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Blood Bowl
Strategie
von KOCH Media, Cyanide
PCJuni 2009
360November 2009
  Infosheet

Test

Screens (37) Downloads (10) Trailer (3)  

Bewertungen

GameCaptain
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Screenshots zum Test

Screen 1
Wie im richtigen Football geht es darum Touchdowns zu erzielen
Screen 2
Ein Spiel endet selten ohne Verletzte oder gar Tote
Screen 3
Das Spielfeld zeigt, dass es hier zur Sache geht
Screen 4
Steigt ein Spieler eine Stufe auf, erhält er eine neue Fertigkeit

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American Football ist was für Schattenparker? Rugby spielen doch eh nur für Seerosengießer? Genau, denn richtige Männer spielen Blood Bowl!
Bisher jedoch hauptsächlich auf der 1986 zum ersten Mal erschienen Tabletop Vorlage (die erste DOS-Umsetzung von 1995 wird wohl kaum jemand kennen). Das Spielfeld und die Regeln erinnern stark an American Football. Es geht also letztendlich darum, einen Football in die gegnerische Endzone zu befördern und somit einen Touchdown zu erzielen.

Ich würfle dich zu Tode

Ein paar winzig kleine Änderungen gibt es jedoch durchaus. Der Football ist nämlich mit Stacheln überzogen und die Teams setzen sich aus bekannten Warhammer Rassen wie etwa Orks, Zwerge, Chaos oder Waldelfen zusammen. Und obwohl ein Schiedsrichter vorhanden ist, geht es, wie der Titel bereits verrät, nicht gerade zimperlich zu. Kaum ein Match vergeht ohne gebrochene Knochen, offene Wunden und manchmal sogar Tote. Entsprechend blutgetränkt darf man sich solch ein Spielfeld vorstellen – der Platzwart ist echt nicht zu beneiden.
Das Ganze ist jedoch kein pures Gemetzel, sondern unterliegt einem strengen Regelwerk dessen neueste Auflage über 60 Seiten misst. Wie bei Tabletops üblich, werden für jede Aktion verschiedenste Würfel zu Rate gezogen. Egal ob es ums aufheben, werfen oder fangen des Balls geht oder darum den gegnerischen Spielern auszuweichen, stets entscheidet die Würfelprobe.

Die (inneren) Werte zählen

Wie viele bzw. welche Würfel hierbei verwendet werden, entscheiden nicht nur die Aktionen selbst, sondern auch die Fähigkeiten der Spielfiguren. Ein Team besteht aus maximal 16 Spielern, wobei 11 dieser Recken zu Beginn auf dem Spielfeld stehen, der Rest wartet auf der Ersatzbank.
Jeder Spieler verfügt über die vier Attribute Stärke, Geschick, Bewegungsweite und Rüstungswert. Möchte man durch die gegnerischen Reihen wuseln, bestimmt das Geschick, welche Zahl gewürfelt werden muss, um erfolgreich auszuweichen. Ist das Ergebnis zu niedrig, bewegt sich ein gegnerischer Ellenbogen zufällig genau in Richtung der eigenen Nase und man landet auf dem Boden der Tatsachen. Dort angekommen entscheidet wiederum eine Probe auf den Rüstungswert, ob man nur kurz betäubt ist, mehrere Runden KO geht oder gar dauerhaft verletzt (bzw. getötet) wird. Die Bewegungsweite bestimmt natürlich wie viele Felder man sich pro Runde bewegen darf und die Stärke kommt ins Spiel, wenn man einen Widersacher aus den Latschen hauen möchte.

Rollenspiel auf dem Sportplatz

Zusätzlich beeinflusst werden diese Würfelergebnisse von den Fertigkeiten eines Spielers. Diese besitzt er entweder von Anfang an entsprechend seiner Profession, oder erhält sie durch höhere Level. Durch genügend Praxiserfahrung erklimmen die todesmutigen Sportler insgesamt sieben solcher Stufen, wobei man sich jeweils eine neue Fertigkeit aussuchen darf.
Etwaige Basisfertigkeiten hängen davon ab, welches der insgesamt acht spielbaren Völker man wählt, wobei jedes über unterschiedliche Spielertypen verfügt. Die Menschen schicken z.B. ausgebildete Fänger und Werfer aufs Spielfeld, die diese Disziplinen bereits auf Stufe 1 meisterlich beherrschen. Die Anhänger des Chaos halten hingegen nicht viel von diesem Firlefanz und fegen lieber erst sämtliche Gegner vom Spielfeld, um dann gemütlich gen Endzone zu marschieren. So unterscheiden sich sämtliche Teams voneinander, wodurch man die eigene Taktik stets abhängig von den Kontrahenten und deren individueller Teamzusammenstellung anpassen muss. Schickt ein Waldelfenspieler etwa mehrere Werfer und Fänger aufs Feld, sollte man letztere tunlichst im Auge behalten, um einen tödlichen Pass zu verhindern. Setzt er stattdessen auf Kampftänzer, ist eine andere Taktik vonnöten, denn diese können mit dem Ball mühelos an ihren Gegnern vorbei rennen und diese sogar überspringen.

Wenn Mäuse fliegen

Diese ganzen Möglichkeiten und Würfelproben klingen für Nichtkenner der Vorlage natürlich erst mal recht kompliziert - sind sie auch. Blood Bowl versucht den Einstieg durch mehrere Tutorials zu erleichtern, was jedoch nur unzureichend gelingt. Zumal diese hauptsächlich aus ellenlangen Texten bestehen und kaum Möglichkeit bieten, das gelesene auszuprobieren. Da kann man auch gleich zum Handbuch greifen, welches, im Gegensatz zu den Tutorials, zumindest nichts Wichtiges weg lässt.
Dennoch versteht man vieles erst, wenn man einige Stunden Spielzeit hinter sich hat, was den Einstieg höchstens für Hobbymasochisten spaßig macht. Wer ganz genau hinter sämtliche Aktionen blicken möchte, wird gar nicht darum herum kommen, durch das offizielle Regelwerk zu stöbern. Zwangsweise führt das bei Neulingen im Blood Bowl Universum zu frustrierenden Erlebnissen, zumal die KI selbst auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade nicht zu unterschätzen ist. Spiele-Choleriker sollten ihre Maus besser vorher festketten, denn da letztendlich alles durch Würfel entschieden wird, kommen die undenkbarsten Ergebnisse zustande – z.B. wenn der eigene Minotaurus gerade von einem kleinen, schwächlichen Goblin umgenietet wurde.
 
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