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Test: Tom Clancy's EndWar
Strategisches Quasseln auf dem Rechenknecht
Selten, sehr selten klappt es, dass Konsolenspiele auch auf dem PC so portiert werden, das nichts verloren geht. Ubisoft hat es geschafft, bei Tom Clancy’s Endwar eine erstklassige Umsetzung zu programmieren, die am Ende sogar noch etwas besser als das Konsolen-Original ist. Dass dabei nicht alles Gold ist, was da mit der Sprache gesteuert werden kann, steht dann wieder auf einem anderen Blatt Papier. Wer aber mal auf eine andere, ganz einfach Art als Stratege die Welt retten will, der sollte sich das Spiel aus verschiedenen Gründen mal ansehenDie Dreifaltigkeit des DenkensDen meisten Menschen wird gesagt, dass sie sich auf eine Sache konzentrieren sollen, sonst geht es schief. Wer sich in der Strategie des Endzeit-Szenarios von Endwar zurecht finden will, muss das ähnlich handhaben – allerdings spielt die Zahl Drei eine wichtige Rolle. Zeitlich ist das Ganze im Jahr 2022 angesiedelt, was bei der momentanen Zeitrechnung also noch in der Zukunft liegt. Wer in 15 Jahren diesen Text liest, möge das bitte berücksichtigen. Zu diesem Zeitpunkt sind die diplomatischen Verhältnisse in der Welt aus den Fugen geraten, die drei Supermächte des Westens, des Ostens und der Mitte stehen im Krieg. Namentlich sind hier die USA, Europa und Russland als Protagonisten im Spiel beteiligt, eine Bedrohung der Milliarden starken Chinesen schlossen die Macher bei Ubisoft wohl aus – aber wer kennt sich schon in der Politik aus? Krieg bleibt Krieg, am Ende muss und soll es einen Sieger geben. Ob nun in der dreifachen Kampagne, den Einzelgefechten oder den Mehrspieler-Modi, am Ende beherrscht einer die Welt oder das, was davon noch übrig bleibt.Absolut neu ist das Szenario nicht, die Aufmachung ist aber ganz ordentlich umgesetzt worden, die fiktiven Hintergrund-Infos wurden ansprechend mit eingespielten, kleinen Video-Sequenzen inszeniert. Allerdings zieht sich da ein roter Faden durch das Spiel: So richtig Stimmung, so richtig Atmosphäre kommt nicht auf. Zumal ein klarer Handlungsstrang, eine Geschichte hier nicht erzählt wird. Das muss auch nicht sein, hätte aber dem Flair des Spiels keinesfalls geschadet. Dafür nimmt jedes Gefecht Einfluss auf den Ausgang einer Kampagne, was für den Solo-Spieler-Modus dann auch wieder recht interessant ist: Das globale Schlachtfeld ist immer im Wandel, immer in Bewegung. Gleich vorweg ein Wort zum Multiplayer: Gemessen an den Höhen und Tiefen des Programms, ist der Modus spannend und spaßig, kann überzeugen und auch langfristig motivieren. Aber das gilt letztlich für jeden Multiplayer-Modus, weil es immer mehr Spaß macht, gegen einen Menschen als gegen eine künstliche Intelligenz zu spielen. Einziger Pferdefuß bei der PC-Version ist die Grafik, die im Netzwerk etwas heruntergeregelt werden muss, damit alles flüssig läuft. Schlimm ist das nicht, denn das Spiel sieht in jedem Fall gut aus. Mein Rechner versteht mich!Das besondere bei EndWar: Alle Befehle können per Sprache bei gehaltener Leertaste in ein Headset gesprochen, gebrabbelt oder gerülpst werden. Die Spracherkennung ist erstklassig, dass ich mich manchmal wirklich wundern musste, dass mich meine Rechenkiste versteht – meine Frau tut es nicht immer, vielleicht sollte ich mir mal einen neuen Chip für ihren Kopf von Ubisoft basteln lassen. Wie auch immer: Es gibt ganz sicher auch Aussetzer und hier und da Frustmomente, wenn beispielsweise der Rückzugsbefehl nicht richtig erkannt wird und die Einheit einfach niedergemetzelt wird. Das Konfiguration-Programm, das vor dem ersten Spielen durchlaufen wird, hilft aber dabei, ärgerliche Fehler zu vermeiden. Wenn das Mikrofon zum Beispiel zu weit vom Mund entfernt ist oder einfach zu leise gesprochen wird, weil nebenan die Eltern schlafen. Oder die Katze. Ein bisschen seltsam ist es daher schon, an seinem Rechner sitzend die taktischen Feinheiten des Gefechts zu besprechen, allerdings kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Die Befehle sind auch wieder dreigeteilt. Wer, was, wo – so läuft das Ganze ab. Im Klartext bedeutet das: Einheit drei - Angriff - Feind eins. Flüssig ausgesprochen klingt das fast nach einem Satz.Und wer die Leertaste nicht dauernd benutzen will, der spielt das Ganze eben ohne Sprache, mit Maus und Tastatur. Ob nun auf dem Gefechtsfeld oder auf der taktischen Übersichtskarte, die allerdings nur so lange aufgerufen werden kann, wie das Kommando-Fahrzeug existiert: Fast alle Befehle können auch per Maus oder per Tastatur erteilt werden. Dummerweise ist das oft zuverlässiger und schneller als die Spracherkennung. Das Netz, mit dem Ubisoft den Frustfaktor einfangen will, erweist sich als zu tragend, ja, sogar oft als noch besser spielbar. Mag die Sprachsteuerung innovativ sein, schneller als ein Druck auf die linke oder rechte Maustaste ist sie nicht. Und Schnelligkeit ist in den Echtzeit-Strategie-Spielen nun einmal das, worauf es ankommt. |
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USK-Freigabe ab 16 Jahren
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