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Test: Divinity 2: Ego Draconis
Weckt den Drachen in euch!
Dunkle Zeiten brechen erneut über Rivellon herein: Seit ein Verräter aus den Reihen der Drachenritter den gottgleichen Helden Lucian hinterrücks ermordete, werden die riesenhaften Flugechsen und ihre menschlichen Vebündeten erbarmungslos gejagt – die wahre Bedrohung durch Lucians bösartigen Ziehsohn Damian, dessen Anhänger und das dazugehörige Dämonenheer wird vor lauter Hass fast zu spät erkannt. Aber eben nur fast. Ein junger Absolvent der Drachentöter-Akademie stellt sich als letzte Hoffnung den finsteren Mächten entgegen und muss alles verraten, was er gerade noch für gut und richtig hielt...Narbengesichter und PferdeschwänzeAm Anfang legt man neben Name und Geschlecht des Protagonisten dessen Stimme und ein paar äußere Merkmale fest, welche sich im Laufe des Spiels aber auch noch bei so genannten Illusionisten verändern lassen. Die optischen Gestaltungsmöglichkeiten sind sowieso spürbar eingeschränkt – eine Optionsflut a la Die Sims 3 darf man weiß Gott nicht erwarten. Lediglich einige Gesichtstypen (sommersprossiges Mädel vom Land, Typ mit Dreitagebart, etc.) sowie Frisuren und Haarfarben stehen zur Verfügung. Wie üblich verschwinden die Köppe aber sowieso bald unter den ersten schicken Helmen, von daher fällt die magere Auswahl weniger ins Gewicht. Startplatz der Handlung ist das Bergdorf Leuchtenfeld, wo den angehenden Drachentötern traditionell der letzte Schliff (hier also ein Tutorial) verpasst wird. Vor dem Aufbruch ins Gebiet der jüngsten Drachensichtungen entscheidet man sich außerdem für einen der Schwerpunkte Nahkampf, Fernkampf oder Magie. Das beeinflusst aber nur geringfügig die Startwerte, die erste Waffe und eine Fähigkeit – bei der weiteren Entwicklung hat der Spieler freie Hand, kann Stärke, Gewandtheit und Co. sowie eine hübsche Auswahl passiver oder aktiver Fertigkeiten managen sowie bunt durcheinander würfeln. Dadurch sind coole Mischklassen möglich. Meine Heldin ist z.B. eine diebische Schwertkämpferin-Geisterbeschwörerin mit einem Faible für vernichtende Sprungattacken. Andere Fähigkeiten bringen beispielsweise zusätzliche Erfahrungspunkte, lassen Dämonen als Helfer antreten, machen unsichtbar, verstärken die Wirkung von Heiltränken, verwandeln geifernde Monster in Krabbelkäferchen oder sorgen für magische Geschosse. Die Skills sind vorerst in jeweils fünf Stufen ausbaubar, später erhöht sich das Limit aufs Doppelte. Zwecks besserer Balance besitzen stärkere Fähigkeiten jedoch einen vorgeschriebenen Mindestlevel und können so eben erst mit entsprechender Erfahrung ihr volles Potenzial entfalten. Gut geklickt ist halb gewonnenGespielt wird grundsätzlich in der Third-Person-Perspektive, gesteuert über WASD oder die Pfeiltasten. Durch Mausbewegungen lässt sich die Kamera drehen und der Abstand zur Spielfigur verändern. Die linke Taste entfesselt die Standardattacke der aktuellen Waffe, Akrobaten können sich zur Seite abrollen oder einen sportlichen Sprungangriff starten. Das Hüpfen kommt übrigens auch bei ein paar eher durchwachsenen Geschicklichkeitspassagen zum Einsatz.Viele Gegner sind von Natur aus feige und greifen in Rudeln an - da fällt es oft schwer, gezielt bestimmte Feinde anzuvisieren. Manche Spieler berichten davon, dass insbesondere Bogenschützen durch die missglückte Auto-Aim-Funktion benachteiligt werden, aber die Karriere als Pfeil-Fuchtler hat mir persönlich sowieso noch in keinem RPG sonderlich gelegen. Doch auch robusten Nahkämpfernaturen wird die Sache nicht immer leicht gemacht, zumal anders als bei den meisten Konkurrenztiteln nur ein einziger Schwierigkeitsgrad geboten wird. Die Levels der Widersacher sind fest vorgegeben – trifft man also auf Monster, deren Erfahrungsstufe (über ihrem Kopf angezeigt) deutlich höher ist als die des Helden, kann man davon ausgehen, dass er sich vom betreffenden Gebiet lieber noch eine Weile fernhalten sollte. Einmal vernichtende Übelwichte kehren übrigens nie wieder zurück, mit der Zeit sind die Landstriche entsprechend entvölkert. Lebensenergie und Mana regenerieren sich langsam selbst; wenn es hart auf hart kommt, sind die Reserven aber oft schneller geleert als das Alter Ego „Mir geht’s gar nicht gut...“ röcheln kann. Ich will gar nicht wissen, wie viele Liter Heiltrank meine Draca im Lauf ihrer Reise gezischt hat bzw. wie oft ich in weiser Voraussicht (als Ergänzung zu den seltenen Autosaves an wichtigen Stellen) gespeichert habe. Die Ladezeiten sind zum Glück erfreulich kurz. Und auch das praktische Pausieren des Geschehens per Tastendruck, um in Ruhe Gegenstände oder Skills anzuklicken, verdient ein Lob. Das Kampfsystem selbst ist also eigentlich nicht kompliziert, sinnvolles Aufleveln, gute Ausrüstung und nützliche Fertigkeiten können aber Leben retten. Wo sind die Männer in den weißen Kitteln?Die eher wenigen Rätsel von Divinity II sind kaum der Rede wert, ein interessantes Feature wurde aber mit der Möglichkeit zum Gedankenlesen eingebaut: Gegen eine Gebühr in Form von Erfahrungspunkten kann man in die Köpfe der meisten Gesprächspartner hinein horchen und so etwas über deren Beweggründe, versteckte Schätze oder wichtige Orte erfahren. Außerdem lassen sich auf diese Weise die Verkaufspreise bei Händlern verringern. |
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