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Test: Summer Athletics 2009
Berlin statt der Olympiade, aber trotzdem dasselbe...
Manchmal haben wir Redakteure doch wirklich eine angenehme Arbeit. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich für Summer Athletics 2009 fast denselben Text benutzen kann, den ich schon für Summer Athletics geschrieben habe. Fast, denn es gibt ein paar kleine Änderungen, die jedoch nicht so sehr ins Gewicht fallen. Aber ich möchte es mir nicht nehmen lassen und den geneigten Käufer mit einem aktuellen Text zu erfreuen. So wie eben auch dtp entertainment und 49games uns mit einem aktuellen Spiel er-, äh, uns ein Spiel zum Kaufen in die Regale legen. Nix mehr China: ab nach BerlinDie Zeit vergeht ja so schnell – und nächstes Jahr soll es noch schneller gehen. 2008 waren wir noch in China, jetzt geht es bei Summer Athletics nicht mehr um die Olympischen Spiele, sondern „im einzigartigen Berlin-Modus bis an die Weltspitze der Leichtathletik“. So steht es in wunderschönen Lettern auf der Rückseite der Verpackung. Wer sich nicht so gut auskennt: In Berlin stehen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften an – der Unterschied zu der Veranstaltung in China ist sportlich aber gering. Spielerisch ganz sicher auch. 28 Disziplinen stehen auf dem Programm, das macht zwei mehr als im vergangenen Jahr und fällt vermutlich auch niemandem auf. Die Disziplinen können einzeln angewählt werden oder man versucht sich in einem der vorgefertigten Wettbewerbe oder man rennt und springt durch die Karriere oder man probiert eben jenen ominösen Berlin-Modus (wo dann wirklich nur die Leichtathletik-Disziplinen dabei sind). Warum das alles nicht besser und teilweise schlechter als im vergangenen Jahr ist?Äh, ja, Tasten drücken und dann...Da stellen wir uns jetzt mal ganz dumm und probieren die Karriere aus. Wir tun einfach mal so, als wüssten wir von nichts, übernehmen einen Sportler, der sich in drei zusammengestellten Wettbewerben beweisen muss und dabei immer besser wird. Daran führt im Übrigen kein Weg vorbei: Nach jeder Disziplin müssen wir immer dasselbe Kontingent von Erfahrungspunkten verteilen und die fünf Fertigkeiten aufwerten. Und selbst diejenigen, die es ernst genommen haben und sich ganz dumm gestellt haben, sind auch ohne irgendeinen Wettbewerb gewonnen zu haben am Ende ein perfekter Athlet. Das ist fragwürdig? Na ja, es ist auch fragwürdig, dass ich zwischen Mann und Frau als Charakter auswählen darf, aber über 100m laufen beide dieselbe Zeit. Aha. Und was mache ich mit einem aufgelevelten, perfekten Sportler? Nichts. Es ist nur in der Karriere zu gebrauchen, in den Einzel-Wettbewerben, den vorgefertigten Wettbewerben und selbst im Berlin-Modus gibt es die Athleten von der Stange. Mein Training ist also für, äh, es ist umsonst.Ach ja, der Berlin-Modus: Das einzige, was diesen Modus von den anderen unterscheidet, ist, dass ich erst eine Qualifikation überstehen muss, um dann im Finale teilzunehmen. Das bedeutet: Ich mache zwei 100m-Läufe statt nur einem. Wenn das einzigartig ist, dann bin ich längst geklont worden. Bitte kein Gamepad benutzenAn der Steuerung hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr gar nichts geändert. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, denn mit der Tastatur lässt sich SA 2009 wirklich gut spielen. Von der Benutzung des Gamepads oder gar des Xbox-Controllers ist allerdings dringend abzuraten: Zum einen werden einige Disziplinen dadurch unnötig schwer – beim Schwimmen kreisen die Ministicks in unterschiedlichen Richtungen – und zum anderen ist die Zuweisung der Buttons schwierig zu konfigurieren. Tatsächlich ist es mit der Tastatur auch wirklich einfacher, Bestzeiten zu erzielen. In den meisten Disziplinen geht es um schnelles abwechselndes Drücken der Richtungstasten, beim Radfahren und den Langstrecken-Läufen kommt Taktik ins Spiel und beim Bogenschießen muss man ein wenig Gefühl zeigen, um die Pfeile ins Ziel zu lenken – aber das gab es alles schon genauso im vergangenen Jahr. Auch die drei, später sogar vier Schwierigkeitsgrade, die von kinder-baby-einfach bis wer-soll-denn-das-schaffen gehen.Und jetzt kommen die Veränderungen...Wirklich bewegt hat sich etwas in der Akustik: Es gibt einen Stadionsprecher, der – auf Englisch, wie in Berlin üblich – die Athleten ankündigt. Reale Namen oder Anleihen aus der Leichtathletik gibt es dabei nicht. Das Publikum ist etwas aktiver, sieht auch etwas besser aus, ohne dabei überzeugend zu wirken.Unterm Strich präsentiert sich SA 2009 als liebloses Update ohne Online-Modus und mit vielen Schwächen in der Konzeption. Darüber hinwegtäuschen kann auch nicht die letzte, große Neuerung im Spiel: Jetzt sind die Staffel-Wettbewerbe 4x100m-Lagen im Schwimmen und die 4x100m-Staffel als Coop-Modus verfügbar. Wer hier jetzt grinst, na, der hat doch einiges verstanden. |
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