, Rauschen und plötzlich abbrechende Sätze sind keine Seltenheit. Musikalisch brennt 1 ½ Ritter kein Feuerwerk ab und so dudelt der Soundtrack unbemerkt im Hintergrund.

Screen 1
Die Charaktere haben kaum Details
Screen 2
Links und rechts sieht man bekannte Gesichter
Screen 3
Welchen Gaul hätten Sie denn gerne?
Screen 4
Eine obligatorische Karte ist mit von der Partie

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1½ Ritter

Packshot
Klassisches Adventure
von Daedalic, Warner Bros. Interactive Entertainment
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCDezember 2008

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will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

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04.12.08
PC
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