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Test: The Lost Crown
Auf Geisterjagd in der englischen Provinz
Nachdem sich Geisterjäger im englischsprachigen Raum bereits im Februar letzten Jahres ihre Ausrüstung schnappen und auf die Suche nach paranormalen Aktivitäten machen durften, erscheint The Lost Crown – A Ghost Hunting Adventure nun auch bei uns.Auf der FluchtBeim Herumschnüffeln auf einem Rechner seines Arbeitgebers, dem Konzern Hadden Industries, ist Nigel Danvers auf Geheimnisse gestoßen, die nicht für seine Augen bestimmt waren. Kurzerhand muss er fliehen und nimmt von London aus den nächstbesten Zug in die englische Provinz. Endstation ist Saxton, ein kleiner Ort in Nordengland, der sich vor allem durch vier Dinge auszeichnet: Seltsame Einwohner, eine geheimnisvoll-tragische Geschichte, unerklärliche Ereignisse und Schatzsucher, die sich alljährlich auf die Suche nach der namensgebenden verlorenen Krone eines englischen Königs machen.Zudem muss Danvers bald feststellen, dass sein Chef, Mr. Hadden, ihn ausfindig gemacht hat. Anscheinend war dieser über jeden Schritt von Nigel informiert, schickt ihm schließlich eine komplette Geisterjägerausrüstung hinterher und fordert ihn auf, die Gerätschaften in der Praxis einzusetzen. Danvers, der erstens neugierig ist und sich zweitens eine Einigung mit Hadden erhofft, nimmt die Aufgabe an und macht sich auf, die Geheimnisse des kleinen Provinz-Nestes zu erkunden... Genauso holprig wie die Geschichte beginnt, ist auch die weitere Erzählweise. Vor allem die Motivation von Nigel, der soeben seinen Job verloren hat und sich auf der Flucht befindet, wird nicht plausibel erklärt. Dennoch kann die spannende Story rund um den geheimnisvollen Ort mit seiner tragischen Geschichte motivieren und gehört zu den Stärken des Spiels. Mit Ihnen wollte ich nicht sprechen!Gesteuert wird der Geisterjäger aus der 3rd-Person-Perspektive per linker Maustaste. Gerade einmal vier Symbole reichen, um mit der Spielwelt zu interagieren, wobei das Hauptproblem hier beim Aktions-Symbol liegt, mit dem fast alles gemacht wird. Ein Beispiel: Wir fahren mit dem Cursor über einen Amboss und erhalten das Aktionssymbol, das in diesem Fall eine Interaktion mit dem Amboss nahe legt. Einen Linksklick später müssen wir aber feststellen, dass ein Gespräch mit dem danebenstehenden Handwerker gestartet wird. Da die Symbole den Objekten nicht genau genug zugeteilt sind, gibt es ständig solche falschen Aktionen. Negativ fällt zudem auf, dass ein Lupensymbol bei etlichen Objekten eine genauere Untersuchung nahe legt, sich dahinter jedoch in den allermeisten Fällen nichts verbirgt. Auch gibt Nigel so gut wie keine Kommentare - und wenn, dann nur den Standardspruch Das ist nicht richtig. - zu Aktionen und Objekten ab, so dass es auch schon einmal vorkommen kann, dass wir zufällig einen neuen Gegenstand im Inventar finden und uns erst im Nachhinein erklären können, wie dieser dorthin gekommen ist.Im SchneckentempoAls äußerst nervig erweist sich darüber hinaus das langsame Spieltempo. Danvers schleicht geradezu durch die Straßen von Saxton, ein Doppelklick zum schnellen Szenenwechsel funktioniert nicht immer, die Übersichtskarte erlaubt keine Schnellreise und zudem gibt es äußerst viel Laufweg sowie Locations. Diese Tatsache stört im Zusammenhang mit der fehlenden Hotspot-Anzeige insbesondere bei den Rätseln, da die Objektsuche zur Sisyphus-Arbeit wird. Erschwert wird das Rätseln auch dadurch, dass erst durch das Entdecken scheinbar nutzloser Gegenstände – etwa ein kaputtes Telefon – völlig andere Aktionen getriggert werden. Etliche Gegenstände werden zudem erst nach einer bestimmten Aktion manipulierbar, so dass das wiederholte Absuchen der Szenen zur Pflichtaufgabe gehört. Auf Grund solcher und anderer Gameplayschnitzer sind die zahlreichen Objekt- und Logikrätsel nicht selten recht unfair. Spaß macht hingegen der Einsatz der Geisterjägerausrüstung, mit der paranormale Aktivitäten aufgespürt werden.Das Drehen am FarbreglerGrafisch ist The Lost Crown nahezu einzigartig. Denn viele Spiele, die komplett – sorry, jede Szene hat auch den ein oder anderen Farbklecks – in Schwarz-Weiß daherkommen, gibt es wohl nicht. Klar, sicherlich ist dies ein Stilmittel des Spiels, andererseits verstärkt es den Eindruck der optischen Schwäche des Geisterjäger-Adventures. Insbesondere die hölzernen und gähnend-langsamen Animationen der Charaktere wirken ebenso lächerlich wie der Moonwalk, den Nigel aufs Parkett legt.Neben den schwachen Animationen tragen auch die nicht abbrechbaren Dialoge ihr Scherflein zum gemächlichen Spieltempo bei. Zwar sind die Charaktere insgesamt recht passend besetzt, und die Sprecher machen auch einen ganz ordentlichen Job. Dennoch können auch sie bei solchen größtenteils dümmlichen und oberflächlichen Dialogen nicht mehr die Kastanien aus dem Feuer holen. Sehr gelungen sind hingegen die musikalische Untermalung und die Soundkulisse, die für sehr viel Atmosphäre sorgen. |
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