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Test: Der Pate 2
Der Pate ist zurück – kann Niko Bellic jetzt einpacken?
| 1958, Havanna: Mitten während einer Familienfeier der Corleones bricht auf Kuba die Revolution aus. Als auf der Flucht der New Yorker Unterboss Aldo erschossen wird, soll dessen Posten kurzerhand der Nachwuchsgangster Dominic – fortan unser Held – übernehmen. Zurück in New York bereitet den Corleones die Gang eines gewissen Carmine Rosato Schwierigkeiten. Daraufhin wird der junge Don beauftragt, sich um das Problem zu kümmern. Die Story rund um den zuvor selbst erschaffenen Helden verläuft zwar parallel zu der Handlung des Pate II-Films, wirkt grundsätzlich aber nur aus üblichen Gangsterzutaten wie Macht, Verrat und Gefälligkeiten zusammengeschustert, ohne so richtig von der Filmvorlage profitieren zu können. Eine schrecklich nette FamilieAnders als im Vorgänger ist man in Der Pate II nicht zum Einzelgängerdasein verdammt, sondern von Beginn an Kopf einer eigenen Familie mit maximal 9 Mitgliedern, wobei dem Don bis zu 3 Männer als persönlicher Geleitschutz zu Seite stehen. In kurzen Bewerbungsgesprächen wird geklärt, welche Spezialitäten die Kandidaten auf Lager haben. Während Sprengstoffexperten bestimmte Türen, Mauern und sogar Gebäude in die Luft sprengen, legen Ingenieure Telefonnetze lahm – so können Gegner keine Verstärkung rufen. Aber auch Sanitäter, Brandstifter, Safeknacker und Schläger stehen zur Verfügung, 7 Typen insgesamt. Die Familienmitglieder können wie der Don selbst durch käufliche Upgrades im Rang aufsteigen und neue Fähigkeiten etwa in Form verbesserter Treffsicherheit oder Gesundheitsregeneration erlangen, die dann ebenso wie gelegentliche Waffen-Upgrades auch in den beschränkten Online-Modi genutzt werden können. Dazu gehören ein Gangsterteam-Deathmatch und ein paar Modi, in denen es um das Sprengen gegnerischer Basen, das Knacken möglichst vieler Tresore und das Abfackeln von Benzintanks geht, leider nicht immer ohne gewisse Lags und Verbindungsprobleme.Das Monopoly-PrinzipWie schon im ersten Pate-Spiel spielt die Übernahme von Geschäften eine wichtige Rolle. Dabei kann man ganz gezielt die Schwächen der Ladenbesitzer ausnutzen, indem man zum Beispiel eine Tracht Prügel verabreicht oder Einrichtung demoliert, um besonders saftige Schutzgelder zu kassieren. Wer alle Geschäfte eines Kartells kontrolliert, erhält ähnlich wie beim Monopoly über die regulären Schutzgelder hinaus noch einen Bonus in Form kugelsicherer Westen, gepanzerter Wagen oder zusätzlicher Einnahmen.In der sog. Don-Ansicht kann man die Gebietskarte, den aktuellen Finanzstatus, aber auch Listen mit den Gangstern der einzelnen Familien einsehen. Manchmal erhält man dort Infos darüber, wo sich manche Oberschurken aufhalten und auf welche Weise sie auszuschalten sind. Denn nur durch Anwendung einer bestimmten Tötungsmethode wie Erwürgen oder einen Pistolenschuss landen die harten Kerle dauerhaft im Jenseits. Zwar können zum Schutz der eigenen Geschäfte bezahlte Wachen eingesetzt werden, ansonsten bietet das Leben als Don aber nicht so viele taktische Möglichkeiten wie erwartet. Irgendwann lästig: Weitere Geschäfte übernehmenNervig ist vor allem, dass sich das Spielgeschehen erneut viel zu sehr um die Übernahme von immer weiteren Geschäften dreht. Die Attentate auf rivalisierende Gangster und optionalen Nebenaufträge für Passanten bringen viel zu wenig Abwechslung ins Spiel. Hinzu kommt, dass die drei Schauplätze New York, Havanna und Miami selbst zusammengenommen erheblich kleiner sind als z.B. das Terrain von GTA IV . Bei den mit zeitgenössischen Waffen wie Tommy Gun und Dynamit geführten Feuergefechten ist für gewöhnlich der Don selbst die zentrale Figur, da die KI-Kollegen trotz guter Mitarbeit keine richtigen Führungsqualitäten zeigen und manchmal dem Geschehen etwas hinterherhinken. Die Fußgängersteuerung ist ganz in Ordnung und beinhaltet ein manuelles Ziel- sowie ein einfaches Deckungssystem, bei Bedarf kann in den Optionen aber auch eine Zielhilfe zugeschaltet werden. Die lahme Fahrphysik allerdings dürfte selbst Sonntagsfahrer nicht hinter dem Ofen hervorlocken und raubt den Verfolgungsjagden alle Dynamik. Beim Drive-by-Shooting greift Dominic nicht selbst zur Waffe, sondern lässt stattdessen seine Mitfahrer ballern. Du hast den letzten Platz in einem Schönheitswettbewerb gewonnen…Auch grafisch kann der Pate II nicht mit großen Titeln wie GTA IV mithalten. Zu altbacken wirkt die Umgebungsoptik, zu gering die Sichtweite, hinzu kommen Bugs wie Leichen, die am Boden merkwürdig herumblitzen oder Autos, die nach einer 360°-Drehung plötzlich verschwunden sind. Abgesehen von den schicken Explosionen, sieht das Spiel eigentlich fast genau so aus wie sein auch schon nicht sehr hübscher Vorgänger.Die dt. Sprachausgabe ist zwar nicht ganz so gelungen wie die englische, erspart aber immerhin das Mitlesen lästiger Untertitel. Der Pate-Soundtrack ist natürlich wieder toll, jedoch hätten die Radiosender noch mehr musikalische Vielfalt bieten können. |
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