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Test: Damnation
Steampunk-Power oder doch nur heiße Luft?
Damnation aus dem Hause Codemasters wurde stets als Geheimtipp gehandelt. Ein außergewöhnliches Szenario und viele nette Videos ließen diese Annahme gern bestehen. Das Ergebnis wird diesen hohen Erwartungen leider nicht gerecht.Viel Dampf im Wilden WestenIn einer alternativen Version der USA ist zur Zeit des Wilden Westen einiges schief gelaufen. Anstatt zu einer gigantischen Industrienation inkl. Weltpolizei anzuwachsen, hat der Staat in Damnation seine Seele an einen Rüstungskonzern verkauft. Die Organisation namens Prescott Standard Industries - kurz P.S.I. – versorgt die Gesellschaft mit dampfbetriebenen Maschinen und Drogen, die das Leben erleichtern und Frieden ins Land bringen sollen, das vom Bürgerkrieg zerrüttet ist.Soviel Tyrannei akzeptiert natürlich nicht jeder. Einer von ihnen ist Hamilton Rourke, ein Ex-Captain, der schon auf vielen Schlachtfeldern gekämpft hat. Da seine Verlobte in den Wirren des Bürgerkrieges spurlos verschwand und er vermutet, dass P.S.I. dahinter steckt, kommen ihm die Rebellen gerade recht. Zwei der Widerstandskämpfer sind stets an seiner Seite. Für das Trio gibt es also genug zu tun. Ballern, klettern, BallernDie unwichtige Story ist als 3rd-Person-Shooter mit vielen Klettereinlagen verpackt. Mit maximal drei Wummen im Gepäck rückt man dem Feind zu Leibe und hangelt sich immer wieder von Vorsprung zu Vorsprung. Dabei macht weder das eine noch das andere wirklich Spaß.In den Ballereinlagen fällt immer wieder die KI negativ auf. Die Pappkameraden sind durchweg Opfer und kennen keine Taktiken. In Massen auftreten und Draufhalten heißt die Devise und das solange bis Hamilton oder einer seiner Kumpane ihnen das virtuelle Leben aushaucht. Dass letzeres von Seiten der Begleiter geschieht, ist dank der dümmlichen KI eher selten. Viel häufiger klopfen sie selber an die Tür des himmlischen Saloons, dessen Einlass man durch Rettung des Charakters aber stets verhindern kann. Alternativ schlüpfen echte Spieler in die Rolle der hirnlosen Kompagnons, Koop-Modus sei Dank. Zwei Schritte nach linksEin weiterer Spaßvernichter ist die viel zu ungenaue und überladene Steuerung. Einen einfachen Schritt nach links oder nach rechts zu gehen ist nicht möglich. Die Schritte sind dabei stets zu groß um sich genau zu positionieren. So fällt es auch schwer in Deckung zu gehen oder gezielt daraus zu schießen. Eben mal an eine Wand lehnen geht ebenfalls nicht, da ein ordentliches Deckungssystem fehlt.Das Versäumnis eine exakte Bedienung einzubauen, schien für die Kletterpassagen noch nicht ausreichend schlecht genug zu sein. Darum entschied man sich wohl eine Kamera einzubauen, die häufig nicht anzeigt, wo man hinspringen soll. Dieses weitere Übel und die Tatsache, dass man gleich mehrere Tasten auf einmal drücken muss, um einen Sprung zu absolvieren, reißen den Spielspaß in die Tiefe. Sollte man mal in einen tödlichen Abgrund stürzen, sorgen zumindest fair verteilte Checkpoints für wenig Frust. Ziel in den großen Levels ist es sich durch zu ballern und die Sprungabschnitte zu bewältigen. Besondere Aufgaben gibt es nicht. Die dritte Generation!?Befeuert wird das Dampfross mit der Unreal-Engine 3, obwohl diese Tatsache kaum zu glauben ist, wenn man das Spiel in Bewegung sieht. Matschige Texturen wohin das Auge blickt. Besonders die InGame-Cutscenes sehen aus, als kämen sie von der letzten Konsolen-Generation und sind einfach nicht für die Neuzeit aufbereitet. Genauso wenig fortschrittlich sind die hässlichen Bitmap-Hintergründe, die das Auge beleidigen, wenn man eine Aussicht genießen will. In diese Riege reihen sich die Animationen ein. Hat man sich bei den Hauptcharakteren wohl noch ein wenig Mühe gegeben, sieht es beim Kanonenfutter wirklich finster aus. Mit freundlichen Grüßen aus der Augsburger Puppenkiste bewegen sich die Opfer ruckartig und hauchen ihre seelenlose Anwesenheit immer mit derselben Bewegung aus. Dass Körperteile regelmäßig in Wänden und Böden verschwinden, ist ein weiteres Manko.Passend zur grau-braunen Monotonie des Wilden Westen gesellen sich unmotivierte Sprecher. Die diversen Bleispritzen klingen wenig bedrohlich. Die Musik fällt dabei am wenigsten negativ auf und kann sich stellenweise sogar hören lassen. Online kann man sich unspektakulär in diversen Deathmatch-Varianten bekriegen, zumindest wenn man Mitspieler findet, die sich das Spiel auch gekauft haben. |
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