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Entwickler tun sich schwer, wenn es darum geht neue Welten zu erfinden und das ganz besonders im Segment der Ego-Shooter. Häufig landet man im Zweiten Weltkrieg oder schlachtet Orks in der nächsten Fantasywelt ab. Dass es auch komplett anders geht, zeigt das ACE Team aus Chile. Mit ihrem Debüt Zeno Clash wollen via Steam sie zum Budgetpreis beweisen, was so ein Independentlabel auf dem Kasten hat. Alle neu, alles andersDie Welt von Zeno Clash ist völlig frei erfunden und erinnert an keine Buchvorlage oder ähnliches. Somit ist auch einiges anders und wirkt fremd. Die Geschichte beginnt mit einem Mordanschlag auf Vatermutter, der fehl schlägt. Vatermutter ist ein hermaphrodites Wesen, aus dem das Leben entspringt. Ist man in seiner Nähe, hört man ständig Babyschreie. Als Sohn dieses dünnen Riesens ist es umso unverständlicher, warum man ihn töten will. Genau das fragt sich Gath – der Hauptdarsteller – der mit einer Bombe, das Leben von Vatermutter beenden wollte. Von nun an ist man auf der Flucht. Die einzige Unterstützung im Land Zenozoik gibt es von Deadra, eine Art Amazone, die ihm hilft, sein Gedächtnis wieder zu erlangen. Während sie durch das Land reisen, trifft das Duo allerlei skurriler Charaktere und schafft es sogar bis zum Ende der Welt, wo eine große Überraschung wartet.Erzählt wird die Geschichte in vielen Rückblenden und insgesamt 18 streng linearen Kapiteln, die jeweils eine Länge von rund 15-30 Minuten haben. Nach der Story ist aber noch nicht Schluss. Ist die Geschichte beendet, wird der Challengetower freigeschaltet, in dem man diverse Gegnermassen überleben muss. Die Ergebnisse (Zeit, verlorene Gesundheit etc.) werden festgehalten und können dann mit anderen Kämpfern verglichen werden. Willkommen im TotenreichNach dem missglückten Attentat landet Gath im Reich der Toten und erlernt dort die Grundzüge des Kampfes. Obwohl man Zeno Clash aus der Ich-Perspektive spielt, ist der Titel kein reiner Ego-Shooter. Der Nahkampf mit Fäusten und Füßen steht im Fokus und dementsprechend anders ist auch die Steuerung.Hält man die linke Maustaste gedrückt, teilt Gath eine Dreierkombo aus, die rechte Nagertaste löst einen harten Schlag aus. Taumelt ein Gegner, kann man sich ihn greifen, ordentlich mit dem Knie bearbeiten und zu guter Letzt wegschleudern, bestenfalls in den nächsten Abgrund oder in eine anstürmende Gegnerhorde. Blocken und Ausweichen gehört ebenfalls zum Repertoire und ist überlebenswichtig. Verlorene Lebensenergie erhält man von Früchten zurück, die am Wegesrand liegen. Das Nahkampfsystem erinnert stark an einen beschlagnahmten Titel aus dem Hause Sega oder an Dark Messiah of Might & Magic und geht recht schnell in Fleisch und Blut über.Explodierende HasenNeben den angewachsenen Verteidigungswerkzeugen, gibt es noch diverse dicke Prügel zu bestaunen, mit denen man die größeren Gegner, wie z.B. eine Art Elefant, vermöbeln muss.Gelegentlich greift Gath gezwungenermaßen zu Schießprügeln, z.B. wenn ein Widersacher von einem Ort aus feuert, an den man nicht ran kommt. Solch eine Taktik verwendet nämlich ein Endgegner, der auf einem Kopf eines riesigen Wesens sitzt, und von dort aus, mit Sprengstoff bestückte Hasen wirft, die an Fallschirmen baumeln. Alle Waffen haben eine Gemeinsamkeit: Unendlich Munition und ein abgefahrenes Design, das an die Knochenwaffe aus Cronenbergs Film eXistenz erinnert. Die Schießprügel muss man immer manuell nachladen, was mitten im Gefecht ziemlich nerven kann. Na ja, allzu oft kann man damit eh nicht schießen, da ein einziger Schlag vom Gegner ausreicht, um einem die Waffe aus der Hand zu schlagen. Wer es effektiv mag, kann zudem mit explosiven Totenköpfen um sich werfen. Wie ein wilder auf die Gegner einzuprügeln, endet schnell mit dem Game Over und dem Restart am letzten Checkpoint. Freies Speichern gibt es nicht. Die richtige Kombination aus Blocken, Schlagen und Schießen führt eher zum Erfolg. Die Kraft der QuelleDas Grafikgerüst basiert auf der Source-Engine und die spielt in Zeno Clash ihre Stärken aus. Man bekommt lebensnahe Mimik und ebenso realistische Animationen geboten. Desweiteren werden knackige Texturen und schicke HDRR-Effekte fürs Auge geboten. Außerdem punktet das Spiel mit einem total abgefahrenen Design, das alles andere als massentauglich ist. Da fragt man sich wirklich alle paar Sekunden, auf welchem Trip die Entwickler wohl waren, als sie sich diese Welt ausgedacht haben (siehe Screenshots). Diese abgedrehten Abschnitte sind sehr limitiert und arg schlauchartig.Die Schwächen der Source-Engine sind ebenfalls mit von der Partie. Es gibt nur spärliche Umgebungsdetails und der Blick in die Ferne wird von Trostlosigkeit geprägt. Dieser trübe Blick wird durch den zuschaltbaren und schicken Unschärfeeffekt aber etwas aufgehoben. Die englischen Sprecher machen ihren Job gut. Zum Verständnis gibt es deutsche Untertitel. Die Musik ist ganz ordentlich, aber eher unauffällig. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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