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Test: The Westerner 2: Fenimore Fillmore's Revenge

Was lange währt, wird endlich gut?
 The Westerner 2: Fenimore Fillmore's Revenge
Schon 2005 gab es die ersten Screenshots, für 2007 wurde gar der (erste) Releasetermin angekündigt. Doch erst jetzt hat das neueste Abenteuer von Fenimore Filmore nach etlichen Verschiebungen - inklusive einer kleinen Posse um eine verfrüht erhältliche Downloadversion - seinen Weg in die Händlerregale gefunden.
Was lange währt, wird endlich gut? Wenn diese Volksweisheit immer zutreffen sollte, dann könnten wir uns im Fall von The Westerner 2: Fenimore Fillmore's Revenge den Test sparen und ohne Zögern eine Kaufempfehlung aussprechen. Da wir aber von Natur skeptische Zeitgenossen sind, haben wir Fenimore neues Abenteuer dennoch kritisch unter die Lupe genommen.

The Good, the Bad, and the Busty Girl

Fenimore Fillmore reitet gerade mit seiner vollbusigen Partnerin Rhiannon in den Sonnenuntergang, als ihr teenagerhaftes Balzverhalten durch eine Entdeckung gestört wird. Mitten in der Prärie liegt ein Schwerverletzter. Während Fenimore sich auf den Weg macht, um Wasser zu holen, kümmert sich Rhiannon um den Verwundeten, der sich als Bill Carson vorstellt. Kurz bevor er stirbt, berichtet er der Westernschönheit noch von einem vergrabenen Schatz auf einem Friedhof. Als Fenimore schließlich wieder auftaucht, wird er von ein paar bösen Buben niedergeschossen. Rhiannon versucht die üblen Schergen zwar noch mit ihren Martial Arts-Fertigkeiten zu vermöbeln, wird aber dennoch entführt.
Auch wenn The Westerner 2 ziemlich dreist bei Sergio Leones Westernklassiker The Good, The Bad, and The Ugly geklaut hat, hören die Parallelen bereits nach dem Intro und der Ausgangslage weitgehend auf. Die platten Dialoge, die eindimensionalen Charaktere sowie die nur mäßig spannend erzählte Geschichte des Spiels richten sich an ein erheblich jüngeres Publikum.

Steuerungsmacken

Im Verlaufe des Adventures lenken wir abwechselnd die Geschicke von Fenimore und Rhiannon. Gesteuert werden sie per Linksklick durch die 3D-Welt. Ebenfalls mit der linken Maustaste werden Objekte betrachtet, aufgenommen und manipuliert, wobei wir die rechte Maustaste zum Durchschalten der jeweiligen Aktionen nutzen. Möchten wir einen Gegenstand genauer untersuchen, wechseln wir in eine Nahansicht, die immer davon abhängig ist, von welcher Seite man sich genähert hat. Das heißt im Klartext, dass wir oftmals die Nahansicht wieder verlassen müssen, da die unvorteilhafte Perspektive keinen Blick auf das Objekt der Begierde zulässt. Zudem sorgt die Kamera, die immer wieder automatisch ins Zentrum zieht und das Aufnehmen eines Objekts am Bildschirmrand erheblich erschwert, für Probleme. Auch die Tatsache, dass die Kamera verrutscht, wenn wir einen Gegenstand aus dem Inventar mit einem Objekt in der Spielumgebung kombinieren wollen, nervt gewaltig. Doch auch andere technische Mängel und Steuerungsmacken drücken auf den Spielspaß. Manchmal müssen wir beispielsweise mehrmals auf einen Ausgang oder Gegenstand klicken, damit Fenimore bzw. Rhiannon endlich die gewünschte Aktion ausführt. Bisweilen widersetzt sich unser Alter Ego aber gleich komplett, wenn wir etwa auf einen Bildschirmausgang klicken und er in eine völlige andere Richtung marschiert.
Die Rätsel sind zwar insgesamt ganz ordentlich, stehen aber eindeutig gegenüber der Glaubwürdigkeit der Spielwelt und Story im Vordergrund. Zudem erweist sich die Suche nach Objekten in der 3D-Welt nur zu oft als die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ausgänge sind nur schwer zu finden. Eine Hotspot-Anzeige gibt es ebenso wenig wie eine Tagebuch-Funktion oder sonstige Tipps und Hilfefunktionen. So gibt es etwa keinerlei Kommentare oder Beschreibungen zu Objekten. Als kleine Abwechslung bietet The Westerner 2 gelegentlich einige spielerisch anspruchslose Schießereien.

Vergangene Zeiten

Doch nicht nur in spielerischer Hinsicht kann The Westerner 2 nicht überzeugen. Die Grafik ist hässlich und sieht mit ihren wenigen Farbabstufungen sowie Texturen absolut nicht zeitgemäß aus. Immerhin die Gestiken und Mimiken sehen gelegentlich ganz nett aus. Schön ist ebenso, dass erfolgreiche Aktionen mit kleinen Cutscenes belohnt werden. Aber auch solche Vorzüge täuschen nicht darüber hinweg, dass The Westerner 2 ein technisch schwaches Spiel ist. Immer wieder tauchen Grafikfehler auf. Bei einem Doppelklick auf einen Gegenstand blitzt und blinkt es mitunter wie beim letzten LSD-Trip. Die Animationen sind unterdurchschnittlich. Zwar trägt Rhiannon beispielsweise eine ziemliche Last mit sich herum, aber muss sie deshalb so schwer atmen (inklusive Auf- und Abwippens des Vorbaus) wie ein Bergsteiger nach dem Erklimmen des Mount Everest?
Die Sprecher machen insgesamt einen guten Job, können aber bei den platten, nicht abzubrechenden Dialogen auch nicht mehr die Kastanien aus dem Feuer holen. Immerhin wecken die schwachen Hintergrundgeräusche (z.B. Fenimores Laufgeräusche) Nostalgiegefühle und Gedanken an vergangene 8 Bit-Zeiten.
Screen 1
Wir spielen im Schlamm.
Screen 2
Zur Erinnerung: Wir haben das Jahr 2009.
Screen 3
Wirklich nicht?
Screen 4
In der Nahansicht untersuchen wir die Nüstern unseres Reittieres.

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The Westerner 2: Fenimore Fillmore's Revenge

Packshot
Klassisches Adventure
von Atari, Revistronic
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCMärz 2009

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