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Filmkritik: Crank 2: High Voltage

Infos: Verleih: Universum Film, Länge: 86 Min., Kinostart: 16.04.2009, FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Darsteller:  Jason Statham, Amy Smart, Bai Ling, Efren Ramirez
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Mark Neveldine und Brian Taylor brachten 2006 mit ihrem Spielfilmdebüt Crank einen fast schon verspielten, schnellen, mit Querverweisen und schrillen Ideen gespickten Actionfilm in die Kinos, der dem Hauptdarsteller Jason Statham wie auf den Leib geschrieben war. So konsequent wie der Verlauf war letztlich auch das Ende, Chev Chelios stürzte hoch über der Stadt aus einem Helikopter, krachte auf ein Auto und blieb auf der Straße liegen. Eigentlich eine ziemlich endgültige Sache, möchte man meinen, doch nicht so im Crank-Universum. Lohnt sich ein zweiter Besuch?

Jaaaaaaaa, er lebt noch, er lebt noch!

Nur Sekunden nach seiner unsanften Ankunft auf dem Boden der Tatsachen wird Chevs regloser Körper von den japanischen Triaden weggeschafft. Er kommt erst während einer Operation wieder zu sich, bei der er Zeuge wird, wie sein Herz durch ein mechanisches ersetzt wird. Bevor die kranken Doktoren noch weitere Teile von ihm stibitzen können, kann er seine Häscher überwältigen, nur, um dann festzustellen, dass seine richtige Pumpe gar nicht so leicht wieder aufzutreiben ist, wie er sich das vielleicht wünschen würde. Der Gangster Johnny Vang ist damit geflüchtet und trägt es immer in einer kleinen, roten Kühlbox mit sich herum. Und Chev läuft mal wieder die Zeit davon, denn sein künstliches Herz muss in Abständen mit Strom versorgt werden. Dies stellt sich nach der zufälligen Zerstörung des dazugehörigen Akkugürtels als Herausforderung für Chevs Ideenreichtum dar. Fortan pusht er sich per Anlasserkabel, Elektroschocker, Hundehalsband oder Stromkasten, um auf Touren zu bleiben und gegen die unzähligen Gangster, die sich ihm erneut in den Weg stellen, bestehen zu können. Die Frage ist nur, reicht das alles?

Jason Statham spielt.....Jason Statham

Man durfte ein gesundes Maß an Skepsis mitbringen, als es hieß, dass ein zweiter Teil rund um ein elektrisches Herz spielen soll. Wie sollte der einzigartige Erstling davon getoppt werden können? Musste auch Crank im Fortsetzungswahn Hollywoods einen schlechteren Nachklapp erhalten? Doch all jene, die so dachten, können jetzt beruhigt werden, Crank 2: High Voltage ist mindestens so gut, wenn nicht noch besser als der Erstling.
Die knapp drei Jahre zwischen den beiden Filmen haben dem Autoren- und Regisseursduo Neveldine/Taylor trotz anderer Nebenprojekte (wie Pathology und Citizen Game) zweifellos gereicht, um einen Film zu kreieren, der so ausgeflippt und voller Ideen steckt, dass es für fünf Filme reichen würde. In einer atemlosen Tour-de-Force jagen sie ihren Star Jason Statham durch eine Aneinanderreihung kurioser und oft brüllend komischer Situationen, die sich kaum ein anderer Film leisten kann. Nur in Crank 2 können eine ausgedehnte Zeitlupen-Sexszene auf einer Pferderennbahn oder eine Godzilla-Hommage zwischen Stromleitungen stattfinden und der Protagonist so oft aus Sackgassen abstruse Ausgänge nutzen. Mainstream ist das sicher nicht, aber jeder Actionfan, der einen Sinn für (durchaus etwas kranken) Humor hat, wird im Nachfolger wieder eine Fülle von In-Jokes, Cameo-Auftritten bekannter Gesichter (z.B. der Linkin Park-Frontmann) oder Witzen finden, die so schnell sind, dass der Film fast über sein eigenes Tempo zu stolpern droht.
Einzige Kritikpunkte sind der sehr große Anteil der Handkameraoptik, die das Geschehen zwar mit einer fiebrigen Unruhe einfängt, aber das Zuschauerauge auch an manchen Stellen überfordert. Wer das in Filmen wie der Bourne-Trilogie schon unerträglich fand, muss sich auf ein noch anstrengenderes Seherlebnis mit zusätzlichen Verfremdungseffekten gefasst machen. Als einziger Negativpunkt in schauspielerischer Hinsicht ist Bai Ling zu nennen, die als asiatische Prostituierte derartig kreischendes Overacting betreibt, dass es sogar für diesen Film eine Spur zu dick aufgetragen wirkt.

Fazit

Ja, Crank 2 ist ausufernd vulgär, laut, hysterisch, schnell, hektisch, bunt, brutal, lustig und tabulos. Und genau deshalb ist er auch so gut. Man kann nur für einen dritten Teil beten, doch wie man spätestens jetzt weiß, ist bei Crank gar nichts mehr unmöglich.

Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Screen 5
Screen 6
Wertung: 8/10von Roman Beele (17.04.2009)

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