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Es kommt nicht unbedingt oft vor, dass neben dem gewöhnlichen Actioneinheitsbrei (Anti-Terror, Aliens, WWII, ihr wisst schon) mal etwas mit dem Potenzial in der Pipeline ist, dem Genre neue Impulse zu geben. Zu groß ist die Gefahr mit allzu abgedrehten Konzepten auf die Nase zu fallen. Bioshock ist eines von den rar gesäten Beispielen, welches trotz seines ungewöhnlichen Szenarios sowohl bei Kritikern als auch kommerziell erfolgreich war. Cryostasis ist ebenfalls ein solch eher experimenteller Titel, welcher den Anspruch hat in die Fußstapfen von Bioshock zu treten. Die Frage ist nur, ob die Fußspuren eines Big Daddy nicht eine Nummer zu groß sind.Sogar für Eskimos zu kaltEuer alter Ego in Cryostasis ist Alexander Nesterov, Meteorologe in einer am Nordpol gelegenen Forschungsstation. Er ist gerade dabei diese als letzter mit einem Hundeschlitten zu verlassen, um sich an einem vereinbarten Treffpunkt von einem Schiff abholen zu lassen. Aber soweit kommt es nicht.Während der Schlitten durch das ewige Eis pflügt, schält sich plötzlich ein riesiger Schatten aus dem Nebel. Es ist die North Wind, ein atomgetriebener Eisbrecher, der seit vielen Jahren verschollen ist. Während Alexander noch die gewaltigen Ausmaße bestaunt, erzittert unter ihm der Boden und eine Spalte tut sich auf. Der Schlitten rutscht hinein und damit die einzige Möglichkeit, den Treffpunkt rechtzeitig zu erreichen. Immerhin überlebt unser Protagonist den Unfall und muss nun wohl oder übel in dem havarierten Kahn Schutz suchen. Was Alexander aber nicht weiß: da drinnen wartet das wortwörtlich kalte Grausen. Cryostasis lässt sich nicht eindeutig in eine Schublade packen: Survival-Horror, ein Schuss Egoshooter und eine Prise Adventure. So könnte man das Rezept beschreiben, wenn Cryo ein Gericht wäre. Und als Nachspeise gibt es noch ein dickes Eis dazu. Immerhin ist letzteres ein wichtiges Element im Spiel. Alexanders Lebensenergie stellt nämlich auch gleichzeitig seine Körperwärme dar. Durch die frostigen Temperaturen an Bord sinkt letztere stetig ab, bis hin zum Erfrierungstod. Anstatt also die genreüblichen Medipacks einzusammeln, muss man sich hier seine Energie an Wärmequellen wieder auffüllen. Das kann eine brennende Fackel oder sogar eine Glühbirne sein. Außerdem gibt es noch einen Ausdauerbalken, der anzeigt, wie lange die Spielfigur zum Rennen imstande ist. Besonders weit kommt man allerdings nicht. Nach geschätzten 10 Metern ist Alexander schon aus der Puste. Ganz allgemein ist die Bewegung der Spielfigur eher behäbig und langsam, was aber angesichts des dicken Polaranzugs auch kein Wunder ist. Aber worum geht es jetzt eigentlich in Cryostasis? Der graue SchiffsalltagNachdem man die ersten paar Räume durchquert hat, stellt man schnell fest, dass an Bord dieses Schiffes etwas nicht stimmt. Seltsame Eiszombis tauchen auf, die einen niedermetzeln wollen und scheinbar gegen alles etwas haben, was Wärme abstrahlt. Anfangs boxt man die eisigen Untoten mit einem zum Schlagring umfunktionierten Vorhängeschloss zurück in die Hölle. Später gesellen sich ein Ventil, Axt und diverse alte russische Ballermänner zum Arsenal, wobei für die Feuerwaffen die Munition ganz nach Survival-Horror-Manier eher rar gesät ist.So prügelt und schießt man sich durch die karg ausdekorierten Räume und erschreckt sich (oder auch nicht) wenn mal wieder ein Zombi angesprungen kommt. Die Level sind dabei strikt linear aufgebaut und die Monsterangriffe stets gescriptet. Der Doom 3 -Faktor lässt grüßen: beim ersten durchspielen noch spannend, aber beim zweiten mal kennt man halt schon alles. Die KI der Gegner ist ebenfalls nichts besonderes. Meist kommen sie auf einen zugerannt und lassen sich anstandslos zusammenschlagen, sofern man immer schön sein Warm-o-Meter im Auge behält. Rätseltechnisch gibt es auch nicht viel zu tun. Hier und da mal einen Knopf drücken ist schon fast das höchste der Gefühle. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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