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Test: The Book of Unwritten Tales
Klein, aber nicht gemein. Wilbur sägt am Genre-Thron.
Die Preview-Fassung machte bereits einen sehr guten Eindruck, allerdings fehlte dort noch ein großer Teil der Story. Kann The Book of Unwritten Tales bis zum Ende überzeugen?Klein, aber nicht alleinWilbur Wetterquarz ist ein junger Gnom. Diese kleinen menschenähnlichen Wesen sind für ihr technisches Wissen und ihre nützlichen Maschinen bekannt. Wilbur ist aber alles andere als ein Tüftler und Erfinder. Er würde lieber in die Welt hinaus ziehen, um dort Abenteuer zu erleben und seiner wahren Leidenschaft nachzugehen, der Magie. Sein Leben fristet er in einer Zwergenbastion als „Mädchen für alles“, bis etwas Unvorhergesehenes passiert. Ein Gremlin fällt vom Himmel, drückt ihm einen Ring in die Hand und erteilt ihm den Auftrag, den goldenen Fingerschmuck in die Stadt der Menschen zu bringen. Dieser sei im Krieg gegen die Schatten ein entscheidendes Werkzeug und muss dem Erzmagier übergeben werden. Mit dieser Aufgabe macht sich Wilbur auf den beschwerlichen Weg.Doch dabei ist er nicht allein. Während seiner Mission kreuzen sich die Wege mehrerer Helden. Da wäre zum einen die Elfe Ivo, die sich eigentlich aus den Angelegenheiten der Sterblichen raushält, aber durch überraschende Ereignisse ihre Meinung ändert. Desweiteren stößt der Freibeuter Nathaniel Bonnet hinzu, der von einem seltsamen Wesen begleitet wird, welches das Quartett komplettiert. Bekannt ist der oder das vierte im Bunde nur als „das Vieh“ und ist Nate zugelaufen. Seitdem trottet es dem Menschen hinterher und hat erstaunliche Fähigkeiten, die immer wieder für eine Überraschung gut sind. Spielen wir QuartettDie Story des Adventures überzeugt und kann mit einigen Überraschungen punkten. Ein großer Pluspunkt geht an die Zeichnung der Protagonisten. Ich will jetzt nicht von Charaktertiefe sprechen, aber während man Wilburs Odyssee verfolgt, in der er ganz klein anfängt und Schritt für Schritt die große Welt kennenlernt, fühlt man eher mit, als z.B. mit der gesichtslosen Lilly aus Ceville . Für sein Geld bekommt man satte 20 Stunden Spielzeit geboten, ohne dass die Geschichte künstlich gestreckt wirkt und das ist für dieses Genre schon mehr als ordentlich.Die neben Wilbur genannten Helden sind nicht nur Statisten sondern allesamt spielbar. Mal abwechselnd, mal gemeinsam, so dass bei den Knobeleien ebenfalls Teamwork gefragt ist. Zu Beginn ist Wilbur allerdings noch allein unterwegs. Mit der linken Maustaste lassen sich alle seine Aktionen erledigen. Mit Druck auf die Leertaste wird die obligatorische Hot-Spot-Anzeige aktiviert und versieht wichtige Objekte mit einer Lupe. Eine Lupe steht für „anschauen“ und das ist zwingend notwendig. Bevor Wilbur überhaupt etwas mit dem Gegenstand anstellt, muss es begutachtet werden. Es landet also kein Utensil grundlos und ohne Kommentar im Gepäck, welches am unteren Bildschirmrand erscheint, wenn man sich ihm nähert. Unwichtige Dinge, die man sich angesehen hat, tauchen nicht noch mal in der Hot-Spot-Anzeige auf, was der Übersicht zu Gute kommt. Wilbur und seine Gang gehören eher zu den gemütlichen Protagonisten. Sie lassen sich nicht per Doppelklick zu einem Dauerlauf überreden. Dafür kann man mit der Technik eine Örtlichkeit überspringen und eine Karte mit Schnellreisefunktion sorgt für Bequemlichkeit. Ein Journal oder Tagebuch, das anstehende Aufgaben oder Tipps bereit hält, gibt es nicht. Ein langer WegDas Fehlen eines Tagebuchs ist aber zu verkraften. Das Spieldesign ist so angelegt, dass die Anzahl an Locations und Objekten im Inventar stets übersichtlich bleibt und das eigentliche Ziel immer im Fokus ist. So gilt es zu Anfang des zweiten Kapitels mit Wilbur zum Erzmagier zu gelangen. Zutritt bekommen jedoch nur diejenigen, die der Magiergilde angehören. Es gilt also ein Zauberer zu werden. Leider ist der Lehrer der magischen Akademie gerade WoB (World of Bureaucracy!) abhängig. Der Meister der Magie hat nämlich die Schnauze voll vom ständigen Drachentöten, Orkschlachten und dem besorgen wertvoller Artefakte in der stumpfsinnigen Realität der Fantasywelt. Stattdessen freut er sich darauf die nächste Steuererklärung und Formular AB für Anlage XY abgeben zu dürfen. Es gilt den Server abstürzen zu lassen. Im „Server`s Room“ steht nicht etwas ein riesiger Rechenknecht, sondern für Wilburs Augen ein haariger Dämon (für unsere Wahrnehmung ein 08/15 Affe), der dort die Arbeit leistet. |
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