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Test: Velvet Assassin
Kann die britische Agentin mit den großen Jungs Sam Fisher und Solid Snake mitspielen?
Velvet Assassin ist ein Stealth-Actionspiel im zweiten Weltkrieg und kombiniert damit ein in letzter Zeit unterrepräsentiertes Genre mit einem ebenso überstrapazierten Setting. Als weibliche Geheimagentin Violette Summers erfüllt man im besetzten Europa allerlei heikle Missionen. Das von den deutschen Replay Studios entwickelte Spiel setzt dabei optisch-ästhetische Akzente, ohne jedoch aus spielerischer Sicht den Referenzen Splinter Cell und Metal Gear Solid davonschleichen zu können.Der schleichende TodDie Hauptfigur des Spiels ist die fiktive Geheimagentin Violette Summers, die von der realen Person Violette Szabo inspiriert wurde. Violette liegt nach einem missglückten Auftrag schwer verletzt im Krankenhaus und durchlebt, vollgepumpt mit Morphium, in Fieberträumen noch einmal ihre gefährlichsten Einsätze. Durch diesen erzählerischen Kniff konnten die Entwickler Missionen an den verschiedensten Schauplätzen aneinander reihen, ohne diese durch einen kontinuierlichen Handlungsfaden erzählerisch verbinden zu müssen. Gerade dadurch bleibt die Story aber, zumindest bis zum Ende hin, eher schwach. Lediglich kurze Briefings am Anfang einer Mission und kleine In-Game-Videos geben ein paar Einblicke in die Hintergründe der Geschichte preis.In sechs Missionen, die sich in insgesamt 12 Einzelabschnitte aufteilen, erledigt der Spieler diverse Sabotageeinsätze hinter feindlichen Linien. Die Sprengung eines Treibstofflagers steht ebenso auf dem Plan wie die Eliminierung eines erzbösen Nazioffiziers. Besonders die Mission im Warschauer Ghetto, in der man gefangenen Resistancekämpfern Giftkapseln überbringen soll um ihnen die Folter zu ersparen, zeigt, dass die Entwickler die Thematik des WWII durchaus ernst genommen haben. Durch die fast durchweg in warmen Farben dargestellten Umgebungen und die düstere Soundkulisse baut sich eine eigentümlich morbide Atmosphäre auf, der man sich nur schwer entziehen kann. In der Ruhe liegt die KraftSpielerisch und steuerungstechnisch orientiert sich VA am großen Genrevorbild Splinter Cell. Mit den WASD-Tasten und der Maus schleicht ihr von Schatten zu Schatten und müsst aufpassen, dass ihr von patrouillierenden Wachen nicht gesehen werdet. Ein bläulicher Umriss um Violette zeigt an, dass ihr in eurem dunklen Eckchen von den Gegnern nicht entdeckt werden könnt, sofern sie euch nicht allzu nahe kommen. Dann beobachtet ihr die Laufwege, schleicht euch im günstigen Moment von hinten an und stecht mit dem Messer zu. Die brutal dargestellten aber blutleeren Messerattacken werdet ihr mangels Alternativen sehr oft einsetzen. Genau genommen dreht sich der Großteil des Spiels hauptsächlich um das Umschleichen bzw. hinterrücks Niedermetzeln der Gegner. Diese Spielweise erfordert freilich eine gewisse Geduld und Planung, da man die Schergen nach Möglichkeit einzeln erledigen sollte. Denn ansonsten wird man vom daneben stehenden Kollegen in einer gefühlten halben Sekunde gnadenlos zersiebt. Viel hält die hübsche Spionin nämlich nicht aus und statt der mittlerweile fast üblichen Selbstheilung muss sie noch ganz traditionell Medikits einsammeln, um ihren Gesundheitszustand wieder auf Vordermann zu bringen.Velvet verfügt zwar zeitweise über eine Schusswaffe, allerdings ist die verfügbare Munition extrem knapp. Geschossen wird also nur, wenn es wirklich nicht anders geht, zumal Velvet die Waffen getöteter Feinde nicht aufsammeln kann. Diese Designentscheidung ist natürlich so gewollt und verhindert wirkungsvoll, dass man VA wie einen Shooter spielen kann. Dafür finden sich in den Levels diverse und zum Teil recht gut versteckte Sammelobjekte. Diese bringen Erfahrungspunkte, welche man in das aufwerten von Violettes Fähigkeiten investieren kann. So verbessert man nach und nach die drei Fertigkeiten Schleichgeschwindigkeit, Trefferresistenz oder die Dauer der Morphiumspritzen (dazu später mehr). |
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